Dem einen sin Uhl dem annern sin Nachtigall?

Vergebt mir den etwas schlecht nachgemachten Dialekt in der Überschrift.

Aber hier hätte ich einen Lesebefehl für euch. Die ganze Bigotterie des $ 1631d BGB auf einen Artikel heruntergebrochen.

Merke: Sexismus is nicht immer nur die Frauen.

P.S.: Nein, keine Tippfehler in der Zitierung des Paragraphen.

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23 thoughts on “Dem einen sin Uhl dem annern sin Nachtigall?

  1. Der verlinkte Blogtext fasst es wirklich gut zusammen. Da bin ich mal gespannt, wie die ganzen Juristen sich da wieder rausmogeln.

      • Das meine ich ja. Es dürfte nur immer schwieriger werden, das so hinzudrehen, dass es nicht diskriminierend wird. Dürfen die 12 Stämme dann nur die Jungs verprügeln, oder müssen sie zwangsweise die Beschneidung einführen? Wie man es dreht, es wird (noch) absurd(er).

        • Notfalls scheißt man auf die Diskriminierung und formuliert irgendwelche absurden Phrasen von Kindeswohl und Freiheit der Religionsausübung und münzt die Diskriminierung auf letztgenanntes um.
          Politiker machen das schon immer so, hier wird es also genauso laufen.

  2. Ich bin ja der Auffassung, dass in unserem Grundgesetz das Recht auf Religionsfreiheit den anderen Grundrechten untergeordnet gehört. Das schriftlich zu verankern, dazu hat aber niemand den Arsch in der Hose und es ist auch gar nicht gewollt. Religion ist im wahrsten Sinne des Wortes die heilige Kuh schlechthin, und so lange sich unser Land immer noch als ein christlich bewurzeltes versteht, wird sich daran auch nichts ändern. Die Trennung von Staat und Religion ist hierzulande immer noch eine Illusion.

    Die 12 Stämme als arme irregeleitete Sekte zu betrachten ist einfach. Denn wenn man es so belässt, dann braucht man sich mit der Kindeswohlgefährdung in anderen Religionen eben nicht auseinandersetzen und sich nicht der politischen Reibung stellen, die das mit sich brächte.

    Rechtfertigen lässt sich im Namen der Religion leider beinahe alles. Leider auch die Verbrechen gegen die körperliche und psychische Unversehrtheit kleiner Jungen im Namen des Islam oder Judentum (nein, Sexismus richtet sich in der Tat nicht nur gegen weibliche Menschen).

    • Aber Sturmfrau, es gibt doch kein „Recht auf Religionsfreiheit“, sicher menst du das Recht auf Glaubensfreiheit?

      Und dieses würde ich mir aus guten Gründen strikt verbitten, irgendeinem anderen Recht „unter zu ordnen“, da allein dies der Hintergrund für die erforderliche Trennung von Staat und Religion ist, die in D leider nicht gleichbedeutend als Trennung von Staat und Kirche durchgesetzt ist.

      Und wenn in einem Gebiet tausende Jahre und damit während der gesamten Nationen- und Sprachbildung das Christentum daran maßgeblich mitgewerkelt hat, kann das diesem historisch erwiesenem Fakt nicht einfach abgesprochen werden, da es sonst das Gleiche wäre, was wir der Kirche im Staat verwehren wollen: Bevormundung wider besseren Wissens.

      Die Frage ist vielmehr, WAS aus dieser „christlichen Verwurzelung“, die damit untrennbar auch eine jüdische wie eine achristliche ist, heute zu machen sein muß, mit und ohne Religionen, mit und ohne Glaubensbekenntnissen.

      Es kann nicht dem einen sin Uhl und dem anderen sin Nachtigall sein, ob 2 tausend Jahre Erfahrungen als Gewinn oder als altertümlicher Bleischuh für die Menschheit zu sehen und zu leben ist.
      Dieses ist grund(ge)sätzlich für alle verbindlich zu regeln.

      Und genau hier ist anzusetzen, als unser aller Uhl UND Nachtigall

  3. Was ich sagen wollte (ich will keine Haarspalterei um Begrifflichkeiten betreiben): Die Rechte, die Gläubigen aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen zugestanden werden, sollten an den übrigen Grundrechten gemessen werden und für den Fall, dass sie sie in Frage stellen (bzw. mit ihnen kollidieren), als nachrangig bewertet werden.

    Sie weisen zu Recht darauf hin, dass mir deshalb auch jemand meinen Atheismus verbieten könnte, weil er mit einem Grundrecht zusammenprallt. Die Religionsfreiheit allerdings „irgendeinem“ Recht unterzuordnen, hatte ich auch gar nicht vor. Ich sprach von den Grundrechten, die einen Kanon ethischer Grundsätze darstellen, auf die sich unsere Gesellschaft aus gutem Grund geeinigt hat. Dieser Kanon kann ohne jegliche religiöse Anlehnung existieren und tut es auch. Die Freiheit, zu glauben, was man will, stelle ich nicht in Frage. Ich stelle nur in Frage, dass jeder aufgrund seines wie auch immer gearteten Glaubens handeln darf, wie es ihm gerade in den Kram passt. Denn mit Religion und religiösen Gefühlen lässt sich alles begründen.

    Was die christliche Verwurzelung betrifft: Es waren in der Tat nur zweitausend Jahre. Wie maßgeblich das Christentum an was auch immer mitgewerkelt hat, spielt auch keine Rolle, denn es geht mir nicht darum, unsere Geschichte zu negieren. Vielleicht erklären Sie mir noch mal, was ich dem Christentum denn absprechen möchte? Mir erschließt sich das aus ihren Zeilen nicht so richtig. Ich würde nie so weit gehen, Christen vorzuschreiben, ihre eigene Religion als Bleischuh zu betrachten. Als ob das überhaupt ginge. Aber aus welchem Grund sollte man Menschen vorschreiben dürfen, das Christentum als mehr zu betrachten als einen unsere Geschichte prägenden Aberglauben?

  4. Also, Frau Sturmfrau, ich glaube an den Atheismus.
    Das ist mein Glaube.
    Glaube deshalb, da ich ihn ebensowenig beweisen kann, wie ein religiös Glaubender seine Gottheit beweisen kann.
    So sind wir, neben unserem insgesamt doch recht bescheidenem Wissen auf allen Seiten, in dieser Frage letztlich alle nur Glaubende, ohne in jedem Falle Gläubige zu sein.

    Da das konkrete Leben sich nicht in, am, um und mit dem jeweiligen Glauben (allein) vollzieht, jedoch überall sogenannte Werte und ethische Zielvorstellungen die Handlungen der Menschen prägen, erfolgt das nun mal unstreitig auch unter dem Duktus der jeweiligen Glaubensrichtungen, die ihre Spuren setzten.

    Wenn es nun mal fast 2000 Jahre in Europa und benachbarten Regionen nur jüdisch-christliche Glaubensmonopole gegeben hat, dürften deren Werte wohl bis hin zur Sprachbildung an der bis heute entstandenen Kultur in ihren positiven und negativen Erscheinungsformen das Nationen-building wesentlich (!) geprägt haben.
    Dies nur deshalb infrage zu stellen, weil man selber heutig anderen Glaubens ist, ist aus meiner Sicht nur peinlich und kein Argument gegen die geschichtlichen Fakten.

    Allerdings, falls Sie das meinen sollten, gebe ich Ihnen vollauf recht, wenn Sie einem nicht unwesentlichen Teil dieser so aus der jüdisch-christlichen Monopolität „ererbten“ Gepflogenheiten die Paßfähigkeit zur heutigen Zeit und deren Sinnhaftigkeit absprechen und meinen, daß es an der Zeit sei, auch andere Glaubenswerte maßgeblicher zur Gestaltung der Gesellschaft heranziehen zu müssen, dabei allerdings dann dafür sorgend, daß dies eben nicht nach dem Motto „was dem einen sin Uhl …“ sonder in gemeinsamen Streit letztlich einvernehmlich geregelt wird, so daß diesen dann grund(ge)setzlich wirkenden „Werten“ sich halt nicht jeder aussuchen kann, was „sin Nachtigall“ ist.

  5. Ich stelle nicht in Frage, dass die verschiedenen Religionen unseren Kulturkreis beeinflusst haben (und verhalte mich daher wohl zum Glück in Ihren Augen auch nicht peinlich). Ich stelle nur erstens das Ausmaß in Frage (und denke dabei zum Beispiel ebenfalls an unsere Sprache – die allenfalls von Latein geprägt ist, aber eher marginal vom Aramäischen – aber auch an die Färbung unserer vermeintlich christlichen Feiertage, die seinerzeit von Missionaren ganz bewusst auf heidnische Feste „aufgesattelt“ wurden).

    Zweitens frage ich mich, inwiefern der Einfluss der Religionen auf unsere Vergangenheit heute das Leben aller in diesem Staat bestimmen darf. Ich bin halt der Auffassung, nur das derjenigen, die es für sich privat so entscheiden. Das Private hört nur eben in dem Moment auf, privat zu sein, in dem ich jemand anderem damit schade (also gegen jemandes anderen Grundrechte verstoße). Dazu gehört meines Erachtens auch Körperverletzung am eigenen Kind. Unter anderem.

    Das Nichtvorhandensein von Glauben ebenfalls als Glauben zu bezeichnen, finde ich persönlich allerdings nicht passend. Ich bin in keiner Beweispflicht, dass es keinen Gott gibt, nur weil ich Atheistin bin. Die Existenz eines Gottes oder auch von Göttern lässt sich mit meinen persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen sowie meiner Weltanschauung nicht vereinbaren. Deshalb ist meine Einstellung aber noch keine Religion. Ich glaube nicht an den Atheismus, ich glaube im religiösen Sinn an gar nichts. Es ist schlichtweg nicht von Interesse für mich, ob es einen Gott gibt oder nicht. Ich muss nicht in Betracht ziehen, dass es einen gäbe. Er lässt mich kalt. Ich kann ohne Religion leben. Ich las anderswo erst neulich: „Nicht an einen Gott zu glauben, ist wie nicht zu glauben, daß es morgen Erdbeertorte regnet.“ Trifft es ganz gut.

  6. Ergänzung:
    1.“Das Private hört nur eben in dem Moment auf, privat zu sein, in dem ich jemand anderem damit schade“ – Nein, nicht nur beim Schaden, es hört auch dann auf, wenn es jemandem nutzt!

    2. „Zweitens frage ich mich, inwiefern der Einfluss der Religionen auf unsere Vergangenheit heute das Leben aller in diesem Staat bestimmen darf“ –
    Gar nicht, weil es das nicht kann, da das längst erfolgt ist und auch wir beide seit Geburt mit den Folgen leben.
    Es sind die Folgen, die wir nicht einfach als unnütz beseitigen können, da sie sämtliche (auch die modernsten) Normen und Werte des Zusammenlebens bereits geprägt haben, und ich werde einen Teufel tun, Menschenrechte und gesellschaftlich relevante Werte weg zu werfen, nur weil sie mal von MENSCHEN (nicht von Religionen) geprägt wurden, die religiös inspiriert oder dirigiert waren und das gern verallgemeinert hätten, in der Regel in bester Absicht und ehrlichem Glauben nach den bis dahin verfügbaren Erfahrungen, auch der Altvorderen!

    3. Religiös motivierte „Körperverletzung am eigenen (oder fremden!) Kind“ – sind nichts anderes, als vom tiefsten Mißtrauen in die eigene Religion bestimmte Missionsversuche, um auf diesem Weg bereits das werdende noch unmündige Leben mit der eigenen Religion für dessen gesamtes Leben zu markieren, gewissermaßen sicherheitshalber unentfliehbar falls das „Kind mal geraubt“ werden sollte, auch wenn das erwachsene Wesen später anders denkt und entweichen will. (Körperliche) Beschneidungen sind nichts anderes als Missionsversuche in die Zukunft hinein zur Befriedigung des religiösen Gewissens der Beschneidenden, sie sind jedoch nicht „die Religion“.
    Spätestens seit der Anerkennung psychischer Verletzungen als Körperverletzung wäre theoretisch auch die KINDES-Taufe dazu zu zählen, denn sie erfüllt auch nur den zuvor genannten Zweck.

    4. Was du sagst, kannst du EBENSOWENIG (gleichartig und gleichwertig) nachweisen, wie religiöse Menschen das Ihre.
    Es ist nicht die Frage, ob etwas als „Glaube bezeichnet“ wird, Wenn etwas (nur) geglaubt werden kann, also lediglich Glaubbar ist, dann ist das SO zu sagen.
    Darüber hinaus hast du wohl etwas in meinen Text hinein gelesen, was dort nicht steht:
    Niemand hat behauptet, Glauben sei Religion (ein Lexikon hilft)
    Es gibt jede Menge Glauben ohne Religion, aber keine Religion ohne Glauben, in diesem Fall eingeschränkt auf Göttliches etc.
    Wenn ich als atheistischer Mensch nicht an einen Gott glaube, so muß ich mir gefallen lassen, daß ich genau das eben (nur) glaube – denn woher sollte ich es wissen (können)?
    So wie du dich äußerst, gibst du ein komplettes Glaubensbekenntnis ab, oder willst du uns erklären, das sei ein Wissensbekenntnis? Die dir genehmen erfahrungsbedingten Vermutungen?
    Übrigens nochmals:
    Du darfst dich durchaus davon lösen, das ein guter Glaube etwas mit Religion zu tun haben muß, denn wenn du einem Partner die Treue zusagst, tust du (und der auch) das immer nur „im guten Glauben“ – aber mit Sicherheit auch ohne Religion.
    Auch „Wissen“ ist nur das hohe Zutrauen an Etwas, also letztlich Glaube an das Wissen.

    5. Last not least ist zwar des einen Gott nicht unbedingt des anderen sin Uhl und aller Uhl nicht eines jeden Gott und gelegentlich auch für Gottfreie ein Uhl manchmal nicht mehr als ein Gott, „mein Gott“, wer hat das nicht schon alles selber mal erlebt oder beobachtet, und manchmal dabei sogar auch an Nachtigall gedacht

    Fazit:
    Das gottfreie Leben muß nicht unbedingt auch „gottlos“ gepredigt werden

  7. Sie bringen Ihrerseits zweierlei durcheinander: Glaube und Glauben.

    Jeder kann eine Menge glauben (im Sinne von Nicht-Wissen). Ich glaube zum Beispiel, dass die Sonne auf der anderen Seite der Erde ist, wenn Nacht ist und ich sie nicht sehe. Wissen kann ich das nicht, weil ich noch nie ein Raumschiff bestiegen und mir das aus einiger Entfernung angesehen habe.

    Dass ich das glaube, heißt noch nicht, dass ich an etwas glaube. Glaube an etwas bedeutet etwas anderes als Nicht-Wissen. Bringt mich zurück zur Erdbeertorte. Sie nicht, das habe ich schon verstanden. Der Hinweis auf das Lexikon ist übrigens überflüssig (und wie ich finde auch ganz schön herablassend).

    Aber wir müssen diesen toten Gaul auch nicht weiter reiten. Ich teile einfach Ihre Meinung nicht.

  8. Während ich etwas sortiere, sind Sie bemüht, künstlich Unterschiede zu konstruieren, die, sollte es sie tatsächlich geben, derart nebensächlich bezogen auf das Thema sind – frast nur um etwas „anders“ zu meinen?

    Jeder Glaube und jeder Glauben heißt zugleich (!) „nicht wissen (können)“, ein „Lexikon hilft“ (was so nicht überheblich zu verstehen sein kann).

    Und etwas „zu wissen“ heißt, an dieses Wissen zu glauben, mehr aber auch nicht.

    Und wer da etwas einteilen möchte in die Arten, etwas zu glauben, täte gut daran, Vorstehendes zunächst zu akzeptieren, da sonst der Umgang mit diesen Begriffen ins Leere greift.

    Streng genommen gibt es keine Atheisten, sondern bestenfalls nur Agnostiker, was wissenschaftlich betrachtet heißt, daß auch der Atheist sich in seinen eigenen Vorstellungen von „Glauben“ und „etwas glauben“ bereits derart (ideologisch?) verfummelt hat, daß er nicht einmal mit Sicherheit behaupten (!) kann, daß er glaubt, an „nichts zu glauben“, da er auch das nur glauben kann.
    Bezogen auf religiösen „Glauben“ (an „höhere“ resp. „göttliche“ Wesen und deren „Steuerung der Welt“) ist die Frage heute weder so noch so entscheidbar sondern nur glaubbar.

    Im Zuge der modernsten wissenschaftlichen Erkenntnisse (CERN) schält sich heraus, daß es sehr wohl etwas gibt, das für die Beschaffenheit, das Werden und Vergehen in unserem Universum „zuständig“ bzw. „verantwortlich“ ist, nur es ist kein „Höheres“ oder „göttliches“ Wesen, sondern es sind naturgesetzliche Informationsprozesse als Bestandteile unserer Materie, die Art, Struktur, Beschaffenheit und Veränderung in komplexen Systemen prägen.
    So kann man sehr wohl „wissen“, wo die Sonne jeweils steht, Voraussetzung ist lediglich der feste Glaube an die Wahrhaftigkeit von verbürgtem Wissen.
    Nur das geht hier zu weit, außerdem meinen Sie ja:
    „Toter Gaul“
    Für mich nicht, zumal Sie ihn mehr geritten haben, als ich.

    Und ob ich nun atheistisch oder agnostisch lebe und denke, das bestimmt weder ein Laien-Lexikon, noch ein Atheist, noch ein Agnostiker – sie sind alle befangen in ihren eigenen Denkgirlanden und haben damit genug zu tun, diese mal zu lüften.
    So ist, im Sinne des blogthemas, „min Uhl“ halt der praktizierte Atheismus, der sich dennoch mit seiner Nachbarschaft durchaus sinnvoll beschäftigen will und kann, wem das auch alles im Sinne einer etwas bemoosten Vorstellung nicht passen mag, und das ist zugleich auch „min Nachtigall“

    • Ach ja, die Berta wieder – klugscheißen kann se ganz gut, aber einfach anerkennen, dass auch n anderer richtig liegen könnte, das geht nich.
      Wenn ich ein gemeiner Mensch wäre, würde ich Berta als „Troll“ bezeichnen wollen; bin aber kein gemeiner Mensch 😉

    • Spätestens jetzt wiehert das arme Tier definitiv nicht mehr.

      Ich muss nicht recht haben, liebe Frau Brahmer. Ich habe aber den Verdacht, selbst wenn ich Ihnen zustimmte, wären Sie irgendwie nicht zufrieden. Falsch liegen doch immer die anderen. Nun denn…

  9. Dann danken wir uns einfach gegenseitig, daß wir beide (!) keine „gemeinen Menschen“ sind.
    Du solltest aber nicht gleich jeden, der eine (eigene) Meinung hat, als Klugscheißer hinstellen, besonders nicht, wenn er dabei, offensichtlich gefestigt, bleiben will, sonst müßtest du genau das gleiche Verfahren auch auf deine Aussagen anwenden, und dann?
    Was wärest dann du?
    Meist gibt es mehere gangbare Wege, nicht jeden muß ich mir aneignen, aber anhören / anschauen möchte ich sie mir schon.

    • Im Gegensatz zu ihr, der Berta, bin ich durchaus in Lage, meine Position zu überdenken und Fehler, falls ich welche mache, einzugestehen.
      Denn auch das ist in einem Dialog (ich verweise auf den Thread „Unsere Rechte“) angezeigt.
      Aber das ist eine der Sachen, die Berta allem Anschein nach nicht zu tun gewillt ist.
      Aber hey – klugscheißen und andere abbügeln geht ja auch – nur das hat dann mit Diskussionskultur nicht mehr viel gemein.

  10. „Aber hey – klugscheißen und andere abbügeln geht ja auch – nur das hat dann mit Diskussionskultur nicht mehr viel gemein.“

    Gut, nun habe ich eine Vorstellung, was Sturmfrau nicht als Diskussion(skultur) begreift.
    Das teile ich nicht. NUr weil der Begriff „Kultur“ verwendet wird, ist damit keinesfalls festgelegt, daß alles gerundet daherzukommen hat. Kultürlichews heißt lediglich Menschgemachtes, und damit ist noch lange nicht gesagt, wie.

    In einer Diskussion geht es ausschließlich um das Finden und Feststellen von Unterschieden, von Dissenz (!), und nicht um gegenseitige Beweihräucherung, daß man da wieder mal überall einer Meinung sei, das reicht leider nicht.

    Es kann also geäußert werden, was will oder was kommt, in der Erwiderung ist stets nach der Alternative zu suchen, nach Ergänzungen oder nach innewohnenden Widersprüchen.

    Wer diese – übrigens unter Wissenschaftlern völlig unbestrittene – Methode als „Undiskussion“ begreift, benötigt diese nicht, da er bereits „alles weiß“, er kann sich in den Sessel lehnen und die Augen schließen, die Vögel zwitschern trotzdem.

    Diskutierende sind Suchende oder eben keine Diskutierenden.
    Wer sich in Diskussion mit Widerspruch Unterschied beleidigt fühlt, der sucht nicht, sondern der will finden lassen.
    Disskussion erfordert Anregung, irgendwie muß die chose in Gang gesetzt werden.
    Diese wichtigen Impulse liefern heute viel fleißige blogger, und ich werde mich hüten, etwas das mir nicht zusagt als „Troll“ zu beschimpfen.
    Die Trollbeschimpfung ist meist falsch, da bereits das Verständnis von Troll nicht dem eigentlichen Wortstamm entspricht und es allgemein üblich ist, den „mit der anderen Meinung“ einfach aus Lahmheit als Troll abzuqualifizieren, damit man sich nicht etwa mit ANDEREM auch noch denkend beschäftigen muß.
    Bestenfalls können Sie einen (echten) Troll (der diesen Trollvorgang anstelle der Sachdiskussion zum Ziele hat) mit dem mittelalterlichen Hofnarren vergleichen, der sich meist als aktiver Informationsmotor, Hinweisgeber, Ausgleichförderer und Bildungsfachmann erwiesen hat, wie wir wissen.
    Wer sich also durch straffe Erwiderungen „abgebügelt“ fühlt, muß sich wohl auch fragen, ob er sich nicht eher als „erwischt“ fühlen könnte.
    Das betrifft auch mich, um es mal auszusprechen.

    Allerdings durchdenke ich meine Position in der Regel, bevor ich schreibe oder rede, und damit auch ggfs. dabei die Erwiderungen Anderer.
    Sie sehen, ich durchdenke durchaus laufend auch meine Position, und das Ergebnis erlaube ich mir mitzuteilen, was ist daran schlecht?
    Oder erwarten Sie etwa, daß in einer Diskussion einem anderen zuliebe jemand seine gewonnenen Ansichten aufgeben soll?
    Das würde ich so bisher nicht annehmen.

    Sie dürfen sich erregen, das ist ihr „Recht“, und meines wäre es auch, das zu fördern, gelegentlich – so geht es zumindest mir immer wieder – wird gerade erst im Aufeinanderprall der Sichten und Standpunkte die Klarheit gewonnen, die geeignet ist, seine Sicht noch nachhaltiger zu vertreten – oder sie zu verwerfen, aber eben erst dann mit Gewinn.

    Im Gegensatz zu einigen Kommentatoren habe ich – trotz des Versuches deutlicher Artikulation – bisher nicht einen einzigen beleidigt oder brüskiert, während mir dagegen hin und wieder mal so an die persönliche Beleidigung gedachte Anwürfe geboten werden, wie das mit dem verfehlten Trollverständnis und der Rechthaberei bis hin zum Vorwurf des Überbügelns. Was ich schon mal erwähnen darf:
    Einschließlich des Hinweises, daß unser Diput in dem „Rechte“-thread in der gesamten Wikipedia durchgängig gleichartig widersprüchlich diskutiert wird – dazu wäre dann der Diskussionsteil u.a.m. ebenfalls zu lesen.
    Das kann doch sein, ich halte das aus, ich bin keine Mimose und rechne auch nicht damit, hier solche zu treffen.

    Blog ist weder Prosa noch Lyrik und tut niemandem weh, kann aber diesem oder jenem etwas mitteilen.
    Blog ist sowohl „dem einen sin Uhl“ wie „dem anderen sin Nachtigal“.
    Sorry, wenn hier etwas zu lang, zu deutlich oder nicht konkret genug gesagt wurde, ich möchte mich bessern, in alledem, und betrachte nicht einen einzigen Partner als „gebügelt“, weder „über-“ noch „glatt-„.

  11. Da hat sich doch glattweg jemand Meinung geleast, das ist so schön bequem, und noch dazu von einem bezahlten Feuilletonbeitrag.
    Nur Big Al, ich werde mich hüten, gleiches mit scheinbar Ähnlichem zu vergelten und hier unter
    http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Geschichte_von_Big_Al
    schlicht auf die Geschichte von Big All zu verweisen, die findet jeder, der einen PC einschalten kann, alleine, so, wie auch z.B. Berta gegoogelt werden kann.
    Offenbar meinst du, den „armen“ Lesern hier zeigen zu müssen, daß man etwas googeln kann – dieser Meinung bin ich nicht.

    Und deine aus einem Printmedium geleaste Trollsicht machst du damit zu Trollerei, denn Geleastes ist nach Gebrauch zurück zu geben oder zu bezahlen, eigene Meinung nicht, doch diese ist von dir noch nicht zu sehen – DAS allerdings ist dann schon Trollerei erster Güte, du folgst damit deinem Zitat, lies mal nach, nur wozu?
    Oder bist du ein geübter Schmähkommentator? Dann wird sich das zeigen. Schmähen ohne Substanz halte ich allerdings weder für „sin Uhl“ noch für „sin Nachtigall“, sondern für ungekonnte Versuche, ohne Mühe Einfluß zu verbreiten.

    • Bertha, das ist nicht dein Blog, es ist meins. Und da du hier offenbar schon als Lusru getrollt hast und jetzt mehr als genug Chancen hattest, dich hier vernünftig mit Kommentaren zu beteiligen:

      Du bist raus. Auf wiedersehen.

      Verzeihung. Das war missverständlich: Auf NIMMERwiedersehen. Ehrlich. Sowas brauch ich nicht wirklich.

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