Menschenhandel in South Dakota

Wir alle sind mit den Geschichten über die Native Americans aufgewachsen. Wir haben „Cowboy und Indianer“ als Kinder gespielt und wir bewunderten den „roten Mann“ für seine Ehre und seine Lebensart. Wir bauten Tipis, ja auch hier in Deutschland und ich kann mich dran erinnern, dass wir im Winter die Iglus der Inuit nachgebaut haben.

Unsere Sicht auf die „Indianer“ war geprägt durch Karl May. In Buch und in Film.

Doch die Realität ist soviel tragischer, soviel niederträchtiger und soviel bitterer als die romantische Vorstellung des deutschen Vielschreibers.

Eins der größten Reservate in den USA ist die Pine-Ridge Reservation in South Dakota. Der Name des Staates kommt nicht von ungefähr. Es ist eine Reservation für die Lakota-Indianer.

Pine Ridge ist eine der ärmsten Gegenden in den USA. Die Arbeitslosenquote beträgt 85% mit wenig Aussicht auf Besserung. Die Häuser sind halb zerfallen, denn es gib kaum Geld um sie instand zu halten. Fließend Wasser und Heizung im Winter sind für viele ein Traum.

Pine-Ridge grenzt an den Badlands National Park. Badlands heißt „Ödland“ – und daraus besteht auch die Reservation. Ein Trockengebiet mit wenig Wasser, die Leute können dort noch nicht mal ihre Nahrung selber anpflanzen.

Lest euch die Zahlen der Wikipedia durch, eine verzweifelter als die nächste.

Den Lakota wurde zielgerichtet und systematisch Sprache, Wertgefühl und Kultur genommen. Nein, nicht „genommen“ – geraubt. Sie wurden systematisch als Kultur vernichtet – und diese Vernichtung dauert an.

Bis heute.

Die Vernichtung einer Kultur gelingt nur dann, wenn man die Jüngsten dieser Kultur entfremdet. Wenn man sie systematisch aus den Familien holt, von allen original kulturellen Einflüssen „befreit“ und ihnen eine „Erziehung“ nach den „christlichen“ Wertmaßstäben „angedeihen“ läßt.

Und so ist es vielleicht kein Wunder, aber eine furchtbare, zerstörerische Realität, dass 60% aller Kinder, die sich im „Foster-System“ von South Dakota befinden, von Lakota-Eltern abstammen. Die Familien werden in zum Teil traumatischen Raids auseinander gerissen, mitten in der Nacht klingelt die Polizei und holt die Kinder aus den Familien und diese sehen sie nie wieder.

In South Dakota fallen solche Kinder unter „special needs“ Kinder, d.h. sie brauchen „besondere Behandlung“. Auf diese Art bekommen die Stiefeltern, bei denen die Kinder unter Kostenerstattung dann untergebracht werden, mehr Geld als wären es „normale“ Kinder.

Lakota-Abstammung als Behinderung? Ja, so sieht es das korrupte CPS-System in den USA wohl.

Die Stiefeltern unterliegen kaum einer Überprüfung. Und so ist der Anteil der Kinder, die brutal sexuell missbraucht oder auch körperlich misshandelt werden, ungewöhnlich hoch.

Fliehen die Kinder, werden sie von CPS zurückgebracht oder enden auf der Straße. Zu den Eltern können sie nicht zurück, CPS wartet nur darauf, dass sie dort ankommen und bringt sie sofort zum Vergewaltiger zurück.

Beschweren sie sich, enden die Kinder oft im Sarg – die Stiefeltern haben keine Probleme damit, die Kinder notfalls totzuschlagen und das als Unfall zu tarnen. Es sind nur Lakota-Kinder und wo das Kind herkam, gibts noch mehr. Ermittelt wird nur selten.

Die Eltern? Sie mögen nicht perfekt sein, aber wer ist das schon? Sie kämpfen mit Umständen, die manchen von uns zusammenbrechen lassen würden. Sie kämpfen gegen Armut, um das tägliche Überleben und um ihre Kinder.

Denn machen wir uns nichts vor: Diese Eltern lieben ihre Kinder. Die Art und Weise, wie CPS vorgeht, ist traumatisch für Eltern und Kinder, sie ist faschistisch und rassistisch und hat mit Rechtsstaat nichts mehr zu tun.

Diese Kinder werden zu Pflegeeltern gegeben weil sie Geld bringen. Viel Geld. Special Needs.

Und damit sind die Kriterien für Menschenhandel erfüllt.

Die Lakota kämpfen seit Jahrzehnten darum, diese Praktiken zu beenden, bislang ohne Erfolg. Pine Ridge ist das Armenhaus der USA und arme Menschen haben dort nichts zu fordern. Sie sind allenfalls Handelsgut.

Ich erinnere mich an meine kindliche Bewunderung und an mein Entsetzen, als ich „The Trail of Tears“ las. Ich erinnere mich an meine naive Liebe für Menschen, die so anders lebten, deren Kultur so anders war als meine.

Und mein Herz weint für die Lakota.

 

 

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Soziales

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6 thoughts on “Menschenhandel in South Dakota

  1. hab es gelesen und wollte es nicht so recht glauben, was dort steht.
    das die usa verkommen ist, nicht jeder der buerger, war mir bewusst.
    aber soweit, das haette ich nicht erwartet.

    • Das, was dort läuft, ist staatlich organisierter Menschenhandel. Übrigens auch in Schweden. Die Jugendämter können problemlos Kinder aus den Familien holen und sie in Pflegschaften geben. Die Eltern stehen unter strengster Kontrolle – die Pflegeeltern nicht. Jeder kann da Pflegekinder kriegen. Und das lohnt sich finanziell RICHTIG.

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