Impfungen und Autismus. Es hört nicht auf

Die MMR-Impfungen (Measles, Mumps and Rubella, also Masern, Mumps und Röteln) stehen ja seitdem der Betrüger Andrew Wakefield seine Studien veröffentlicht hat, im Verdacht, Autismus zu verursachen.

Der Verdacht ist lange widerlegt, aber er stirbt einfach nicht aus.

Aktuell kommt aus der Wakefield-Ecke ein ominöser Whistleblower, der angeblich „Daten befreit“ hat, die die CDC absichtlich unterdrückte und die beweisen sollten, dass nach MMR-Impfungen ein Anstieg des Autismus-Risikos von 340% besteht.

Die CDC ist sowas wie das amerikanische Robert-Koch-Institut.

Ich hab die CDC angeschrieben, aber, ganz Behörde, haben die sich nur auf die offiziellen Stellungnahmen zurückgezogen. Wie gut, dass es Snopes.com gibt, eine Webseite, die diese Behauptungen gezielt zerlegt.

Und so auch diese.

So nebenbei gesagt: Könnten die Leute bitte mal aufhören, Asperger und Autisten zu behandeln, als wären die Verbrecher?

Man wird als Autist oder mit Asperger geboren. Man kann das nicht erwerben indem man impft. Kriegt das endlich in eure Schädel rein. Darum kann man das übrigens genausowenig heilen, wie man „schwul“ heilen kann.

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Soziales

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13 thoughts on “Impfungen und Autismus. Es hört nicht auf

  1. *schmunzelt* Tantchen, diese Idioten hören nur: Autisten / Asperger? Das sind doch diese Psychopathen ohne Gefühle und Verstand. Daß es aber gerade die Gruppe von Menschen ist, die die Menschheit seit Jahrhunderten voranbringt, das können die Normalos nicht begreifen… „Es ist anders, also muß es eine Hexe / ein Zauberer sein. Holt die Mistgabeln und Fackeln, heute wird gefeiert…“

  2. Pingback: Markierungen 09/07/2014 - Snippets

  3. „Tatsächlich halten viele (fundamentale) Christen, hauptsächlich in den USA genau das für wahr … dass Autisten & Co seelenlos und Teufelsbesessen sind.
    Diese Leute haben wirklich Angst vor Autisten und mit Angst lässt sich gut hausieren.“
    Diese „Christen“ (vorgeblich ihre Meinungsmacher) benutzen alles, das „anders“ ist (als sie selber, versteht sich), um Unterschiede zu konstruieren und zu erhalten zur Erzeugung von Ängsten, da nur diese sich eignen, ihren an sich extremistischen Fundamentalismus in der „Mitte der Gesellschaft“ als „normal“ zu verstecken.

    Nicht zuletzt resultieren aus diesen Kreisen auch Rassisten wie der noch immer aktive KKK.
    Womit wir bei der irrigen Vorstellung der „reinen Rasse“ sind, die letztlich den Hintergrund für diese verquaste Sicht auf den Autismus bildet, obwohl wir seit 70 Jahren wissenschaftliche Erkenntnisse haben, daß es unter Menschen weder Rassen noch solche „reinen“ gibt und geben kann.

    Letztlich ist das aber nicht nur ein Problem der oder in den USA, sondern ständig auftauchendes Phänomen, wenn mangels Bildung und sozialer Sicherheiten wieder mal alles „Andere / Andersartige“ als „schuldig“ daran hingestellt wird.

    Authisten, Asperger usw. sind wie blaue Augen, rote Haare, gelbe Haut oder krause Haare Aspekte der vielfalt in der Biologie der Menschheit – dies so anzunehmen ist eine Frage des Bildungsstandes, auch und besonders in den USA.
    Das ist immer wieder in den Ring zu werfen.

    • Berta, leider ist autismus tatsächlich eine abweichung von der norm. dort sind verschaltungen im kopf einfach etwas anders gelaufen als beim durchschnitt. werden aber gerade diese veränderten schaltkreise in der richtigen weise gefördert, können sie erstaunliches zuwege bringen…

      nur begreifen das leute, die nur an satan und teufelszeug glauben nur bedingt. eben weil sie die größe ihres gottes übersehen.

  4. Dustbin, ich verstehe, was du sagen möchtest:
    Ja, bei Authisten ist etwas anders! Ja.
    Nur ich wehre mich aus gutem Grund gegen die Unart der Mechanisten, die in der Biologie (wie beim Flugzeug- oder Telefonbau) von „Normen“ reden.
    Normen sind nur Festlegungen von Menschen und nichts Natürliches, nichts anderes, und aus diesem Grund ist noch nie auf unserer Erde jemand Authist geworden.
    Die gesamte Natur, unser ganzes Universum basiert ausschließlich auf der Unterschiedlichkeit und deren Funktionen in den Wahrnehmungen und Erfassungen, gleich ob im organischen oder anorganischen Bereich.
    Wir sollten bedenken, daß auch wir nur Unterschiede (zum Vorhergehend bestehenden bzw. zum Vorhandenen) wahrnehmen können, andere Zustände können wir weder messen noch erfassen – Das ist das Prinzip, und – wenn Sie halt unbedingt wollen – als dieses Prinzip die einzigste (menschgemachte) Norm in der Natur, weil ein erkanntes Prinzip.

    Alles was uns umgibt ist irgendwo ein wenig anders, manches etwas mehr, und manches etwas seltener, länger oder kürzer, deswegen entsprechen sie alle diesem Prinzip.

    Nicht zuletzt ist das auch der belastbare Hintergrund für die universellen Menschenrechte und deren Forderung nach der Gleichwertigkeit.

    Die Tatsache, daß ein Organ(teil) fehlt oder anders beschaffen ist oder anders funktioniert ist lediglich die sicher unterschiedlich relevante Bestätigung der universellen Unterschiedlichkeit, aber niemals eine „Normabweichung“.

    Wo kämen wir hin, wenn ein Mensch den Menschen normieren dürfte, und wenn, müßte er zunächst bei sich anfangen und hätte damit allein bereits lebenslang zu tun, die ihm eigenen Differenzen auszumachen.
    Es kommt also darauf an, die (hier vor allem wesentlichen) Unterschiede zu sehen, sie zu finden und zu berücksichtigen, ja sogar zu nutzen.
    Asperger bzw. Authismus ist so letztlich in der sozialen Bewertung nichts anderes, als das sogenannte „absolute Gehör“ oder ähnliche seltene Erscheinungen, und „Seltenes“ ist eben biologisch betrachtet keine „Normabweichung“, soweit sich nicht ein Rassist dazu artikuliert, was sofort zu rügen ist.

    • Bertha, das ist, mit Verlaub, bescheuert.

      Natürlich gibt es Autismus. Natürlich gibt es Asperger. Und natürlich gibt es geistig behinderte unter den Autisten – das eine bedingt aber nicht zwingend das andere.

      Für mich *persönlich* rangiert Autismus noch unter dem Spektrum der menschlichen Emotionen, andere mögen das krankhaft sehen, ABER:

      Autisten haben auch spezielle Eigenarten, die es ihnen erschwert, in unserer Gesellschaft klarzukommen. Unser Leben funktioniert nun mal *so* und nicht anders. Und sich da einzufügen ist für „normalos“ schon schwierig – für manche Autisten, zumal, wenn sie noch sensitives Hören haben, nahezu unmöglich.

      Die können problemlos arbeiten. Aber Arbeiten in einem Großraumbüro bringt die an den Rand des Wahnsinns. Kreatives Arbeiten ist für viele unmöglich. Jobs, wo du Kreativität brauchst, kannst du oft vergessen, was das ganze limitiert.

      Die Liste ist endlos.

      Und solange unsere Gesellschaft so ist wie sie ist, ist die Einordnung von Asperger und Autismus als „Krankheit“ bzw. „Behinderung“ durchaus in Ordnung, weil so Hilfen möglich sind.

      Dass die Gesellschaft die Behinderung ist: Geschenkt. Wichtig ist, dass die Hilfen möglich sind und ankommen.

  5. Liebe Tante Jay,
    „Bertha, das ist, mit Verlaub, bescheuert.“ –
    das kann ich an keiner (!) Stelle finden.
    Und:
    Nirgendwo habe ich das bestritten:
    „Natürlich gibt es Autismus. Natürlich gibt es Asperger. Und natürlich gibt es geistig behinderte unter den Autisten – das eine bedingt aber nicht zwingend das andere. “ –
    oder solche Zusammenhänge hergestellt, wasw soll also deine Bemerkung??

    Falls das bei dir falsch angekommen sein sollte:
    Ich habe lediglich die „Normalität“ der Abweichungen in der Natur beschrieben, und dazu gehören auch diese.
    Du mußt das ja nicht teilen, aber zumindest könntest du bemerken, daß ich ererbte bzw. solche ab Geburt bestehende Veränderungen eben nicht als „NORMABWEICHUNG“ (dews Lebens) bezeichne, weil das rassistischer Käse ist, genau betrachtet.
    Mit NORMABWEICHUNG ist das mit Quelle für die von dir im Text beklagte miserable Auffassung mancher Leute zum Authismus, das dürfte doch wohl unstrittig sein.

    Ich schreibe mich seit vielen Jahren regelmäßig mit einem Asperger-Betroffenem, einem Schriftsteller, obwohl wir uns noch nie gesehen haben. Es gibt einen umfangreichen Austausch auch zu den eigenen innersten Befindlichkeiten, es ergab sich aus einer alten bloggerei so.
    Ich erlaube mir, die von dir als „bescheuert“ benannten Gedanken, die eigentlich aus meiner diesbezüglichen Korrespondenz rühren, nun mal direkt dem Mann anzubieten.

    Mehr kann ich zu deiner komischen Betrachtung, die so wenig zu dir paßt, leider nicht sagen, denn authistische Menschen haben es längst – zumindest in der aufgeklärten Welt – im guten Sinne – in die Mitte unserer Gesellschaft geschafft, teils mit hervorragenden Talenten und Fähigkeiten ausgestattet, über die wir uns immer wieder nur neu wundern können, teils aber auch verbunden mit sehr schwierigen eigenen Lebensbedingungen.
    Falls noch nicht bvemerkt:
    Ich habe dem Authismus nirgendwo den sozialen Charakter als Krankheit samt seiner zu leistenden gesellschaftlichen Unterstützung abgesprochen, sondern nur auf seine natürliche Herkunft verwiesen, das wirst du doch nicht vermischt haben?
    Behindert und bedürftig sein kann man mit diesen Merkmalen nur aus der kultürlichen Bewertung, nicht aus der natürlichen.

  6. Bertha, nimm bitte eins zur Kenntnis hier:

    Meinungsaustausch: Ja.
    Belehrungen: Nein.

    Du ziehst gerade das letztere. Was ich wie und mit welchen Worten sage, bleibt ausschließlich mir überlassen.

    Und es ist mir an der Stelle auch wirklich völlig wumpe, ob dir das gefällt oder nicht. Das muss es nicht.

    Um dir kurz in Erinnerung zu rufen:

    Mein Blog. Meine Hausordnung.

  7. Und wie es ein anderer Blogger immer sagt:

    > Wenn Dir Deine Meinung wichtig ist, mach ein eigenes Blog auf und schreib es da rein.

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