Warum Beschneidungen ein feministisches Thema sind

Ich habe es oft thematisiert:

Legalisiert man die Beschneidungen von Jungen, setzt man auch die Mädchen wieder an die frische Luft.

Ehrlich? Dass das aber SO schnell geht, hätte ich nicht gedacht.

Die weibliche Genitalverstümmelung wird in mehrere Gruppen mit steigendem Schweregrad unterteilt. Eine Ausnahme ist die FGM IV, die nicht die schwerste Form darstellt, dass ist die FGM III, die Infibulation. Die FGM IV umfasst alle Genitalmanipulationen an Mädchen und Frauen, die NICHT medizinisch indiziert sind und NICHT in in die Kategorien I – III passen.

Labiapiercing bei Babies würde zum Beispiel dazugehören.

Dies wurde geschaffen, weil es offenbar, man glaubt es kaum, tatsächlich Eltern gibt, die die Labien ihrer neugeborenen Mädchen piercen lassen würden.

Das war nicht strafbar, bis man die FGM IV eingeführt hat, genauso wie auch das Ohrlochstechen bei nicht einwilligungsfähigen Kindern nicht strafbar ist. Leider.

Und so haben wir jetzt die schizophrene Situation, dass jedweder nichtmedizinische Eingriff strafbar ist und mit hohen Strafen bewehrt ist, während man bei Jungen zwinkernd beide Augen zudrückt und sagt: „Nu kommt er ab, der kleine Schlingel“.

Die Schreie der Kinder werden nonchalant ignoriert, sie vergessen das ja schnell und es ist nur ein kurzer Schmerz. Geht ja schnell, dauert kaum länger als eine Viertelstunde, die kleine Operation. Und der Kleine ist sicher hinterher total dankbar, dass man ihm die knapp 5 Sek. tägliches Waschen erspart.

Ältere Kinder werden dann wenigstens unter Narkose operiert. Wenn sie Glück haben. Ansonsten gibts zwei kräftige Erwachsene und ne örtliche Betäubung. Ist ja nicht so, als könnte der sich großartig wehren, nech?

Natürlich hat die Bundesregierung alles dafür notwendige unternommen, dass die Mädchen weiterhin geschützt sind. In eklatanter Missachtung des verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Gleichheitsgrundsatzes hat man das Beschneidungsgesetz auf Jungen beschränkt.

Unsere Verfassung, bzw. das, was noch davon übrig ist, ist aber kein Gesetz nach Tageslaune. Und der Gleichheitsgrundsatz ist einer der Grundsätze, an denen sich jedes Gesetz messen lassen muss.

Und so gibt es Juristen, die im Hinblick auf den § 1631 d BGB die Form der weiblichen Genitalverstümmelung für rechtmäßig halten, wenn sie denn nicht mehr als FGM Ia umfasst. Vielleicht noch ein bisschen Ib. Wir wollen ja nicht so sein. Auf keinen Fall darf jedoch FGM II oder gar III angewendet werden. Aber IV wäre wieder in Ordnung.

Ich zieh mir das gerade aus der Hüfte? Schön wärs.

Das sind Vorlagen für den Deutschen Juristentag.

Liebe Feministinnen. Ihr seid doch sonst so laut da draußen. Könntet ihr EIN EINZIGESMAL in eurer Karriere die Jungen mit aufnehmen?

Solange nicht JEDE Form der genitalen Verstümmelung verboten ist, ist der Status der Mädchen allenfalls fragil. Und ja, ich weiß, dass ich jetzt unfassbar zynisch argumentiere, denn ich argumentiere, als hätte ich akzeptiert, dass die Schutzwürdigkeit eines Neugeborenen von seinem Geschlecht abhängt.

Willkommen in der deutschen Realität 2014.

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Soziales

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16 thoughts on “Warum Beschneidungen ein feministisches Thema sind

  1. Ich bin da ganz Deiner Meinung. Beschneidung beider Geschlechter gehört verboten, es sei denn, es ist medizinisch absolut notwendig, irgendetwas zu korrigieren.

  2. Ich habe (noch) die Hoffnung, dass die Gutachterin das bewußt setzt, um die Diskussion um dieses grundgesetzwidrige Gesetz wieder aufzumachen.
    Anderenfalls müssen wir darauf warten, dass eines der Opfer den Beschneider und seine Eltern verklagt, und den Staat wegen Beihilfe und Verletzung von Grundrechten.

  3. @Tante Jay
    „Solange nicht JEDE Form der genitalen Verstümmelung verboten ist, ist der Status der Mädchen allenfalls fragil. “

    Nicht nur aus dieser Sicht ist dieses Thema der Kindesbeschneidungen ein feministisches, es ist – wie das feministische Betrachten der Welt selber – ein naturgemäß in diesem Denken immanenter Teil, denn Feminismus, der sich nicht für Wohl und Recht von MENSCH interessiert, ist weder Feminismus noch beachtenswert. Frauen sind – nicht zuletzt, sondern zuerst – MENSCHEN.

    „Und ja, ich weiß, dass ich jetzt unfassbar zynisch argumentiere, denn ich argumentiere, als hätte ich akzeptiert, dass die Schutzwürdigkeit eines Neugeborenen von seinem Geschlecht abhängt.“
    Nein , genau das sehe ich nicht, du argumentierst in der Gesamtheit nicht für Junge ODER Mädel, sondern für KIND, und KIND ist und bleibt MENSCH.
    Siehe vorstehend …

  4. Es wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern, zumindest solange religiöse „Fundamentalisten“, ganz gleich, welcher Religion sie angehören, auch einen Funken dazu sagen dürfen, solange Juristen Körperverletzungen relativieren.
    Und dass eine spätere Klage Erfolg haben kann, wage ich zu bezweifeln, da greifen doch mit Sicherheit Verjährungsfristen…

  5. körperliche unversehrtheit, selbstbestimmungsrecht und andere aspekte der menschenrechte sollten schon reichen um jungenbeschneidung zu verbieten bzw nur noch in wenigen ausnahmefällen zuzulassen.
    leider wird diese aber als religiöses thema verstanden während mädchenbeschneidung anscheinend rein medizinisch/physisch betrachtet wird. anders ist es nicht zu erklären, dass diese beiden praktiken ständig miteinander verglichen und gleichgesetzt werden. jungen werden durch beschneidung in eine gemeinschaft aufgenommen. mädchen werden zu einem besitz ihrer familie gemacht. jungen sollen einen „schönen penis“ erhalten, der sie vor zurückweisung schützt, mädchen sollen niemals lust empfinden können. nur auf der medizinischen ebene sind diese eingriffe vielleicht vergleichbar und es zeugt von kulturellem desinteresse und unwissenheit wenn dieser massstab allein herangezogen wird, um die beiden gesetze zu beurteilen.
    natürlich darf jungenbeschneidung nicht legal sein – aber es bracht dafür eigene gründe und nicht weiter die verharmlosung von weiblicher genitalverstümmelung als „vergleichbar“!

    • Oh wow, alle Mythen und das komplette Derailing auf einen Punkt gebracht in knapp über 3 Sätzen. Schafft auch nicht jeder. Mit deinem Eingangssatz hast du übrigens Recht, ihn aber nicht weit genug durchdacht. Nehmen wir das doch mal auseinander:

      „Man kann männliche und weibliche Beschneidung nicht miteinander vergleichen. Bei Jungen sind es religiöse Gründe und bei Mädchen soll die Beschneidung die Lustempfindung abtöten und sie zu einem Besitz der Familie machen“

      Alleine die Antwort zu diesem Satz könnte ganze Bücher füllen – FÜLLT ganze Bücher.

      Die Vorhaut ist der männliche G-Punkt. Die abzuschneiden bedeutet, dass man das sexuelle Empfinden dramatisch reduziert. Das ist vom Empfindungsverlust her sogar fast schlimmer als die Entfernung der Klitoriseichel bzw. Klitorisvorhaut. Die ist von 8000 hochsensiblen Nervenenden bedeckt, die männliche Vorhaut enthält bis zu 20.000 – vornehmlich versammelt im Frenulum und gefurchtem Band. OBJEKTIV ist die Verstümmelung da. SUBJEKTIV gibt es viele Männer, die sie nicht so empfinden. Da klaffen bei Männern UND Frauen große Gräben zwischen objektiver und subjektiver Wahrnehmung (dazu gibt es eine gute Studienlage).

      Es wird übrigens auch von jüdischen Philosophen bestätigt, dass die Beschneidung das Lustempfinden abtöten soll. Moses Maimonides hat das ganz gut ausgeführt, lies dich da mal ein.

      Die meisten Leute setzen die weibliche Genitalverstümmelung automatisch gleich mit der FGM III – der Infibulation. Das ist in der Tat der Eingriff, der am zerstörerischsten ist, der oft tödlich endet und in der Tat eine eigene Kategorie erhält. Die überwiegende Mehrheit der Frauen wird aber nach der FGM Ia bzw. Ib beschnitten, genau die Form der Beschneidung, die Frau Hörnle wieder legal machen will und die von den Opfern vehement verteidigt wird. Weil es „reiner“ macht, nur ein kleiner Schnitt ist und religiöse Pflicht (bei Muslimen heißt dieser Eingriff „kleine Sunna“, etwa 90% der ägyptischen Frauen sind z.b. durch diese Operation gegangen). Auf den Philippinen gibt es die traditionelle dreifachbehandlung für Mädchen im Alter von bis zu sechs Monaten: Haare scheren, Ohrlochstechen, Beschneidung. Nein, keine Infibulation. Es wird die Klitorisvorhaut entfernt. Ältere Mädchen werden durch einen Nadelstich beschnitten.

      Die Mädchenbeschneidung läßt sich genauso aus Traditionen herleiten wie die Jungenbeschneidung. Sie ist auch in etwa genauso alt und erfolgt mit der gleichen Begründung.
      Im Judentum, wo die Jungenbeschneidung seit 4000 Jahren durchgeführt wird, wird „der Bund Abrahams besiegelt“. Versteh das richtig: Die Beschneidung ist NICHT Bedingung, um Jude zu sein. Jude ist der, der eine jüdische Mutter hat. Die Beschneidung dient dazu, den Jungen endgültig an das Judentum zu binden, ein Ritual der Inbesitznahme.

      Bei Muslimen, bei den Türken ist es die Sünnet, dient es ganz ähnlichen Zwecken, was auch logisch ist, ist die muslimische Beschneidung doch vom Judaismus übernommen worden wie vieles andere auch. Homophobie z.b.

      Das ist kein Derailing, die Einteilung in FGM I – IV habe nicht ich vorgenommen und HÄTTE ich auch nicht vorgenommen. JEDER nicht medizinisch induzierte chirugische Eingriff an Kindergenitalien hat verdammt nochmal zu unterbleiben. Das ist nicht der Familienpenis oder die Familienvagina.

      Der EINZIGE, der über Schnitt oder nicht Schnitt zu entscheiden hat, ist der Inhaber des Genitals und sonst niemand. Und solange er (oder sie) das nicht kann, haben die ERwachsenen sich da gefälligst rauszuhalten. In den USA wird das inzwischen von vielen Opfern als „Vergewaltigung“ empfunden, als sexueller Übergriff. Und sehe ich die Begründungen, die teilweise von den Müttern kommen, die auf der Beschneidung bestehen, neige ich dazu, dem zuzustimmen. „Ich mag beschnittene Penisse lieber, die sind hübscher“ ist ein klarer sexueller Übergriff auf den Sohn. Würde dasselbe ein Mann über die Vagina seiner Tochter sagen, käme er sofort auf die Anklagebank als „Kinderschänder“. Wie tief die kulturelle Bias in diesem Fall sieht, sieht man plakativ am Fall Waris Dirie. Selbst infibuliert, hat sie ihren Sohn beschneiden lassen und stolz erzählt wie schön der Penis aussah, als er „aufrecht stand“.

      Hinzu kommt noch ein weiterer Aspekt:

      Die FGM wird definitiv in Afrika NICHT ausrottbar sein, wenn wir die MGM nicht gleichzeitig mit bannen. In nahezu allen Ländern, die FGM praktizieren, wird auch die MGM beschnitten. Was gebannt gehört ist die HGM: HUMAN genital mutilation. Und es muss auch so benannt werden.

      Doch die Realität sieht derzeit sehr anders aus. Basierend auf völlig unzureichender Studienlage (betrügerisch darf man ja nicht sagen, ich empfinde die Studien allerdings so) puscht die WHO derzeit die Zirkumzision als HIV-Vorsorgemaßnahme in Kenia, Nigeria und Somalia durch. Sie tut das mit Millionenbeträgen, die in Aufklärung und Kondomen weitaus besser angelegt wären und wird hierzu von der Bill Gates-Stiftung unterstützt.

      Die HIV-Zahlen sprechen für sich. Sie brechen kurz ein, wenn die Beschneidungskampagnen greifen und danach gehen sie durch die Decke. Kunststück – man vergisst ja auch oft, den Leuten zu erzählen, dass es nicht ein entweder- oder ist sondern ein: UND.

      Entweder Beschneidung UND Kondomnutzung
      oder
      Intakt bleiben UND Kondomnutzung.

      Doch das erzählt man den Menschen dort nicht. Statt dessen geht man auf die Frauen zu und macht denen weis, dass ein beschnittener Mann sie nicht mehr infizieren kann und erhöht so den gesellschaftlichen Druck auf die Männer. Es gibt inzwischen Berichte über Kopfgelder, die die Beschneidungskliniken aussetzen. Lehrer fälschen die Einwilligungserklärungen, schnappen sich alle Jungs ihrer Schulklasse und fahren sie zur Beschneidung. Das betrifft derzeit in Kenia vor allem die Luo, die ein Stamm sind, der traditionell intakt bleibt.

      Ich zieh mir das nicht aus dem Arsch, ich stehe in Kontakt mit Intaktivisten in Kenia, die derzeit mit dem Rücken zur Wand gegen die WHO-Übermacht stehen.

      Das führt zur Erklärung, warum ich die männliche und weibliche Genitalverstümmelung miteinander vergleiche:

      Weil sie es sind.

      • Selbstverständlich ist eine Kindes-Genitalverstümmelung eine Genitalverstümmelung, egal wer sie an welchem Kind, Junge oder Mädel, und völlig gleich aus welchem Grunde, ausführt.

        Es scheint bei weltorganisatorisch tätigen Einrichtungen daher für uns „aufgeklärte“ Mitteleuropäer daher völlig unverständlich, wie solche doch vom „Weltgeist“ geleiteten Einrichtungen zur Erzeugung von Akzeptanz ihres Wirkens zu für uns zeitweise nicht verstehbare Ansichten kommen.
        Eventuell sollten wir wissen, daß es durchaus in den bewußten Ländern noch immer reichlich religiöse institutionelle Aktivitäten gibt, die vermeintlich gegen die Bescheidungen massiv aggitieren, mit der ewig kollonialen Begründung, daß diese doch „antichristlich“ seien, nicht der „westlichen Kultur“ entsprächen …

        Wer da nun gerade in solchen Ländern dabei ist, den Auswirkungen der westlichen Kolonialisierung samt Christianisierung endlich den großen Vogel zu zeigen und protestieren will gegen Vereinnahmung der eigenen Kultur durch den Westen, was macht der? Na?
        Der „protestiert“ mal eben mit der Propagierung der „eigenen“ Kultur, z.B. der Kindesbeschneidung …
        … gewissermaßen nun als „Waffe“ gegen die kulturelle kolloniale Verwestlichung.

        So verkehrt sich „gut Gedachtes“ schnell mal in „Schlecht Gemachtes“ zum Gegenteil des gemeinten Effektes:
        Die angeblich „traditionelle“ Kindesbeschneidung wird zur Speerspitze im „Kampf gegen westliche Kolonialisierung und kulturelle Vereinnahmung“.

        Man sende nun die WHO dort(!)hin, als „westlich“ geprägte und dominierte, um gegen die „Landeskultur“ der Kindesbeschneidung aufzuklären und wundere sich, wer alles denen weder zuhört noch folgen will, gewissermaßen als eigene Maßnahme gegen den „Kulturklau“ durch den Westen, der – wie es denen wohl scheinen muß – nur seine eigenen anderen religiösen Vorstellungen damit durchsetzen möchte.

        Solange in diesen (!) Ländern der Kampf gegen Kindesgenitalverstümmelungen mit solchen zynischen religiösen Begründungen betrieben wird, dürfte die WHO also in Nöten sein, für ihre Absicht ausreichend geeignetes Gehör zu finden, sind wohl schwierige „Umwege“ zu erfinden, um Raum zu gewinnen …

        • Oh oh, Bertha….könntest du dich bitte ein wenig in das Thema einlesen? Das ist nämlich von Vorurteilen deinerseits geprägt.

          Die WHO *propagiert* die Beschneidung der Jungen dort. Und das Ansehen ist so hoch, dass viele Frauen inzwischen unbeschnittene Männer ablehnen – weil die ja HIV verbreiten. In der Folge wächst der soziale Druck auf Männer, sich beschneiden zu lassen, ob sie wollen oder nicht.

          Das Problem ist der Widerspruch bei Mädchen- und Jungenbeschneidungen bzw. male/female.

          Mädchen ist verboten, Mädchen müssen geschützt werden. Jungen kann man problemlos der Prozedur unterziehen.

          Gleichzeitig wird aber auch „Gleichheit der Geschlechter“ propagiert.

          Und die Leute fragen sich durchaus, wo diese Gleichheit denn ist, wenn sie nur ein Geschlecht betrifft?

          Es geht dabei nicht um den Kampf gegen irgendwelche westlichen aufoktroyierten Vorstellungen.

          Soweit denken die meisten nicht. Es geht um Stammestraditionen, um das alte „hamwa immer schon gemacht, hat mir auch nicht geschadet“.

  6. Außerdem solltest du zur Kenntnis nehmen, dass die meisten Afrikaner inzwischen entweder christlich oder muslimisch sind, allerdings mit stark unterschiedlich gefärbten Ausprägungen und sehr oft in einem Mix aus Stammesreligion plus Christentum/Islam.

  7. Nun, Tante Jay, auch dir ist zu empfehlen, etwas genauer zu lesen, da sich letztlich (fast) kein Unterschied zeigt zwischen deinen vorigen und nachrigen Ausführungen zu den meinigen, bis auf die Zuweisung der Ursachen, die du nur zitierst, ich hingegen versuchte (die gleichen!), zu erklären.

    Was du da mit „Stamkmestraditionen“ abtust, sind heute oft nur vorgeschobene Argumente gegen die „Kultur des Westens“, die – aus Sicht dieser „Stämme“ – die Landeskultur mittels der Missionare (!!!), die bei der Genitalverstümmelung noch immer als wesentliches Argument das „Unchristliche“ daran allem voran betonen, und genau das reizte viele Stämme, sich dagegen mittels „Besinnung“ auf eigene Stammestraditionen (Beschneidungen u.a.) demonstrativ gegen die „Westkultur“ zu wenden.
    Selbstverständlich gehören dazu auch die Pseudotheorien zu HIV samt der männlichen Beschneidungstheorie dazu.
    Die „westlich“ orientierten religiösen christlichen Fanatiker haben es gründlich verdorben, indem sie die falschen (religiösen statt medizinischen) Argumente unter die Stämme gebracht haben und diese so zum Beharren gereizt haben.

    Für die meisten ist das also keineswegs das „beharren auf haben wir schon immer so gemacht“ (das ist ein alter Argumentationshut von wenig aktuell informierten Europäern), sondern nun ist das „Beharren“ sogar zum „Kampf gegen die westliche Kolonialkultur“ hochgespielt.

    Ist denn das so schwer zu verstehen?
    In diesen Regionen geht es längst nicht mehr um den Schutz des Kindes oder der Stammestradition, da wird global politisch argumentiert gegen West und dazu die Propagierung der eigenen „Tradition“ nur benutzt, fast wie Trotz ….
    Und das sowohl bei „Mix“ von Tradition und Religion wie auch bei rein einheimischen.

    Genau dieser Fakt hat es nun für längere Zeit gründlich vermasselt.
    Zu argumentieren ist also gegen die christlich-religösen Begründungen der Beschneidungsablehnung in diesen Ländern, um dort das Argument der „Verwestlichung“ ihrer Kultur zu nehmen, wenn es um das Beenden der Kindesbeschneidungen geht.
    Wie es aussieht, und das sollten wir dabei beachten, gibt es unzählige christliche „Hilfsorganisationenh“, die dort wirken (helfend missionieren), manche so, manche so, und manche eben unvertretbar …

    • Bertha, letzte Warnung. Lies richtig, hör auf, mir Dinge zu unterstellen die ich nie gesagt habe.

      Ich weiß ziemlich genau, wovon ich rede. Ich stehe in ziemlich engem Kontakt mit kenianischen Intaktivisten, wir tauschen uns regelmäßig aus.

      Was ich geschrieben habe, ist genau das, was ich aus Kenia zu hören bekomme.

      Was DU schreibst, sind deine westlich orientierten Vorurteile. So wie du glaubst, funktioniert Afrika aber nicht.

      Darum gibts ja da die Beschneidungstraditionen nach wie vor noch. Es sind Traditionen. Und außer in muslimisch geprägten Gebieten, wo in der Tat der Trotz gegen das westlich orientierte Christentum überwiegt, ist in den christlichen Gebieten Kenias genau das nicht der Fall.

      Hier implementiert die WHO die Genitalverstümmelung erst. Die Luo sind kein Stamm, der beschneidet, er wird aber gerade zu einem gemacht.

  8. Und hör auf zu schwurbeln – schreib gerade, verständliche Sätze. Dann eckst du vielleicht auch weniger an.

  9. Ich hab mal so einen Film gesehen. Stumpfe Schneidewerkzeuge, entsetzliche Schmerzen des Mädchens, das beschnitten wird. Natürlich auch Gezappel ohne Ende. Es mußte von zwei kräftigen Frauen festgehalten werden. Furchtbar.

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