Helden der Kindheit

Laue Sommernacht. Man sitzt am Kanal, zeltet. Die Weinbuddel geht rum, man hat Spaß, man ist nachdenklich. Man ist vor allem eins: Jung.

Im Hintergrund läuft per Ghettoblaster die unverwechselbare Stimme von Joe Cocker.

Es sind diese Erinnerungen an die Musiker meiner Jugend. Gott, das klingt alt, ich bin erst 45 und nicht 85. Und doch, Joe Cocker war in den 80ern jemand, den man auf Anhieb erkannte. Man hat sich über sein nicht vorhandenes Bühnentalent mokiert, er war kein Freddy Mercury der mit einer Eleganz über die Bühne tanzte, die ihresgleichen suchte. Wo Freddy die Leute mit seinem Charisma in der Hand hielt, tat Joe Cocker das mit seiner Stimme.

Ausdrucksstark und man hörte ihr jeden Whisky und jede Zigarette an, die sie aufnehmen musste.

Unchain my heart, You can leave your hat on, with a little help from my friends: Joe Cocker hat viele Coversongs gebracht und ihnen einen eigenen Touch gegeben. Und er hatte kommerziellen Erfolg damit.

Doch anders als Udo Jürgens verlor er die Bodenhaftung. Wurde Alkoholiker, stürzte ab und kämpfte sich mühsam zurück. Und blieb dort. Joe Cockers Leben war geprägt von dem Kampf den er gegen sich selbst führte.

Seinen letzten Kampf, den gegen den Krebs, hat er jetzt verloren. Joe Cocker starb heute an seiner langjährigen Lungenkrebserkrankung.

RIP Joe. Viele Flüsse hast du überquert. Diesen letzten jetzt ohne Wiederkehr.

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Soziales

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6 thoughts on “Helden der Kindheit

  1. Oh. Das habe ich über all den anderen Meldungen verpasst. Danke für den Hinweis. Helden der Kindheit, wie wahr.

    • Nein, leider wohl nicht. Die BBC bringts auch, und denen traue ich zu, bei sowas keine Falschmeldungen abzuschreiben.

  2. Gabs immer bei den Eltern, auf den weg in den Nordsee-Sommerurlaub, unvergessen zusammen mit vielen anderen Liedern – somit zwar nicht mehr direkt „meine“ Generation (30) aber trotzdem gute Musik und unvergessen … da kommen sofort Erinnerungen an viele schön „Urlauben“ und den Opel Kadett Kombi meiner Eltern hoch 😉

    Ich mochte es immer sehr wenn Pappi eine Kasette mit seinen Liedern in den Schlitz steckte!

  3. Mangelnde Bühnenpräsenz hätte ich ihm nie vorgeworfen. Es mag sein, dass andere mehr Show bieten, aber ich bin der Meinung, dass einige Künstler das nicht nötig haben. Sie wirken durch ihre pure Ausstrahlung.

    Nebenbei – ich habe mehr Respekt vor Menschen, die die Kraft gefunden haben, sich aus dem Dreck wieder rauszuarbeiten als vor solchen, die noch nie im Leben kämpfen mussten.

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