Fliegenfallen

Oh Mann, dieses Jahr ist ja Kehraus. Alle meine Helden aus der Kindheit verdünnisieren sich – oder die mit denen man aufgewachsen ist.

Ich weiß, das ist der Lauf der Welt, aber so gehäuft muss es doch nicht sein.

Sir Christopher Lee zum Beispiel.

Wie charakterisiert man jemanden, der an der Oberfläche so einseitig wirkte, aber so tief war, dass man ihn gerne kennengelernt hätte?

Lee wurde gerne auf Dracula oder Saruman reduziert – und man tat ihm damit bitter Unrecht. Christopher Lee war ein Mensch, so vielschichtig, dass er faszinierend war.

Der Mann hat in 280 Filmen mitgespielt – das sind verdammt viele. Und nicht alle waren „Der Herr der Ringe“ oder „Dracula“. Er war Musiker, ausgebildeter Opernsänger (was man der Sprache anmerkte, guckt euch mal HrR im englischen Original an, eine Stimme wie dunkler Samt).

Und im Alter von 90 nahm er 2013 noch eine Heavy Metal Platte auf. Kein Scherz.

Multilingual wie er war, sprach er unter anderem auch Deutsch.

Christopher Lee war nach allem, was man mitbekam, ein geradliniger Mensch. Ein Ritter, zu dem er auch geschlagen wurde. Ich kenne nur den offiziellen Christopher Lee, aber den hätte ich gerne kennengelernt.

Und jetzt Patrick Macnee.

Mit Schirm, Charme und Melone und einem verschmitzten Lächeln hat er die drei Engel für Charlie gemanagt.

Seriendarsteller und immer eine gewisse Aura um sich herum. Macnee hat man erkannt.

Nu is jut, ja? Ein paar brauchen wir noch hier unten.

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Soziales

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4 thoughts on “Fliegenfallen

  1. Die Helden der damaligen Jugend waren ja auch damals schon gestandene Erwachsene und nicht meist schon aus der Schule raus auf der Leinwand.

    Jetzt sind die Abstände zwischen der Werberelevanten Zielgruppe (14+) und den darauf abzielenden Schaustellern ja etwas geringer.

    Wenn da mal in 40 oder 50 Jahren einer aus beliebten Serien wie Berlin Tag und Nacht und Superstar friedlich davon geht, sind die Fans dann auch nur 5 bis 10 Jahre jünger und nicht mehr 20-30 Jahre Unterschied und es kommt nicht mehr soo überraschend.
    Wenn schon alle auf der Seniorenstimmung sind, kommt es ja nicht mehr so unerwartet das da die Skat- und Häkelgruppe allmählich kleiner wird.

    Wenn man selbst noch nicht erahnen muss das Gevatter Tod schon in der Ferne steht dann ist sowas dann halt immer plötzlich.

    Und machen uns wir nichts vor, so ein Leben wie Christopher Lee lässt sich schwer nachmachen in unserer Zeit.

  2. Zu Sir Christopher Lee: Der hat schon länger mit Metal zu tun. Er hat schon seit 2004 mit Rhapsodie/Rhapsody of Fire zusammen gearbeitet und es alleine dort auf ein halbes Dutzend Platten gebracht (Ja, er hat den Text eher eingesprochen als gesungen, trotzdem…)

    Jeder Mensch kann nur hoffen, dass er, sollte er Lees hohes Alter erreichen, ebenfalls noch so aktiv am Leben teil nehmen kann.

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