Aung San-Suu Kyis tödliches Schweigen

Die Rohingya sind eine ethnische Minderheit in Myanmar und leben an der Grenze zu Bangladesh.

Laut Wikipedia sind die Rohingya die am stärksten Verfolgte Ethnie derzeit. Und das will angesichts der derzeitigen Weltsituation wirklich was heißen.

Seit Wochen sehen sich die Rohingya einem grausamen Vernichtungsfeldzug seitens der Militärs in Myanmar gegenüber. Und die Friedensnobelpreisträgerin Aung San-Suu Kyi? Sie schweigt zunächst. Und bezeichnet jetzt diesen Genozid als „Fake News“.

Ich fange an, diesen Begriff zu hassen.

Die Rohingya zählen ungefähr zwei Millionen Menschen. Ihnen wird in Myanmar die Staatsbürgerschaft verweigert, sie sind vollkommen rechtlos. Haben sie Besitz, so kann dieser jederzeit gestohlen, enteignet oder sonstwie konfisziert werden. Sie haben keinen Zugang zu Schulbildung, Jobs oder auch nur grundlegende staatliche Infrastruktur.

Etwa die Hälfte der Rohingya lebt in Bangladesh in ähnlichen Verhältnissen. Auch hier bekommen sie keine Staatsbürgerschaft, alle Rechte werden ihnen verweigert.

Wenn man einen Rohingya tötet, wird das eher als „Ungezieferbeseitigung“ gesehen denn als Mord.

Seit August 2017 haben Anschläge der Arakan Rohingya Salvation Army eine erneute Säuberungsaktion ausgelöst. Es wird gemordet, gefoltert, vergewaltigt und das auf so unfassbar grausame Art, dass der Aufschrei uns allen in den Ohren klingeln sollte. Menschen werden bei lebendigem Leibe verbrannt – Alte wie Kinder, Männer, Frauen: Es ist egal. Wo ein Liter Benzin ist, ist auch ein Weg. Die ARSA ist eine Rebellengruppe von Leuten, die nichts mehr zu verlieren haben.

Die Regierung in Myanmar verfolgt sogar noch die, die erfolgreich geflohen sind. Wer es nach Bangladesh, Saudi-Arabien, Pakistan, Thailand oder Malaysia geschafft hat, dem droht hier die Inhaftierung.

Allmählich häuften sich die Berichte über die ethnische Säuberung der Rohingya und langsam drängen sie sich vor die Bilder von Trump und seinen kleinen Händchen oder Erdogan und sein übergroßes Ego.

Seit August sind weitere gut 270.000 Rohingya nach Bangladesh geflüchtet, hier sind sie zwar immer noch rechtlos, aber sie sind zumindest nicht in der Gefahr, lebendig verbrannt zu werden.

Und Aung San-Suu Kyi? Sie zeigt gerade, wie offensichtlich machtlos sie gegen das Militär ist. Und dass das Militär nach wie vor die Macht in Händen hält. Aung San-Suu Kyi ist nichts mehr als eine Galionsfigur.

Bischof Tutu hat ihr geschrieben:

„Meine liebe Schwester: Wenn Schweigen der politische Preis für deinen Aufstieg in das höchste Amt Myanmars ist, dann ist dieser Preis ganz klar zu hoch.“

Die Antwort von Aung San-Suu Kyi zeigt, dass sie weder handlungswillig noch handlungsfähig ist: Sie verbittet sich Einmischungen in die inneren Angelegenheiten Myanmars und bezeichnet die Rohingya als „Terroristen“ und die Berichte als „Fake-News“.

Fake News. Was für ein wunderbares Wort. Es ist inzwischen ein Synonym für lügende und schlechte Politiker geworden. Die Fake News-Karte wird nur von denen gepullt, die keine Argumente haben.

So wie die Friedensnobelpreisträgerin, die ihres Preises unwürdig ist.

 

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Soziales

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3 thoughts on “Aung San-Suu Kyis tödliches Schweigen

  1. Die Erde ist eine flache Scheibe, lediglich die Einsteinsche Raumkrümmung liefert uns die Illusion sie sei eine Kugel.

    Atomkraftwerke sind sicher.

    Es gibt keine Sonnenfinsternisse, unser Zentralgestirn muss alle paar Monate kurz ausgeschaltet werden damit gefahrlos neuer Brennstoff nachgetankt werden kann.

    Gerüchte das das Weisse Haus von Reptiloiden kontrolliert wird stimmen nicht. Wie jeder weiss wurden die Reptiloiden im Jahre 1988 von einer jüdischen Freimaurerloge ausgerottet.

    Fotos die Trump mit kleinen Händen zeigen sind alle gephotoshopt.

    Das Universum dehnt sich nicht aus – in Wirklichkeit schrumpft die Materie.

    Die Zeugenbefragung eines Paarhufers ob es Sex mit einem Staatsoberhaupt hatte endete ohne Ergebniss. Es wurde vom Schweigerecht gebrauch gemacht.

    In jedem Porno wird zum Schluss geheiratet.

    Soooo sehen fake-news aus.

    Die Vergabe des Friedensnobelpreises an Obama sah ich schon kritisch, nun muss ich sagen das das Komitee endgültig seine Reputation in den Müll geworfen hat.

    • Aung San-Suu Kyi hat den Friedensnobelpreis 1991 zuerkannt bekommen, auch, um sie vor möglichen Übergriffen durch das Militär in Myanmar zu schützen.

      Sie WAR eine mutige Kämpferin gegen die Militärdiktatur in Myanmar und hat zumindest an der Oberfläche die Generäle bezwungen. Aber es sieht so aus, als hätte sie sich zu einer Galionsfigur machen lassen, hinter der die Generäle nach wie vor Schalten und Walten können wie sie wollen.

  2. Aus wikipedia:
    „Für die Vergabe ist, im Gegensatz zu den anderen Preiskategorien des Nobelpreises, keine schwedische Institution zuständig, sondern ein vom norwegischen Parlament bestimmtes fünfköpfiges Komitee, weswegen der Preis als einziger unter den Nobelpreisen nicht in Stockholm verliehen wird.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensnobelpreis

    Dieses kleine aber feine Detail war mir gar nicht bewusst.

    „ein vom norwegischen Parlament bestimmtes fünfköpfiges Komitee“ – ein Schelm wer dabei etwas böses denkt…

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