Parteipolitische Strategien

Immer dann, wenns für eine Partei eng wird, tendiert sie dazu, sich zum Opfer zu gerieren. Das hat die FDP gemacht und aktuell die AfD.

*hust* okay, „Opfer“. chrhrhrhrhrhr.

Das war ne Drama-Dragqueen auf Speed. „Ich KANN so nicht arbeiten“ *handrücken an die Stirn* *ohnmächtig umfall*

Aufklärung gefällig? Vorsicht, dass strapaziert die Lachmuskeln.

Parteichef Lucke wurde ja im Zug von anderen Passagieren beinahe rausgeworfen und ziemlich angepöbelt. Der Mann ist Populist – der weiß eigentlich recht genau, wie sehr er polarisiert. Und dann muss man mit solchen Situationen, die man ja selbst hervorgerufen hat, nun mal leben (kleiner Disclaimer: Gewaltandrohungen gehen *gar* nicht – aber das ist klar soweit, ja?). Zufällig waren das Fans des 1. FC Köln – und jeder weiß doch: DER Verein schlägt niemanden.

So, stellt sich heraus: Überraschung. Zumindest der Landesverband Meck-Pomm kann das nicht. Die haben eine Reihe von Tweets abgesetzt, die Lucke verteidigen sollten. Und ein Facebook-Bild.

„Deutsche, kauft nicht bei Rewe“

Weil: Rewe ist Sponsor vom 1. FC Köln, dessen Fans haben Lucke rauswerfen wollen, also soll nicht mehr bei REWE gekauft werden. Bestechende Logik an der Stelle, gratulation Leute.

Nicht.

Der Shitstorm war erwartungsgemäß gewaltig, der Unglauben auch und andere Landesverbände haben einigermaßen fassungslos mal gefragt, was denn den Landesverband Meck-Pomm so reitet. Mein Tipp ist ja immer noch: Da ist nix zum Reiten. Weder Rückgrat, noch Eier, noch Hirn.

Und jetzt kam die „Auflösung“ des Landesverbandes Meck-Pomm. Die an Doofheit so abgrundtief dämlich ist, dass sie schon fast wieder genial wäre, wenn das Satire gewesen wäre. Isses aber nich. Die meinen das ernst.

Das „Deutsche kauft nicht bei Rewe“-Meme ist dann zwischenzeitlich gelöscht worden (Twitter-Diskussion bei Extra 3).

Mann, mann, mann, wir leben schon in einer verkehrten Welt. Satiremagazine machen bessere Nachrichten als die eigentlichen Nachrichtensendungen und Politik macht bessere Satire als die Satiremagazine.

Kann man sich doch alles gar nicht ausdenken.

 

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Soziales

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3 thoughts on “Parteipolitische Strategien

  1. Ach darum waren gestern soviele Leute bei Rewe.

    Hatte ja aber auch so ein bissl Geschmäckle wie „Kauft nicht beim dingens ein“

  2. Tja, damit zeigen die einmal mehr, wes´ Geistes Kind die sind – gerade in Meck-Pomm wundert mich das am allerwenigsten. DA biste ja schon fast links, wenn du CDU wählst. (Sorry, liebe M-Pler, es sind natürlich nicht alle braun an der Küste, aber es sind wohl doch recht viele.)

    OT: Ich hab mich die Tage köstlich amüsiert: Die Pegida hat hier in DD eine OB-Kandidatin aufgestellt, Tatjana Festerling. Die ist in Hamburg bei der AfD rausgeflogen, war denen wohl zu rechts….
    Jetzt stellt sich die Sachsen-NPD hin und gibt eine Wahlempfehlung für die ab, und empfieht auch der AfD, ihren eigenen Kandidaten zurückzuziehen und auch Frau Festerling zu wählen. Bachmann hat sich darüber (zumindest öffentlich) tierisch aufgeregt.

    Endweder sind die NPD-ler so strunzdumm, dass sie nicht mal mehr merken, wenn sie politischen Flurschaden anrichten, oder sie wollen die Pegida (Konkurrenz?) bewusst sabotieren. Das ist so peinlich, dass es schon wieder lustig ist.

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