Fette Logik

*seufz* das Gewicht. Joah. Allerdings. Auch bei mir ein Problem. Zuwenig Bewegung, zuviel zu futtern. Alles in allem keine gute Mischung.

Da ist es leicht, wenn man sich sagen kann: „Ich hab schwere Knochen“ oder „ist halt hormonell“, was bei mir ganz sicher einen nicht unerheblichen Teil ausmacht. Oder „einmal Gewicht angefressen, bekommt man es nicht wieder weg, der Körper will das behalten“ (auch schon gehört).

Es gibt eine Bewegung, die das „Fatshaming“ verbieten will und im Grunde genommen sagt, dass es schön ist, wenn man übergewichtig ist, weil es zu einem gehört.

Ist eigentlich alles ziemlicher Bullshit.

Wer das mal genau aufgemetert hat, ist ems. Erzählmirnix. Comicschreiberin, trifft zielsicher immer auf das Schlimme  und hat nen ziemlich guten Kopf auf den Schultern.

Sie war auch übergewichtig. Kannte das alles. Und doch: Sie hats gepackt. Wie, hat sie beschrieben.

Und für das Buch mach ich doch gerne Werbung. Es räumt mit gängigen Mythen auf und sagt eigentlich nur eins:
„FDH und Bewegung“ – es gibt keine Wunderpillen, kein Wundermedikament oder ein Wunderhandauflegen. Ernährung ist: Was reinkommt muss verbraucht werden oder wird angespart. Und das „ansparen“ ist es, was wir nicht wollen.

„Fettlogik“, Nadja Hermann. Amazon Selbstverlag

So. Und wie komm ich jetzt von meinen 130 kg runter?

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17 thoughts on “Fette Logik

  1. Ich hatte mich auch schon mit meinen massigen Kilos abgefunden. Ich lese schon länger bei EMN mit und fand die Comics von ihr immer ziemlich klasse. Und dann begann sie, über das Übergewicht und die Fettlogik zu schreiben. Das hat mir doch auch ein wenig die Augen geöffnet.

    Momentan mache ich ein sehr interessantes Programm. Ein Arzt aus meinem Bekanntenkreis hat eine Kauschiene entwickelt, die einem beim Abhehmen hilft. Doof nur, dass die Schiene noch nicht von den Krankenkassen anerkannt ist, ich müsste die also selbst zahlen. Dafür hab ich nicht das nötige Geld. Also was tun?

    Mir kann trotzdem geholfen werden. Die Kauschiene ist nur eine Hilfe, die den Ansatz vom Doktor nur sehr viel einfacher macht. Man kann dies auch mit viel Disziplin schaffen. Und zwar ist der Trick, dass man jeden einzelnen Bissen mindestens 40 mal kaut. Auch Suppe, einfach alles, was man zu sich nimmt. So isst man automatisch langsamer und der Körper bekommt schneller das Sättigungsgefühl. Bei Essen soll man auch nichts trinken, weil dies den Speichel verdünnt, der gehört nämlich zur Vorverdauung im Mund und spielt auch beim Sättigungsgefühl eine Rolle.

    Natürlich gibts da noch ein Paar andere Sachen, die ich dabei beachten muss, aber das ist es im Großen und Ganzen. Und was soll ich sagen? Es wirkt. Ich habe vor sechs Wochen noch 125 Kilo gewogen, jetzt bin ich inzwischen bei 117 Kilo angelangt. Mit der Methode nimmt man im Schnitt ein Kilo die Woche ab. Das geht solange weiter bis der Körper das eigene Idealgewicht erreicht hat. Anfangs gehts natürlich viel schneller, aber bei mir zeigen sich schon erste Erfolge.

    Und was ist der Trick dabei: FDH! 😉 Nur dass man dabei nicht hungern muss. Ich esse dasselbe wie sonst auch, alles was mir schmeckt. Ich esse nur nicht mehr soviel davon wie früher, weil ich einfach mit weniger Essen satt bin. Das Essen hält auch sehr viel länger vor. Und auf Zwischenmahlzeiten habe ich einfach keine Lust mehr, ich brauche es nicht mehr.

    • Klingt gut, dem steht aber entgegen, dass Essen, was bei mir steht, auch weg muss. Ich krieg das nicht in den Griff. Wenn hier was steht muss es weg. Egal ob im Kühlschrank oder ich schon pappsatt bin: Wech.

      Und DAS muss ich in Griff kriegen, sonst wird das nix.

      • Oh ja, das war bei mir anfangs auch das große Problem. Als meine Freundin für eine Woche in Urlaub war, als ich gerade mit dem Programm angefangen hatte, hat sie mir einen vollen Kühlschrank hinterlassen. Und als sie zurückkam, war der kaum leerer. Da waren Sachen dabei, die ich früher einfach weggefuttert hätte. Aber ich hatte einfach keinen Bock drauf.

        Das ist ja die Krux an der Sache: unsere Erziehung und unsere Gewohnheiten. Wir sind es gewohnt, Berge an Essen zu kaufen, weil wir Berge an Essen verschlingen. Und man hat uns beigebracht, JA alles aufzuessen, weils sonst morgen kein gutes Wetter gibt. Es gehört auch dazu, diese Mechanismen zu durchbrechen. Und dazu braucht es Disziplin. Mir fiel es am Anfang auch schwer, das „gute Essen“ stehenzulassen.

        Was auch wichtig ist: Man muss einen Teller NICHT unbedingt leeressen. Wenn man satt ist, soll man die Mahlzeit sofort beenden, auch wenn noch was auf dem Teller ist. Man muss lernen, auf seinen Körper zu hören, wenn er die entsprechenden Signale gibt. Das ist am Anfang wohl am schwersten.

      • Eine Sache noch: Wenn man weniger Futter einkauft, spart man auch Geld.

        Was die Bewegung angeht, hat mir mein Doktor von zuviel Bewegung abgeraten, solange ich noch so fett bin. Da soll ich vorsichtig sein. Natürlich ist es gesund, rauszugehen. Aber Joggen und so ein Kram würde weniger bringen und mir die Gelenke kaputtmachen. Ein Spaziergang im Grünen ist aber immer drin. 🙂

        • Weniger kaufen ergibt ja irgendwie auch Sinn.

          Wenn man nur für 1-2 Tage was im Haus hat muss man ja auch dementsprechend öfter wieder raus um Nachschub zu holen.
          Also mehr Bewegung. Aber dann auch wieder mehr gelegenheit zu viel bzw. falsch zu kaufen.

          Die Zwickmühle bei mehr Bewegung ist ja auch oftmals die Selbsttäuschung „Ich hab mich mehr bewegt, jetzt hab ich mir das Essen auch verdient bzw. ich kanns/brauchs ja“.

          Ich hab auch nur eher was für 3 Tage im Kühlschrank aber immer Reserven rumliegen. Immer bissl mit dem Gedanken wenn mein Blutzucker in den Keller geht muss ich schnell was griffbar haben bevors mich umhaut und ich dann umkippe. Und das schnelle, sichere und haltbare Notfutter ist dann leider meist Süßkram und Co.
          (Randnotiz: kein Alte-Leute-Diabetes sondern das „jugendliche“ mit Insulin und entsprechend Unterzuckerrisiken)

          • nur für 1 – 2 Tage geht nicht. Weil ich nicht so oft rauskomme. Schaff ich einfach nicht.

            Ist aktuell nicht die einfachste Situation. Aber es wird. 😉

            • „Schaff ich einfach nicht.“
              Da wirst Du Dich überwinden müssen, auch wenns schwer fällt 😉

              Bewegung muss ja nicht immer gleich ausarten in Joggen, „Powerwalking“ oder ähnliches; man kann auch zu Hause n paar Übungen machen, n bissi lockern, n bissi anspannen, n bissi hüpfen oder auf der Stelle laufen.
              Da gibt es sicher was bei YouTube oder ähnlichen Plattformen. Und ganz sicher auch in verschiedenen Abstufungen, für untrainierte, bis hin zu Spitzensportlern.

              😀

              PS: Mein Weib und auch ihre Schwiegermutter machen eine Low-Carb-Diät, hilft auch was, wann man sich an den Ernährungsplan hält, sacht jedenfalls die Schwiegermutter meiner Frau 😉

              • Also dass Low Carb hilft, kann ich bestätigen. Das darf ich seit ’nem Vierteljahr für meine Freundin kochen. Ich selbst komme da noch nicht so gut ran, Essen ohne Reis/Nudeln/Kartoffeln ist mir immer noch suspekt. Aber da ich die Beilagen jetzt nur noch für eine Person koche, halte ich mich auch da zurück und so langsam wird das auch bei mir was. Ist halt ’ne periphäre Not-So-Low-Carb-Diät. 😉

            • Da hab ich es wohl etwas übertrieben formuliert 😉

              Natürlich mein ich nur die „verderbliche“ Kühlschrankware, bei der einem dann sonst immer unterkommt „Die muss ich jetzt komplett aufessen sonst wird die schlecht“. Das ist ja dann auch meist das schnelle und dafür fette/süße Essen.
              Die Packung Pudding oder die Frikadellen und Würstchen.

              Alles was so haltbarer ist muss ja eh erst zubereitet werden und bedarf Zeit und Handlung, da kann man ruhig etwas Reservemässig im Haus haben.
              Aber wie gesagt, wenn ich mitm Insulin mich verschätzt habe und dann auf der Stelle was reinschieben muss, dann fliegen die kcal auch nur so, weil dann muss was rein, und wenns die ganze Milka-Tafel ist.
              Das will ich mir nicht vorstellen dann noch mal schnell in den Laden hopsen zu müssen oder zu können.

              Wenn ich meinen Kühlschrank immer vollstopfen würde, würde ich auch nicht so oft „gezwungen“ rauszugehen und nachzulegen und dann wenn alles abläuft das große Fressen zu veranstalten.

              Aber wir haben ja alle viel zu reden, wenn es eine einfache funktionierende Lösung gäbe, wäre das ja Allgemeinwissen.

  2. Als Motivator zur Bewegung könnte Ingress (Game) was sein.

    Kann einen dazu bringen häufiger seinen Arsch nach draussen zu bewegen (bei mir hat es das gemacht).

  3. Ohje auch so die Fraktion die zu hören bekam „Kinder in Afrika würden sich über das freuen“ ? Ist ja so nach dem Krieg war das essen knapp und bei meinen Eltern auch kurz nach dem Mauerfall da wurde einem also iss was du hast eingeimpft.

    Mein Markt in meiner letzten Wohngegend, ein privater Edeka-aktiv, war keine 500 Meter entfernt also ideal für frisches Gemüse u.a. aus unserem Stadtgut. Das besondere allerdings waren die „Harz4“-wagen.
    Da das Auge mit isst war es einfach macht den Jagd und Sammelinstinkt auszutricksen in dem man den Wagen genommen hat welcher vielleicht 1/4 des Volumens eines normalen Wagens hatte. Wenn der Wagen voll war hatte man das Gefühl „ich bin gut versorgt“ ohne das man wirklich viel mitgeschleppt hat. Das gepaart mit nem Wochen Essensplan bringt schon was.
    Btw, kochen, das heist Gemüse schälen, rumstehen, rühren und schnuppern verbraucht auch Energie mehr jedenfalls als die Mikrowelle auf 4 Minuten und grillen zu stellen.

  4. Wie du dein Gewicht reduzierst, liebes Tantchen? Ganz einfach: weniger essen! 😉

    *und jetzt duck ich mich erstmal kurz weg*

    Du beschreibst es ja selbst – nur wenn man weniger an Brennwert aufnimmt als man verbraucht, wird das mit der Gewichtsabnahme was. Und ja, ich merke es auch selber – wenn du arg viel Streß hast, wird das eher nix. Laß es also locker angehen und setz dich nicht unter Druck.

    Das wird dann von ganz allein laufen, wenn du halt auf wenige Dinge achtest:
    – intensiver essen: also mehr kauen, langsamer essen, mehr genießen – nimm das Essen bewußt(er) wahr;
    – eigene Zubereitung: mache mehr als nur „rein in den Pott, rauf auf die Platte“ – also schälen, putzen, schnibbeln;
    – achte aufs Hungergefühl – esse also nicht, weil es 12 Uhr ist, sondern dann, wenn du Hunger hast;
    – achte aufs Sättigungsgefühl – ggf. mußt du deine Sensibilität dafür noch finden.

    Und denke halt immer, du kannst ja jederzeit wieder etwas essen. Also nicht den Topf leer machen, weil er ja noch zu einem Drittel voll ist. Lieber Gefäße anschaffen, in denen du einfrieren oder im Kühlschrank aufbewahren kannst.

    Und plane Zeit ein. Das dauert. Abnehmen ist ein langsamer Prozeß. Erzwinge die Kilo nicht – und plane auch Tage ein, an denen dein Gewicht mal nach oben geht (wenn du täglich wiegen willst, was ich persönlich als Quatsch empfinde, also das Wiegen). Das Gewicht pendelt.

    Und ja, das wird auch. Und willst du 130 kg loswerden – oder von 130 kg auf ein geringeres Gewicht runter?

    • Kann ich allem erstmal zustimmen.

      Ein Problem bei den Diätopfern ist ja auch immer, das maximale Reduzieren der Kalorien um möglichst schnell Kilos loszuwerden lässt den Stoffwechsel ja meist auf Krisenmodus schalten „Jetzt gibts nix, aber wenns wieder was gibt leg ich Reserven ohne Ende an“.

      Aber gut zureden ist ja immer einfach, das Tantchen hats ja nicht so leicht damit.

      Und @ednong:
      130kg abnehmen? Ich dachte das Tantchen fährt noch ab undzu Motorrad, mit 200 Kilo stell ich mir das schwieriger vor.

      • Das mit dem vielkolportierten „Krisenmodus“ und dem Jo-Jo-Effekt ist wohl eher ein Mythos.

        So funktioniert der Körper nun mal nicht. Der Jo-Jo-Effekt kommt eher von den einseitigen Diäten, siehe Brigitte und Co.

        Wenn man dann wunschgemäß x Kilo abgenommen hat, fällt man in alte Gewohnheiten zurück und hat das alte Gewicht dann auch fix wieder drauf – und mehr. Oft wird dann auch, wenn man das Gewicht reduziert hat, der Sport auch wieder eingestellt. Man hat ja das gewicht und brauchts nicht mehr.

        Daher dürfte der Jo-Jo-Effekt kommen, nicht von einem wie auch immer gearteten „Krisenmodus“ des Körpers.

        • Oh, naja dann bin ich wieder in die Halbwissen-Falle getrapst.
          Aber der Verstand gehört ja auch zum Körper, „Jetzt hab ich 5 Monate abgespeckt, jetzt kann ich mir aber die Torte gönnen“.

          Musste mich bis jetzt auch noch nicht ernsthaft mit Diäten selbst auseinander setzen, ausser halt um meinen Diabetes zu pflegen.
          Aber man wird ja auch nicht jünger und da siehts mit dem Energieverbrauch auch nicht mehr so toll aus.

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