Alles Verbrecher

/edit: ich war hochgradig unzufrieden mit der Originalüberschrift. Die ist besser. Permalink nicht angepasst, weil der schon kursiert 😉

Ein immerwiederkehrendes Argument ist ja, dass die Männer, die jetzt von Syrien und Afghanistan herüberkommen, Frauen so gering schätzen dass sie sie vergewaltigen, wann immer sie Bock auf Sex haben.

Dabei werden mehrere Mythen mit Äußerungen ziemlich kranker Hirne gemixt.

Ja, es gibt immer wieder Imame, die bestimmte Dinge behaupten, wie z.b. dass eine Frau jederzeit die Beine breit zu machen hätte und keinerlei Selbstbestimmung über den eigenen Körper hat. Wenn er was will hat sie das Senftöpfchen zu sein.

Wenn man mal genau hinhört, merkt man aber, dass diese Imame über nur sehr wenig Rückhalt verfügen. Es sind Einzelstimmen. Das macht die Aussagen nicht besser, aber es ist unfair, deswegen alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen.

Und dann gibts die Webseiten, die diese ungesunde Gemengelage noch aus „Besorgnis“ befeuern. Sie lügen, dass sich die Balken biegen, brechen die Realität so runter, dass sie ins Narrativ passt und stellen sich dann hin und zeigen mit dem Finger auf die Lügenpresse.

Gastoneinstitut ist so eine Webseite.

Die „About“-Seite klingt fantastisch. Bis man mal den Boardmembern hinterhergoogelt.

John R. Bolton wird dort noch als Botschafter geführt. Was er seit 2006 nicht mehr ist. Es gibt ein entzückendes Zitat von ihm:

„Es gibt eigentlich keine ‚Vereinten Nationen‘. Es gibt eine internationale Gemeinschaft, die aber nur von der einzigen verbleibenden Supermacht angeführt werden kann, den Vereinigten Staaten (von Amerika)“.

Ich zitiere zudem Wikipedia:

Bolton setzte sich für das Recht ein, dass Privatleute weltweit Schusswaffen tragen dürfen. In seinem Buch begründet er diese Ansicht auch mit dem Interesse der USA, „Freiheitsgruppen“ weltweit ausrüsten zu können. Deshalb torpedierte er als UN Botschafter vehement Abkommen zur Kontrolle von Kleinwaffen.[5]

Bolton ist neokonservativ bis ins Letzte und einer der Falken – ihm liegt nichts an einer Aussöhnung zwischen Muslimen und Christen, da kann er keine Waffen verkaufen.

Die Präsidentin des Gastoneinstituts ist Nina Rosenwald. Lest selbst.

Während die Vizepräsidentin ein weitgehend unbeschriebenes Blatt ist, sieht man dann noch Amir Taheri als „Vorsitzender des Europe Board of Govenors“ – was immer das bedeuten soll.

Im Gastoneinstitut haben sich einige der größten Antimuslime der Welt versammelt sowie Menschen, die jeden mit einer Waffe ausstatten wollen. Der Job der Präsidentin dürfte hier die Finanzierung sein.

Die Artikel sind also mit Vorsicht zu genießen. Sie sind definitiv voreingenommen. Möglicherweise auch schlichtweg erlogen. Schauen wir uns doch mal den Artikel an, den Steffko dort verlinkt hat:

Der Autor des Artikels ist Sören Kern. An der Stelle, nach kurzem Blick, habe ich bereits keine weiteren Fragen mehr an den Angeklagten. Ich erwarte eigentlich keinen fundierten Artikel mehr. Aber schauma mal.

Der Artikel knallt gleich im Aufreißer voll rein.

Erster Absatz:

Mädchen wurde vergewaltigt und die Polizei zum Schweigen verpflichtet, weil ein Muslim der Vergewaltiger war. Suggestion: Muslime haben bereits soviel Macht hier, dass sie unser Recht brechen können, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Erst nachdem das Westfalen-Blatt (ausgerechnet) „berichtete“, hat die Polizei Stellung genommen. Und die soll tatsächlich gesagt haben, dass sie Vergewaltiger mit Migrationshintergrund nicht in die Presseberichte nimmt, damit keine ausländerfeindlichen Tendenzen zu erkennen sind.

Link zu einem Artikel im Westfalen-Blatt? Fehlanzeige. Link zu einer Pressemitteilung der Polizei? Fehlanzeige. Der Absatz ist geschickt aufgebaut, er suggeriert, dass das Opfer ein deutsches Mädchen war, das auf offener Straße angegriffen wurde, richtig?

Hier ist der korrekte Artikel den man über Google recht schnell findet und der auch extrem tendenziös geschrieben ist. Es gibt tatsächlich einen veritablen Grund, warum die Polizei so zurückhaltend war: Das Opfer war 13 Jahre alt. Es wurde vom Täter getrennt, in einer anderen Stadt untergebracht und der Täter wird jetzt abgeurteilt. Es besteht an der Stelle tatsächlich kein wie auch immer geartetes öffentliches Interesse, dass den gesteigerten Personenschutz einer Minderjährigen unter 14 aushebelt.

Fazit: Tendenziös geschrieben, jeder Link zur tatsächlichen Story hätte das Narrativ sofort kaputtgemacht. Unbrauchbar.

Nächster Absatz:

Es scheint sich um einen anderen Fall zu handeln, ist es aber nicht. Absatz 1 und 2 beschreiben zweimal denselben Fall.

Fazit: Unbrauchbar.

Nächster Absatz:

Ich hab beim Bayrischen Rundfunk angerufen. Dort wußte man, dass man so zitiert wurde, kannte das Zitat aber nicht. Und selbst wenn:
1. Es hat einen Grund, warum die Männer herkommen
2. Prostitution ist nicht verboten.

Fazit: Moralinsaure Zusammenstellung von Fakten mit dem Ziel, Migranten wie Sexmonster dastehen zu lassen.

Nächster Absatz:

Die Warnung für Mering galt für die Zeit, als der Täter noch nicht gefaßt war (ich weiß nicht, ob er inzwischen in Gewahrsam ist). Pocking wird zitiert – und hier hat die Schulleitung überreagiert.

Für beides können die Flüchtlinge nix und vor allem ist das untauglich, um einen allgemeinen Trend „Flüchtlinge vergewaltigen doitsche Mädchen und demnächst tragen wir alle Burkha) abzuleiten.

Fazit: Hat mit Flüchtlingen nicht viel zu tun, aber irgendwas mit Ausländern. Unbrauchbar.

Nächster Absatz:

Ein bayrischer Lokalpolitiker dreht hohl, wird xenophob und äußert abstruses. Was dann vom Autor genommen wird um damit zu untermauern, dass die Flüchtlinge uns hier alle „islamisieren“.

Fazit: Unbrauchbar.

Nächster Absatz:

Die eingesetzte Securityfirma macht in Drogenhandel und Prostitution und irgendwie scheint das die Schuld der Flüchtlinge zu sein.

Auf die Idee, dass die Securityfirma da gewaltig Dreck am Stecken hat, kommt irgendwie keiner, weder der Autor noch der Übersetzer. Aber hauptsache, man bringt die Flüchtlinge mit Drogen und Prostitution in Verbindung.

Fazit: Unbrauchbar.

Schlußsatz: Völlig an den Haaren herbeigezogen, durch keine Quelle (NICHT MAL KOPP VERLAG!!!) untermauert.

Fazit: Erstunken und erlogen.

Es fällt auf, dass keine der unlauter miteinander verbundenen zum Teil wahren und zum Teil erlogenen „Fakten“ mit irgendeiner Quelle unterlegt ist. Es gibt nichts – nur das Wort des Autors und der würde ja nicht lügen, oder?

Es ist in der Tat ein Problem, dass Frauen und Kinder bzw. Familien häufig nicht getrennt von anderen untergebracht werden. Die Vergewaltigungen finden statt und ja, das Problem ist bekannt. Es gab ein Heim (wars Detmold? Ich hab den Überblick verloren), wo selbst die Duschen nicht abschließbar waren – und es keine geregelten Duschzeiten für Frauen und Männer gab.

Das Ergebnis war so vorhersehbar wie tragisch, die Frauen wurden zum Freiwild.

Daraus aber zu schließen, dass „die jungen Männer“ nur hierherkommen, um Frauen zu vergewaltigen, ist so hanebüchener Blödsinn, dass ich am klaren Verstand jedes Menschen zweifeln muss, der diese These auch nur einigermaßen ernsthaft vertritt.

Diese Vergewaltigungen sind der Enge in den Unterkünften geschuldet, Stichwort „Lagerkoller“. Auch die wiederholten Gewaltausbrüche und Schlägereien sind auf diesen Lagerkoller zurückzuführen. Flüchtlinge sind doch nicht frei davon, nur weil sie Flüchtlinge sind.

Dem muss man begegnen. Präventiv, indem man Situationen entzerrt und eben auch via Justiz, wenn strafbare Handlungen vorgenommen wurden.

Vor allem ist das aber kein Grund, zu glauben, dass man vor Flüchtlingen Angst haben muss oder zu glauben, dass die jetzt „unser Deutschland“ „islamisieren“.

Das ganze ist so bekloppt – wenn die Leute nicht echt drauf abfahren würden, wärs zum Lachen.

So? Ist es beängstigend zu sehen, wie dünn die zivilisatorische Decke wirklich ist.

 

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14 thoughts on “Alles Verbrecher

  1. Ich gebe zu, das Thema macht mir doch mehr Sorgen, als ich bereit bin zuzugeben. Noch nicht mal so sehr die „sexbesessenen“ Flüchtlinge. Wie unlängst sehr treffend in einem Kommentar gesagt wurde: „In einer Menge von soundsovielen Menschen verbirgt sich immer ein gewisser Prozentsatz an Arschlöchern.“
    Und wenn nun gut eine Mio. Flüchtlinge hier in Deutschland aufgeschlagen sind und 99% davon okay sind, haben wir trotzdem die beachtliche Menge von 10.000 potenziellen Triebtätern in dieser Gruppe, dazu noch nicht breit verteilt, sondern konzentriert an wenigen Orten, nämlich den Flüchtlings-Camps und Asylanten-Heimen. Einfache Rechnung, einfache Tatsache. Ehrlich gesagt, mich wundert’s, dass nicht noch mehr passiert.

    Was mir mehr Sorgen macht ist diese sogenannte „Islamisierung“. Selbst mit der auf Maximum getönten rosaroten Brille komme ich trotzdem nicht umhin, immer wieder über diverse Presseartikel zu stolpern.
    Eben jene Artikel, die von Kitas berichten, die aus Sankt Martin ein Laternenfest machen. Oder von der Schulkantine, die das Schweinefleisch aus dem Programm nimmt, weil sich die Muslime beleidigt fühlen könnten.
    Nun sind diese Artikel ja mit Vorsicht zu genießen. Speziell der Berliner Vorfall mit dem angeblichen Weihnachtsmarkt-Verbot ist ein schreckliches Beispiel für die Meinungsmache der Bild-Zeitung. Die Senatorin hatte nämlich auf eine Frage nach dem Zuckerfest(?) und der damit verbundenen Ruhestörung weil so’n Fest ja Lärm macht, geantwortet, dann müsse man ja auch die Weihnachtsmärkte verbieten. Die Bild „rubelte“ das dann zu „Berliner Senatorin will Weihnachten wegen Moslems verbieten!“ um! Das ist so falsch wie ein Drei-Euro-Schein, aber wenn man diese Masche nur oft genug wiederholt, bleibt das hängen und irgendwann glaubt man es, weil man einfach keinen Bock mehr hat, sich ständig wehren und erklären zu müssen.

    Wirklich geschehen ist aber die Reportage über den Berliner Karnevalsverein (ja, et gibt auch Jecken in Berlin :-)), der seit Jahren versucht einen Faschingszug zu organisieren und vom Ordnungsamt Berlin tausend Steine in den Weg gelegt bekommt. Angefangen bei der Verpflichtung, für die sanitären Einrichtungen selbst sorgen zu müssen, die Polizei zu bezahlen, die das Ganze ja sicherheitstechnisch begleiten muss, bis hin zu der Auflage, ohne Musik (weil laut) und Konfetti (weil dreckig), und für die Straßenreinigung etc. müssten sie auch sorgen. Merkwürdig nur, dass der „Karneval der Kulturen“ vom selben Amt sämtliche Türen aufgestoßen bekommt, weil’s ja so schön multikulturell ist. Letzteres gibt die Schnepfe vom Ordnungsamt auch lächelnd im Fernsehen zu!

    Es sind nicht die Muslime, Randgruppen und Minderheiten, die mir Sorgen machen. Die stehen oft daneben, kratzen sich verwirrt am Kopp und fragen sich, ob wir noch alle Gurken im Glas haben.
    Was mir Sorgen macht, sind diese Sesselpupserinnen und -pupser, die an irgendeiner Schaltstelle, vorzugsweise eine Behörde, sitzen und diesen merkwürdigen „vorauseilenden Gehorsam“ entwickeln, damit auch ja jeder sehen kann, wie furchtbar toll-erant (extra mit zwei „l“ ) sie doch sind. Hauptsache, dem deutschen Eingeborenen kann man eine weitere Vorschrift um die Ohren hauen.

    Das macht mir Angst.

    Kleines PS und Gedankenspiel:
    Mal angenommen, der Zuzug wird nicht aufgehalten. Irgendwann sind die Ursprungsländer Syrien, Eritrea, Kosovo etc. dann doch menschenleer, oder?
    Und was passiert eigentlich, wenn der Prozentsatz an Muslimen in Deutschland eine gewisse Zahl (sagen wir spaßeshalber 50%) überschreitet?

    • Zunächst mal: Es sind 10.000 Arschlöcher. Keine 10.000 Triebtäter. Der Anteil an „Triebtätern“ dürfte verschwindend gering sein.

      Die Umbenennung von St,-Martins-Zug in „Laternenfest“ war ein einstimmiger Beschluß aller Eltern der Kita und hatte was damit zu tun, dass die säkulär waren und die Konfessionsbindung der Kita aufgehoben wurde.

      Das mit den sanitären Einrichtung betrifft nicht nur die Jecken. Das ist EIN Stadtbezirk in Berlin, der alle Massenveranstaltung auf *öffentlichem* Gebiet jetzt untersagt hat, weil die immer wieder außer Kontrolle geraten sind.

      Und du kannst wirklich nicht den Muslimen vorwerfen, wenn Behörden oder werauchimmer hohl dreht und in einer Art vorauseilendem Gehorsam oder falsch verstandener Rücksichtnahme Privilegien gewähren, die man anderen nicht zugesteht.

      Ich verstehe, dass dir das Angst macht – aber mehr Angst machen sollten dir Pegida und Co. die den Ungeist der NS-Zeit gerade ungeniert wiederaufleben lassen.

      Nein, auch wenn wir den „Zuzug“ (das ist eine vorübergehende Aufnahme in fast allen Fällen, die leute wollen wieder nach Hause, das habe ich aus allen Gesprächen entnehmen können) nicht „aufhalten“, werden die Herkunftsländern nicht menschenleer sein.

      Es werden immer Leute gehen, die nicht gehen wollen oder können. Und die, die fliehen, wollen irgendwann zurück – wieder aufbauen.

      Das würdest du auch wollen. Warum sollten Syrer anders ticken?

      • >> Und du kannst wirklich nicht den Muslimen vorwerfen, wenn Behörden oder werauchimmer hohl dreht und in einer Art vorauseilendem Gehorsam oder falsch verstandener Rücksichtnahme Privilegien gewähren, die man anderen nicht zugesteht. <> aber mehr Angst machen sollten dir Pegida und Co. die den Ungeist der NS-Zeit gerade ungeniert wiederaufleben lassen. <> Nein, auch wenn wir den „Zuzug“ (das ist eine vorübergehende Aufnahme in fast allen Fällen, die leute wollen wieder nach Hause, das habe ich aus allen Gesprächen entnehmen können) nicht „aufhalten“, werden die Herkunftsländer menschenleer sein. <> Es werden immer Leute gehen, die nicht gehen wollen oder können. Und die, die fliehen, wollen irgendwann zurück – wieder aufbauen. Das würdest du auch wollen. Warum sollten Syrer anders ticken? <<

        Hmm, den ersten Satz versteh' ich nicht. Wenn ich nicht gehen kann oder will, dann gehe ich auch nicht, schon gar nicht wenn ich nicht gehen kann. Denn dann kann ich ja nicht gehen. Und wenn ich nicht will, dann will ich auch nicht, also gehe ich da auch nicht… boah, hat jemand'n Aspirin?

        Okay, meine Meinung, was die Rückkehr betrifft:
        Ich glaube nicht, dass das so einfach sein wird, zumal es eine historische Parallele gibt. Die "Gastarbeiter" der 1950er und 1960er Jahre wollten ursprünglich nur für eine Weile hier in Deutschland sein und genug Geld verdienen, um sich dann in ihrer jeweiligen Heimat was aufzubauen. Doch im Lauf der Jahre hatte man sich natürlich eingerichtet, der Gedanke "irgendwann" wieder zurück zu gehen, war zwar immer noch da, aber verblasste nach und nach.
        (Quelle: Eine Reportage, die ich vor Jahren mal in der ZDFzoom-Reihe gesehen habe. Die obige Aussage stammt im Übrigen von einem, der mit der ersten "Gastarbeiter"-Welle hier in D. aufschlug. Aber bitte nagelt mich nicht auf Details fest, wie gesagt, es ist Jahre her, und mir ist auch nur diese Aussage im Gedächtnis hängen geblieben.)

        Das gleiche Phänomen dürfte m. E. auch für die Flüchtlinge zutreffen. Bis in Syrien wieder Ruhe herrscht, werden noch einige Hektoliter Wasser den Rhein runter fließen. Und selbst dann wird diese Ruhe nach meiner Einschätzung ähnlich "ruhig" wie in Afghanistan und Irak sein.
        Und mal ganz neutral überlegt: Wenn ich als Flüchtling anerkannt bin, eine Arbeit gefunden habe, die auch bezahlt wird, wenn ich zudem eine normale Wohnung bezogen habe und meine Familie bei mir ist, inklusive der Vorzüge wie Trinkwasser aus dem Wasserhahn, Heizung, Strom aus der Steckdose und eine zwar relativ marode aber trotzdem noch funktionierende Infrastruktur in den Städten – welchen nicht ideellen Grund sollte ich haben, das alles für ein zerbombtes Land aufzugeben?

        Und bevor jemand wieder falsche Schlüsse zieht: Auch das werfe ich in keinster Weise den Flüchtlingen allgemein oder den Muslimen im Besonderen vor. Warum auch? Denn ich würde in dieser Situation wohl genauso handeln und für mich und meine Lieben das jeweils Beste wollen.

        Und noch'n PS: Jau, es sollte nur eine kleine Antwort werden… jo sicher…

        • Hmpf, da hat das Internet die Hälfte vom Text geklaut und in der Korrektur knallhart die Zeit runtergezählt und mich rausgeschmissen :-(. Man sollte in einem HTML-sensiblen Textfenster keine „Größer“- und „Kleiner“-Zeichen als Eingrenzung für Zitate benutzen.
          Hier also das, was fehlt:

          Um es nochmal deutlich zu machen, weil es in meinem ersten Posting oben anscheinend nicht so deutlich war: Ich werfe „den Muslimen“ genau gar nichts vor und habe auch keine Angst vor dem Islam.
          Ich gebe aber zu, dass salafistische Vollpfosten mir ein gewisses Unbehagen bereiten, denn Radikale sind auch zu radikalen Taten fähig.
          Ebenfalls unbehaglich fühle ich mich in Gegenwart von diesen typischen Präkariatsangehörigen mit Migrationshintergrund und Goldkettchen, die einerseits „Allah“ rufen und den IS toll finden, andererseits aber gerne mal samstags in der Disco Wodka-Redbull saufen und Mädels in der Hoffnung auf ’ne schnelle Nummer anbaggern.
          Trotz Dialyse bin ich aber noch groß und stark genug, um nicht wirklich Angst haben zu müssen ;-). Und mit Islam und Muslimen hat das sowieso nix zu tun.
          Sorgen bereiten mir aber tatsächlich die Behörden und ihre „vorauseilenden Gehorsamen“. Denn das Amt hat eine nicht zu unterschätzende Machtposition in diesem Land und kann mit ziemlich vielen Steinen um sich werfen, wenn es dich auf dem Kieker hat.

          Zur Pegida: Dass Themen, die nicht „links“ eingeordnet werden können, automatisch „rechts“ sind und früher oder später das entsprechende Klientel anziehen, ist leider schon öfter vorgekommen. Leider tun die Medien da auch ihr Übriges dazu, denn so ein Skandälchen steigert natürlich ungemein die Verkaufszahlen, bzw. Klicks.
          Und leider ist es auch so, dass die Radikalen gleichzeitig auch die Umtriebigsten sind. Erinnert sich einer noch an die blonde Pegida-Mitbegründerin? In meinen Augen war die ungefähr so sehr Nazi wie ich Zehnkämpfer bin.
          Und auch hier wieder zur Verdeutlichung: Ich habe KEINERLEI Verständnis dafür, dass Gewalt ausgeübt wird, Asylantenheime angezündet werden und Facebook-Hater die Gaskammern wieder aufbauen wollen!! Das sind Kriminelle, die anhand des StGB verhaftet und verurteilt gehören.
          Für gefährlicher halte ich da schon unsere jetzige politische Elite, die aus bloßem Machterhalt heraus ein Bündnis mit der AfD eingehen wird, sollte diese in den nächsten Bundestag einziehen. Wie seinerzeit Von Papen mit Hitler paktierte, wird es neben schwarz-grün oder schwarz-rot auch ganz schnell schwarz-braun geben, und das ist nicht nur die Haselnuss…

          „Nein, auch wenn wir den „Zuzug“ (das ist eine vorübergehende Aufnahme in fast allen Fällen, die leute wollen wieder nach Hause, das habe ich aus allen Gesprächen entnehmen können) nicht „aufhalten“, werden die Herkunftsländer menschenleer sein“

          Öhmm, da fehlt wohl ein „nicht“ zwischen „Herkunftsländer“ und „menschenleer“, oder?

          • Die Salafisten *sollten* dir auch, genau wie die Grauen Wölfe und sämtliche faschistoide Bewegungen, gehörig Angst machen. Es sind Menschenfeinde und kleine Möchtegerndiktatoren, die hier am Werk sind – die braucht kein Mensch.

            Die Präkariatsangehörigen kenne ich übrigens in vieler Couleur. Manche rufen „Allah“, andere „SCHAAAALKEEE“ wieder andere finden es geil, sich nach Fußballspielen gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Proleten gibts überall. Das hat mit Allah wenig zu tun, sondern zeigt eher auf, das wir ein massives Problem auf dem Bildungssektor haben, das uns inzwischen auf die Füße fällt, weil diese halben Analphabeten jetzt erwachsen sind ohne reif zu sein. Seufz.

            Deine Anmerkung ist korrekt, ich habs gefixt 😉

        • Apropos Gastarbeiter:

          Sehr viele, die in der ersten Welle gekommen sind, sind auch heimgekehrt. Nur ist das nicht weiter aufgefallen, weil durch Familiennachzug weitere gekommen sind.. Mein Vater war einer der wenigen, die gleich mit Frau und Kind, nämlich mich als Kleinkind, „eingewandert“ sind. Meine Geschwister sind alle hier geboren. Viele meiner Onkel, haben das nicht gemacht und sind dann vor Sehnsucht nach Familie udn Kindern wieder heimgekehrt, nachdem sie sich ein wenig etwas zusammengespart haben.

          Und das „heimkehren“ ist gar nicht so leicht, wie ich und meine Geschwister festgestellt haben, die alle hier geboren sind, Als wir nach dem Tode meines Vaters in die „Heimat“ zurückkehren sollten. Denn „Heimat“ war für uns der Ort, an dem wir aufwuchsen und in die Schule gingen. Selbst das Umziehen in die Nähe von Verwandten von Baden nach Schwaben funktionierete nicht. Wir waren zu gutr hier inntegriet.

          Ich bin übrigens nach den Lehr- und Wanderjahren wieder in die Heimat nach Nordbaden zurückgekehrt. 🙂

  2. Was die Zahl der Muslime angeht. Kleine Zahlenspielereien.

    Derzeit sind weltweit 50 Mio. Menschen auf der Flucht. Die EU hat 507 Mio Einwohner. Selbst wenn wir alle Flüchtlinge aufnehmen *würden*, was wir nicht tun, weil die überwiegende Mehrzahl der Flüchtlinge sog. Binnenflüchtlinge sind (also innerhalb der Landesgrenzen fliehen) oder aber in die direkten Anrainerstaaten fliehen, wären wir noch nicht „muslimisiert“.

    Bei der aktuellen Flüchtlingswelle sind alle möglichen Religionen vertreten – Muslime, Yesidi, Christen… eigentlich einmal alle.

    Aber selbst wenn alle Muslime *wären*:

    Deutschland hat 80 Mio. Einwohner. Derzeit wohnen 4 Mio. Muslime in Deutschland. Wir nehmen dieses Jahr etwa 1 Mio. auf.

    Ich sehe diese Islamisierung nicht, die immer herbeigeredet wird.

    • Mal ganz abgesehen davon, dass es keine „Islamisierung“, wie immer diese auch aussehen mag, gibt, was wäre anders wenn bei uns nicht mehr das Christentum, sondern der Islam quasi Staatsreligion wäre?
      Keine Taler mehr durch Steuern an Kirchen. (jaja, eher unwahrscheinlich)
      Keine Taler mehr an Kirchen als Ausgleich für die Säkularisation.
      Atheisten bleiben Atheisten.
      Christen bleiben Christen.
      Muslime bleiben Muslime
      Juden bleiben Juden.
      usw.

      Also nicht viel anders als jetzt, außer dass vielleicht mehr Muezzine zu hören sind als Kirchenglocken.

      • Dazu kommt noch, das unsere Supermärkte sehr viel leerer wären, da die meisten Produkte hier halt nicht halal sind.

        Das was ich befürchte: Ich möchte weder eine christliche (die mich jede Woche am Sonntag in die Kirche zwingt) noch eine muslimische (die nachprüft ob ich ja kein Schweinefleisch oder Alkohol im Hause habe) Religionspolizei.

        Während die Christen so etwas nur in diversen Sekten (Neuapostolen, Zeugen Jehovas, Baptisten) haben, wer würde garantieren das Muslime (insbesondere Salafisten) nicht auf diese Ideen kommen?

        • Wenn sie radikal sind vielleicht, wenn sie es nicht sind, dann nicht.

          Aber es wird sicher nicht so weit kommen.

        • Das heißt, du hast relativ wenig Probleme damit, dass christliche Sektenpolizei die Heiligkeit ihrer Mitglieder prüfen und relativ wenig Angst, dass diese evangelikalen Sekten irgendwann hier übernehmen?

          Aber bei knapp 10.000 Salafisten befürchtest du, dass die eine Religionspolizei hier etablieren?

          Nein, das sind wirklich nicht mehr.

          • Hallo Tante Jay,

            ich oute mich mal: Ich bin offiziell noch neuapostolisch, gehe aber weder zu den Gottesdiensten noch zu anderen Veranstaltungen, habe keinen Kontakt mehr zu der Gemeinde seit 2008.

            Bislang bin ich weder von ihnen aufgesucht worden, und an meinem neuen Wohnort hatte ich weder Besuch von den Zeugen, noch von anderen Gruppierungen christlicher Kulör.

            Nun zu deiner Aussage: Nein, ich möchte beides nicht. Weder christliche Gesinnungspolizisten, noch muslimische. Auch keine veganen, feministischen, rechtsnationale und linksextreme.

            Ich möchte auch morgen noch in mein Schweinehacksteak beissen können und dazu Bier trinken, wenn ich das will. Und ich möchte dies im Supermarkt oder beim hiesigen Bauern auch noch kaufen können.

            Und, ja, ich befürchte, das es genügend, nicht nur die 10.000 Salafisten gibt, die uns unser freies Leben gerne verbieten würden, und wie wir am Freitag gesehen haben, da auch über Leichen gehen.

            Mal davon abgesehen: Den Versuch einer „Scharia-Polizei“ gab es hierzulande ja schon einmal.

  3. Irgendwie seltsam wenn auch immer die Zeugen Jehovas, Mormonen und andere Evangelikalen aus den USA hierher nach Europa kommen um zu missionieren und zu bekehren.

    Das es in Syrien und Irak auch fließend Wasser aus dem Hahn und Strom gibt will ich einfach mal so behaupten. Heizungstechnisch kenne ich mich in der Gegend auch nicht aus.

    Sicher gibt es Gegenden in denen die Verhältnisse eher bescheiden sind und die Leute damit auch zufrieden sind, aber sozusagen zu unterstellen das an der Grenze Europas die Infrastruktur 150 Jahre zurückfällt ist ja doch etwas gewagt.

    Schlechte Versorgung mit ohne Strom und fließend Wasser gibt es eher in den unterfinanzierten Flüchtlingslagern in den Anrainerstaaten wo oftmals Zehntausende Vertriebene feststecken, da ist es kein Wunder das die Leute da raus wollen.

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