Künstler bei der Arbeit

Der Mann in der heutigen Zeit hats nicht leicht. Seit Mario Barth wissen wir, dass das Wörterbuch Deutsch-Frau/Frau-Deutsch ungefähr 4 m dick ist und man(n) doch nix verstehen kann.

Aber lasst euch nicht unterkriegen, Männer. Es gibt professionelle Frauenversteher die euch helfen.

Die Pick-Up Artists.

Das sind Männer, die mittels tiefschürfendem psychologischem Einfühlungsvermögen jede, aber auch jede Frau dazu kriegen, dass sie mit ihnen nicht nur flirtet sondern bereitwillig in die Kiste hopst. Gerüchten zufolge schaffen die wirklich versierten es sogar, lesbische Frauen zu bekehren. Die brauchten halt doch nur einen richtigen Mann.

Die Fachsprache ist wirklich tricky.

Die „Roofblaster“ sind zum Beispiel nicht, wie ich erst angenommen hatte, die Aufforderung zum Stalken („Baby, du gehst jetzt mit mir aus, sonst blaste ich dein roof über die Wupper“) sondern tatsächlich die Hammer-Tipps, wie man jede Frau rumkriegt. Einige sind so revolutionär, dass es ein Wunder ist, dass man(n) da noch nicht drauf gekommen ist.

Zum Beispiel das hier – völlig neu. Man hätte sowas doch schon früher mal sagen können:

Candle Light Dinner

Ihr kocht ihr Lieblingsgericht (wenn es etwas leichtes ist, ansonsten Erdbeeren 🙂 ) verpackt es gut damit es auch warm bleibt. Besorgt ein Paar Kerzen, eine Decke, Besteck (haha) und eben was feines zum Trinken.

So, dann mal schön in nen Park gegangen. Bei Dunkelheit natürlich. Decke raus, Kerzen angezündet, sie mit ihrem Gericht überrascht und danach….. noch unterm Sternenhimmel -> FC.

Geht natürlich bei jeder Jahreszeit. Je kälter, desto dicker die Decke und mehr KINO.
(by Compass)

Erdbeeren kochen. Jede Frau schmilzt doch geradezu dahin, wenn sie mit Erdbeermarmelade bei Kerzenlicht bestochen wird. Hätte das doch mal jemand früher herausbekommen. Ich hätte mir die endlosen Idioten erspart, die mich mit irgendwelchen Platitüden zugemüllert haben. Endlich ein richtiger Mann.

Und so richtig apart finde ich diesen Tipp hier:

Abgesagte Überraschung

Einfach mal bei ihr auf der Arbeit auftauchen, oder wenn sie fragt ob ihr euch treffen könnt nein sagen weil blabla und blablubb und dann vor ihrer Haustür stehen. 🙂
(by pacino)

Blabla und blablubb. Genau. Das ist die Form tiefschürfender Unterhaltung, die Frauen wünschen. Das hat eine randomisierte Doppelblindstudie unter 5.000 Barbiepuppen ergeben. Alles andere überfordert uns sowieso nur.
Auch sonst sind die Kategorisierungen der angehenden Pick-Up-Artists endlich mal etwas, was man lange vermisst hatte.

Männer, guckt euch die Liste an und guckt wo ihr steht. Sonst seid ihr demnächst alle AFCs. Und die sind wirklich nicht liebenswert. Laut Pickup-Forum ist ein AFC:

AFC
Average Frustrated Chump. Ein „nice guy“. Ein Typ der keine PickUp skills hat und meistens keinen close hinbekommt. Er tendiert dazu um Zuneigung förmlich zu betteln indem er Sachen tut damit sie ihn mag und nicht weil er sie mag. Dieser Typ baut kaum attraction auf und ist dazu verdammt in der Friendzone zu landen und ein LJBF zu bekommen. Die nächste Stufe wäre ein rAFC.

Man achte auf die dezidierte Fachsprache. Die ist wichtig. Vor allem, um strafrechtliche Konsequenzen zu vermeiden, wenn man durch den Bitch Shield bricht.

bitch shield
Zickiges Verhalten von Frauen, um nicht ständig angesprochen zu werden. Frauen legen einen Filter auf um die Typen auszufiltern, die nicht die Eier in der Hose haben und sich davon ihr Game zerstören lassen. Meist steckt hinter einem BS nur Unsicherheit oder schlechte Laune.

Denn wie jeder Pick-Up Artist weiß: Wenn eine Frau „nein“ sagt, ist das ihr Bitch Shield. Sie meint eigentlich ja. Greift zu, Jungs. Greift zu.

Wie wird man nun ein verifizierter Pick-Up Artist?

Ganz einfach. Das erklären wir dir in einem Buch, dass es im Sonderpreis für nur 28,50 Euro gibt. Gerne bieten wir auch Personality-Kurse an.

Du kannst nicht lesen? Kein Problem.

Für weniger als 500 Euro gibt es ein Wochenend-Seminar der aus dem AFC einen Verführer macht, den die Welt noch nicht gesehen hat.

Und wahrscheinlich auch nie sehen wollte.

Robin hat auch was dazu. Und ich seit heute ne neue Kategorie.

 

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Soziales

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10 thoughts on “Künstler bei der Arbeit

  1. Muhahahaha…. Ich bin schon ganz heiß bei diesen Tipps… Gaaanz neu, ehrlich…. Sofort in die…

    Ähm. wait.

    Heiß wird mir gerade, weil ich vor Lachen meinen Kaffee über mich gekleckert habe… Aber sonst…. m(

  2. Die Typen gab es schon zu „meiner“ Zeit und vermutlich schon immer, damals nannten sie sich nur noch nicht so. Das Traurige ist, dass die tatsächlich ein ziemlich beschränktes (im doppelten Wortsinne) weibliches Klientel haben, bei dem sowas zum Erfolg führt, was sie gern dahingehend interpretieren, dass alle anderen genauso sind und nur noch nichts von ihrem Glück wissen.

    Aber das ist nicht das einzige Phänomen, bei dem man gern in unkontrolliertes Dauerfacpalmieren ausbrechen möchte vor sich hin jammernd, dass das doch eigentlich gar nicht sein kann ….
    … doch, kann es, leider.

  3. Und ich sag‘ noch, lasst uns bei der Zellteilung bleiben, aber nööö, es mussten ja unbedingt zwei Geschlechter werden… 😉

    Leider hat mich meine Erfahrung gelehrt, dass man mit den Attributen „nett“ und „lieb“ bei der holden Weiblichkeit nicht sehr weit kommt. Denn ehe man sich’s versieht, mutiert man zum „besten Freund, mit dem man über alles reden kann“. Und bei denen lädt frau dann gerne mal allen Alltagsfrust ab, weil man ja so verständnisvoll ist und gut zuhören kann usw.
    Die Chance, mit diesem Status eine heiße Liebesnacht mit der Angebeteten zu erleben, ist irgendwo im Promillebereich angesiedelt, eine Flasche Alkoholfreies hat jedenfalls mehr.

    Und irgendwann nach Monaten oder gar Jahren des Martyriums gesteht mann dann seine Gefühle und erntet neben einer Art Abscheu und Ekel auch noch den Vorwurf, dass man damit diese doch so tolle Beziehung zerstört habe.
    Wenn man nicht schon vorher irgendeinen Testosteron-Schleuderer vorgestellt bekommt, der gerade gestern den aufrechten Gang gelernt hat und mit den Worten „Zieh dich aus, isch lieb disch, isch schwör, Alde“ in wenigen Tagen das klargemacht hat, was man in mehreren Monaten nicht geschafft hat.

    Mein feministisch brain-washed Hirn schreit zwar schmerzerfüllt auf, ich bin aber geneigt, meinen Hut vor diesen PickUppern zu ziehen. Es wird zwar wohl nicht für dauerhafte Beziehungen reichen, aber verdammte Hacke sie ham Spaß!

    • Hmpf, man sollte Artikel lesen, bevor man sie kommentiert…

      Was aus meiner Sicht gar nicht geht, ist, mit psychologischen Tricks aus reinem „Sport“ andere Menschen zu manipulieren und damit mental zu zerstören. Und da isses wurscht, ob das Opfer männlich oder weiblich ist. Das ist ein No-Go in meinen Augen.

      Insofern: Streicht den letzten Absatz. Wie im Artikel der Gast bei elitepartner schreibt: „„Bevor ich zu so einem manipulierenden, frauenverachtenden A… werde, verzichte ich lieber.“

      Dem kann ich mich nur anschließen…

      • Naja – der „Sport“ dürfte da bei den meisten eher horizontal ablaufen.

        PUAs bedienen sich durchaus einiger psychologischer Tricks, kommen damit aber anscheinend auch „oft genug“ durch, um ihr Ziel, jemanden flachzulegen, zu erreichen.

        Und die Tricks selbst sind weder gut noch böse – es kommt darauf an, wie sie angewendet werden.
        Ich bin in einem Blog über monogame Beziehungen zum ersten Mal auf PUAs gestoßen. Dort werden einige Kniffe aus der Trickkiste umgekehrt verwendet, um eine bestehende Beziehung zu stabilisieren – besonders für uns Betamännchen, die glauben, mit nett alleine käme man weiter.

        Von dort auch eine schöne Definition für PUAs:
        „In case you were reading between the lines and thought I was saying PUA were ‚fakes‘, the answer is ’not exactly‘. PUA are like Stand Up Comedy – planned routines and very fun, but after an hour, it’s over.“
        (http://marriedmansexlife.com/2010/01/pua-game-vs-married-game/)

        Genau das muss man dabei wahrscheinlich auch bedenken:
        PUAs „arbeiten“ meistens in einem lockereren Umfeld (Kneipen, Discos, …), wo sie auf viele Leute treffen, die selbst Leute treffen wollen (wenn ich alleine sein will, gehe ich nicht tanzen). Entsprechend hoch ist dort natürlich aber auch die Konkurrenz – und daraus folgen verschiedene Strategien. Wenn ich als Frau in einer Disco alle 20 Sekunden von irgendwem angebaggert werde, würde ich vermutlich auch grundsätzlich erstmal ablehnen und schauen, wer sich denn vielleicht etwas mehr Mühe gibt als die 200 Vorgänger heute abend (= bitch shield) … entsprechend sehen dann die Gegenstrategien der PUAs aus.
        Entsprechend hoch ist aber auch die Auswahl: „Wenn die nicht will – dann halt die nächste.“ Für’s Bett ist das relativ egal.

        PUAs haben auch nur Erfahrungen zusammengetragen, was in dieser Umgebung funktioniert und was nicht. Warum sollen sie jetzt also irgendwas machen, was nicht funktioniert, nur damit sich irgendwelche Leute nicht manipuliert fühlen? Letzten Endes ist es schließlich noch immer die Entscheidung der Dame, ob sie nach im Schnitt sieben Stunden mit in die Kiste springt oder nicht – oder ist es der holden Weiblichkeit zu viel abverlangt, ihnen die Konsequenzen ihrer eigenen Entscheidungen aufzubürden?

        Ich als Nicht-PUA (oder wie sie das gerne nennen: AFC) sehe das allerdings ziemlich gelassen: Frauen, die wenige Stunden, nachdem sie ’nen Kerl in der Disko kennengelernt haben, bereitwillig auf ihn draufspringen, halte ich für nicht vertrauenswürdig genug, um mit ihnen eine langfristige Beziehung oder gar Ehe einzugehen – insbesondere unter den geltenden Unterhalts- und Umgangsregelungen. Da schaue ich mich lieber im Alltag um, wer mir angenehm auffällt.
        Ein netter Nebeneffekt: Im Alltag braucht es keinen Bitch Shield. Da ist ein „nein“ auch wirklich ein „nein“. Das erspart unnötiges Nachbohren – und das bedeutet, dass man sich bei einem „ja“ auch mehr Zeit zum kennenlernen lassen kann.

        Sollte man in der Friendzone landen, kann man noch immer schauen, ob man mit ein paar PUA-Kniffen eine Neudefinition der Beziehung forcieren kann. Dazu muss man bereit sein, die Beziehung ggf. komplett zu verlieren – in sämtlichen Friendzonefällen, die ich bislang gesehen habe (inkl. meiner eigener), sind der Abbruch solcher Beziehungen allerdings kein Verlust, weil sie ohnehin sehr einseitig gegen den in der Friendzone steckenden gelagert sind.

        Und wenn man doch mal eine bestehende Beziehung an einen PUA verliert: So weh es in dem Moment tun mag, aber Glückwunsch: Jemand hat dich vor einem großen Fehler bewahrt. Such dir wen, der treu ist.

  4. Wenn man nicht drüber lachen könnte, müsste man eigentlich weinen. Also lachen. Wenn mir so ein Exemplar einmal über den Weg läuft und sich nicht von dem Ring an meinem Finger und dem Mann, der dann wahrscheinlich in meiner Nähe steht, abschrecken lässt, werde ich das auch definitiv machen. Bis dahin muss ich wohl damit glücklich werden, Über-Dreißigjähren in WoW die Neuigkeit zu verkünden, dass es bei ca. 95% der Gesprächsthemen absolut keinen Unterschied macht, ob man mit einem Mann oder einer Frau redet, und dass er deswegen keine Angst haben muss, sich mit einer Frau zu unterhalten. Abgesehen davon, dass ca. 95% der Frauen, die ich kenne, es auch nicht wirklich schätzen, wenn sie folgenden Gedankengang des Gegenübers schließlich nachvollziehen können: „Hm, das ist eine Frau. Sie ist single. Sie ist in meinem Alter. Ich könnte also eventuell theoretisch möglicherweise mit ihr Sex haben, aber der Gedanke macht mich so nervös, dass ich mich jetzt nicht mehr mit ihr unterhalten kann.“ *facepalm*

    Wenn Männer und Frauen tatsächlich Wesen von verschiedenen Sternen wären, die nicht miteinander kommunizieren können, dann wäre die klassische Paarbeziehung nicht seit ein paar tausend Jahren en vogue. Und ich wünschte mir, die Leute würden aufhören, solchen Mist zu verzapfen.

  5. Dieses Geschäft funktioniert ja prima – Männer haben damit Erfolg, weil sie so ihr mangelndes Selbstwertgefühl überspielen können, und so Kontakte anbahnen können.

    Und Frauen geraten an solche Männer, weil sie wegen ihres fehlenden Selbstwertgefühls nicht „Nein“ sagen können.

    The world is a stage, and all are badly rehearsed – genau das macht authentische Menschen aus, die man letztlich mag. Ich hätte sogar Angst vor Menschen, die man mit so simplen Tricks verführen kann.

  6. Ich habe erst in letzter Zeit so einige Erfahrungen machen können, wie junge Leute heute emotional so ticken. Und da macht mich einiges traurig.

    Mir kommt es häufig so vor, dass junge Erwachsene garnicht mehr wissen, wie echte Liebe aussieht, weil sie nicht in der Lage sind, sich anderen Menschen zu öffnen. Junge Menschen sollen einfach nur noch funktionieren, so dass da die Entwicklung der Emotionen auf der Strecke bleibt. Nur noch das Konkurrenzdenken zählt.

    So kommt es, dass viele junge Menschen eine gute Beziehung nur noch über Sex definieren. Es kommt nicht mehr darauf an, den Seelenpartner zu finden. Das Gegenüber soll einfach nur gut aussehen, man kann sich über ein paar Belanglosigkeiten unterhalten und wenns im Bett gut läuft, ist das eine richtige Beziehung. Und da haben solche Typen wie hier im Artikel dann natürlich leichtes Spiel.

    Ich habe einen Bekannten, der ernsthaft davon genervt ist, dass die Frauen nur Sex von ihm wollen. Er sieht ziemlich gut aus und ist auch sehr intelligent und charmant. Einmal hat ihn eine Frau nach einer Vorlesung angesprochen, ob er denn nicht mal einen Kaffee mit ihr trinken wolle. Und er wusste sofort, dass sie nur Sex von ihm will.

    Ich bin nicht so ein Frauenmagnet. Ich könnte mir jetzt nicht die Frauen aussuchen, aber ich kann trotzdem verstehen, dass er davon genervt ist, weil sich diese Frauen nicht für ihn als Mensch interessieren, sondern nur für seinen Körper. Er ist auch davon angewidert, wie leichtfertig sich diese Frauen hingeben. Sie geben ihre Würde her.

    Und das macht mich einfach nur traurig.

  7. Pingback: Sind junge Leute überhaupt noch beziehungsfähig? – Cleaulems Blog

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