Verraten und verkauft

Mitgekriegt? Derzeit sind Gespräche im Gange, dass T-Online an den Springer-Verlag verkauft werden soll.

Hier ist die Spiegel-Meldung dazu.

Macht Springer jetzt also in Internetservices?

Nein 🙂

Es wird T-Online verkauft. Also das Internet-Portal mit den seltsamen Nachrichten plus evtl. der Email-Service, aber das steht noch nicht fest.

Wie sehr der Internet-Zugang in den Köpfen der Menschen jedoch noch mit „T-Online“ verschmolzen ist, sieht man an den Kommentaren drunter (die Comedy-Gold sind).

Beispiele? 🙂

Die Deutsche Bundespost war ein Staatsuntnehmen. Riesige Steuergelder wurden dafuer aufgewendet, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, inclusive T-Online. Und nun soll all das an eine rechte Medienfabrik verschleudert werden. Das ist doch pervers. Der Kapitalismus lebt!

Nietzsche ist übrigens tot.

Die allermeisten T-Online Nutzer sind gleichzeitig mit ihrem Telefonanschluß bei der Telekom. Wenn T- Online verkauft wird, besteht dieser Zusammenhang nicht mehr und es wird vermutlich eine Wechselwelle zu Lasten der Telekom geben. Wozu noch bei der Telekom bleiben, wenn mein Internet von Springer ist? Dann gehe ich doch gleich ganz zu einem anderen Anbieter, der obendrein meist noch etwas günstiger ist.

Das war ein Beispiel, wie man wirklich *alles* dürrnander mixen kann.

Wenn die Hälfte der…
…Internetzbenutzer bei der Telekom ist, ist das doch wohl ein Zeichen dafür, dass sie mit Telekom zufrieden sind. Uns geht es jedenfalls so. Wenn wir an Springer ‚verkauft‘ werden, sind wir Telekomkunde gewesen, auch mit Telefon. Es gibt hier einen sehr guten lokalen Anbieter, der wartet schon auf uns. Und die Telekommitarbeiter haben bei Springer keine gute Zukunft.
„Wer hat uns verraten…?“
„Telekomikaten“ (okay, musste sich irgendwie reimen. Und ist immer noch stimmiger als dieser Kommentar *g*)
Erst auf Seite zwei fangen die ersten „ähemähem, nicht gelesen oder was?“-Kommentare an. Und ab da gehts fröhlich rund.
Hach.
Zur Verdeutlichung: NEIN, die Telekom will natürlich NICHT den Internetzugang abgeben. Nur das Portal www.t-online.de verkaufen.
Und auch auf die Gefahr, dass ich jetzt verhauen werde: Das kann dem Portal nur guttun. Springer-Verlag dürfte da eine deutliche Qualitätsverbesserung im journalistischen Bereich sein.
Und ja, das meine ich ernst. T-Online ist tatsächlich so schlecht.
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Soziales

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6 thoughts on “Verraten und verkauft

  1. Mag ja sein,
    dass es dort Verbesserungspotential auf dem Portal gibt. Das muß allerdings nicht heißen, dass Springer das – ähm – ausreizen kann. Aber wahrscheinlich übersehe ich den Ironie-Tag.

    Dass die Leute das mit dem DSL-Anschluß nicht peilen – da hatte ich ja noch gar nicht geschaut. Oh man. Am schlimmsten finde ich die Übergabe des Email-Services. Denen würde ich die Daten ungern anvertrauen (hab auch noch irgendwo so eine Email-Adresse mit t-online-Anteil drin).

  2. Nunja, Das Portal haben die meisten ja eh nur drin, weil die die Telekomsoftware aufgespielt haben, obwohl das nie notwendig war.

    Denen die das eh nie benutzt haben, wird das am Arsch vorbeigehen und denen die das nicht besser wissen, wird der „Qualitätsunterschied“ nicht auffallen.

    Das einzige was mich stört, ist die derzeitige Bindung des Telekom-Anschlusses an eine T-Online-Mailadresse, was beim Verkauf ein deutliches Problem wäre.

  3. Schlimmer kann das Portal eigentlich nimmer werden, nicht einmal unter Springer. Und meine E-Maildaten … nun da habe ich meine Wahl für die zukünftige Weltherrschaft getroffen, der zukünftige Herrscher der Welt ist von mir aus Google. Grund? Ist doch eh alles dasselbe in grün und bei Google bleibt immerhin mein Online Postfachbereich von massiver Werbung verschont. Und solange Brain nicht zur Verfügung steht, muß man halt Kompromisse machen …

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