Orthopädie deluxe

Teil eins meines Ärztemarathons. Ein paar Dinge sind aufgelaufen und müssen geklärt werden. Termine sind gemacht, nu heißts nur noch: Abwarten und abarbeiten. Yay.

Soweit so doof. Ich mag Ärzte nicht, aber watt mutt datt mutt. Und heute halt: Orthopädie-Fachpraxis.

Die Orthopäden in dem Kaff hier sind allesamt Voodoo-Priester des geheiligten Ostheopath und Anhänger der ganzheitlichen Medizin.

Mit anderen Worten: Du musst eh schon höllisch aufpassen, dass die dir nix aufschwatzen, weil die mehr Kaufleute als Mediziner sind.

Die Praxis die ich mir ausgesucht habe, war demzufolge auch schon angepriesen mit dem kompletten Homöopathie-Bullshit-Bingo. „Ganzheitlich“, „sanfte Medizin“, „wohltuend“ – die Webseite quoll über, war aber *noch* neutraler als die von dem zweiten Voodoo-Mediziner hier.

Nun ja. Gibste dem mal ne Chance, wenn er dir mit dem Zeug kommt, kannst das ja immer noch abbügeln.

Also rein in die Praxis, gut, die persönlichen Daten und yay, da gibts tatsächlich Leute, die wissen, was ein Standardtarif ist.

Die Freude währte nur kurz. Denn danach kam die Einverständniserklärung zur Abrechnung. Und bei der wurden meine Augen größer und größer.

Hintergrund: Die Ärzte brauchen eine Einverständniserklärung, wenn sie die Privatrechnungen (Beamte sind beihilfeberechtigt und privat) an eine Abrechnungsstelle geben. Ich hab erstmal der Ankündigung der Sprechstundenhilfe („Wir brauchen von ihnen eine Einverständniserklärung um mit ihnen direkt abrechnen zu können“) nicht viel Bedeutung beigemessen, man verspricht sich ja schnell und sie hat dann wohl „Direktabrechnung“ mit „Abrechnungsstelle“ verwechselt.

Nö. Hatte sie nicht. Machen wirs kurz: Die Einverständniserklärung beinhaltete den Doc unwiderruflich, dass:

– er jederzeit zum Privattarif abrechnen kann, ungeachtet der tatsächlichen Versicherungsleistung. Alles was mehr ist, wird dann als Selbstzahlungsleistung des Patienten abgerechnet (das können je nach Umfang schon mal leicht ein paar Hundert Euro werden).

– Er sich vorbehält, die Diagnosestellung UND die Behandlung festzulegen ohne Einspruchsmöglichkeit des Patienten. Dazu gehören ausdrücklich (!) auch Behandlungen die NICHT in der GoÄ festgelegt sind. Für diese behält er sich eine „Alternativeinordnung“ vor. D.h. wenns nicht passt, wirds passend gemacht.

Das heißt, ich hätte nach der Einverständniserklärung JEDE noch so bescheuerte Behandlungsoption akzeptieren UND zahlen müssen UND ich hätte zudem noch Kosten auf mich zukommen sehen, die derzeit nicht absehbar waren.

Nein. SO nicht.

Ich bin mit dem Ding dann zur Sprechstundenhilfe gelaufen. „Sagen Sie mal, sie glauben doch wohl nicht im ernst, das ich so blöd bin und den Wisch da zu unterschreiben?“

„Dann können wir sie leider nicht behandeln.“

„Schönen guten Tag noch und viel Spaß mit der Ärztekammer“

Die von mir gerade eben informiert wurde.

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24 thoughts on “Orthopädie deluxe

  1. Hm, ja Orthopäden und Artverwandte sind eine Klasse für sich. Und Verkäufer sind sie allemal

    Wenn Sie die Spritzenserie ins Schultergelenk mit Heelzeugs (homöopathisches Organpräparat, hatte mir ein anderer schon mal für die Hüfte andrehen wollen) kaufen, ist das mit dem Folgerezept für die Physio kein Problem, ansonsten …
    … Sie sind ja nun leider nicht privat versichert.

    OK, mit der Schulter bin ich da dann nicht mher gewesen

    Und Knie:
    Naaaa, DAS tut weh, nicht wahr (mit angewinkeltem betroffenem Knie auf einem Bein Drehbewegung ausführen). Da gebe ich ich ihnen schon mal gleich den Aufklärungsbogen für die Arthroskopie mit, können sie dann zuhause lesen und unterschreiben, Termin machen sie dann gleich beim Rausgehen aus.

    Wie, jetzt lieber erstmal konservativ versuchen, was noch geht? Ja ich kann ihnen natürlich auch Cortison ins Knie spritzen, hilft meist ne Weile.

    Auch nicht, weil Injektionen ins Gelenk höheres Infektionsrisiko haben? Naja, Sie können auch erstmal 14 Tage konsequent ein NSAR nehmen und dann mal schauen.

    ja, und Rezept?
    Wenn’s sein muss, haben Sie denn nix mehr passendes zu Hause, Ibu, Diclo oder sowas?

    Nein, hab ich nicht.

    Hat dann auch erstmal geholfen 😉

    Und das kleine Stück kaputten Innenmeniskus können wir dann VIELLEICHT mal später sanieren, falls es anders nicht mehr geht (aber nicht bei dem!)
    Ich weiß nur noch nicht bei welchem, hab halt jetzt schon ein paar durch, von denen wird’s jedenfalls keiner.

  2. Da habe ich ja mit meinem Orthopäden Glück gehabt. nachdem meine „Knieproblem“ vor eingier zeit richtig hftig wurde, hat er gelcih auf innennemiskus getippt, mir schmerztabletten verscheriebn udn mich zum Ct geschickt.

    Meinte dann, daß man das nur dann operieren sollte, wenn man mit den beschwerden nciht zurechtkommt, daß es aber bis zum nächsten Termin an dem wir uns wieder sehen, schon deutlich besser sein könnte. nach zwei wochen war es tatsächlich auch so. Auf den Aufnahmenwar ersichtlch, daß es der innenmeniskus sein müßte, udn man könnte zwar noch eine Arthroskopie machen, um den Befund zu besttigen, aber wenn man im Moment beschwerdefrei ist, sollte man das nciht unbedingt. Man könnte das imemr noch machen, wenn man sich entschließt die OP zu machen, weil die beschwerden wieder da sind.

    Villeicht ist es ja auch hilfreich, wenn man „nur“ Kassenpatient ist.

    • Ich BIN Kassenpatient, und bei mir war’s genau umgekehrt. Erstmal OP vorschlagen und dann langsam Stück für Stück runterbrechen auf 2 Wochen Schmerzmittel und widerwillig Rezept rausrücken. Ich kam auch schon mit einem fertigen MRT-Befund hin, der lt. Radiologin zwar einen Schaden zeigte aber nicht als sooo gravierend eingestuft wurde. Nur meinte eben hausarzt, ich sollte doch nochmal Orthopäden befrage, was ich mir aber hätte schenken können.

    • Nein hat grad mit jemand anderem eine neue, schicke Gemeinschaftspraxis aufgemacht 😉

      Aber das ist nicht der erste Orthopäde die beiden anderen Gelegenheiten (Hüfte und Schulter), die ich oben beschrieben habe mit dem Versuch mich zu einer Injektion von Homöopathika direkt ins Gelnk zu überreden bzw. im zweiten Falle zu nötigen, indem man mir wirdigenfalls eiin Folgerezept verweigerte, waren jeweils andere Orthopäden in unserer Gegend.

      Alle drei hatten immer als allererstes einen lukrativen (aber nicht zwingend notwendigen) Eingriff bzw. eine lukrative Selbstzahlerleistung ins Gespräch gebracht. Die Alternativen wurden entweder gar nicht oder nur auf Insistieren meinerseits genannt, über Vor- oder Nachteile einzelner Optionen bzw. Risiken wurde überhaupt nicht gesprochen, was eigentlich ein klarer Verstoß gegen die Aufklärungspflicht ist.

      Letztlich ist mir daraus kein Schaden entwachsen, weil ich mich selsbt informiert habe oder schlicht die Notbremse gezogen habe. Aus diesem Grund und weil ich schlicht und ergreifend den Aufwand scheue, habe ich auf weitere maßnahmen verzichtet. Das ist eigentlich nicht richtig, denn wenn da keiner reagiert und sich zumindest mal an deren Standesorganisation wendet, werden die das nicht lernen, dass sie sich an ihre gesetzlichen Vorgaben zu halten haben.

      Leider wird die Auswahl an weiteren Orthopäden jetzt in der näheren Umgebung ziemlich eng.

      • Nachtrag: Für praktisch alle anderen Fachdisziplinen (und das sind inzwischen einige 😉 ) habe ich bei manchen beim ersten Mal, bei anderen nach einem Wechsel, wirklich kompetente und gute Ärzte gefunden, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie in erster Linie mein Wohl und nicht ihren Geldbeutel im Auge haben, mit denen ich auf Augenhöhe reden kann, die mir bereitwillig über allen Optionen Auskunft geben. Einzig bei den Orthpäden ist mir dies noch nicht gelungen.

  3. Erinnert mich an eine orthopädische Doppelpraxis (Schwerpunkt u.a. Sportmedizin) Ende der 1980er Jahre: Nachdem ich nach dem Sportunterricht (Oberstufe) das dritte Mal so schlimme Schmerzen im Grundgelenk des großen Onkels hatte, dass ich nicht mehr abrollen konnte, bin ich dann mal hin.
    Diagnose: Hammerzehe! Links schlimmer als rechts! Das müssen wir operieren (den langen Mittelfußknochen durchsägen, Keil rausnehmen und gerade wieder drauf setzen…)! Jaaaa, sie können es auch mit Einlagen versuchen und Muskeltraining, aber das bringt auf Dauer nichts…
    Nächsten Tag angerufen, meine Bedenken geäußert und dass ich gerne eine Zweitmeinung hätte. Mit viel Gegrummel habe ich eine Überweisung an die Klinik bekommen, in der das operiert worden wäre (renommierte orthopädische Klinik hier in der Gegend).
    Dort guckten sich zwei Ärzte (davon einer der O-Arzt) meine Füße und die Röntgenaufnahmen an und beide sagten: Totaler Blödsinn, das zu operieren! Bei ihrem schwachen Bindegewebe sehen die Zehen in ca. 5 Jahren wieder genauso aus. Einlagen und Training verordnet.
    Der niedergelassene Orthopäde war ganz schön sauer ^^ .
    Fazit: Ca. 15 Jahre Einlagen getragen, kein wirkliches Training; mittlerweile auch keine Einlagen mehr. Sporadisch mal leichte bis mittlere Beschwerden, optisch hat sich die Zehenstellung nicht verändert.
    Und das alles bevor IGELeistungen eingeführt wurden 😉 .

  4. Da scheine ich mit der Auswahl meines Orthopäden echt Glück zu haben, mein damaliges Problem mit ziemlich üblen Schulterschmerzen konnte er sehr gut lösen. Er hat die richtigen Diagnosen gestellt, und die Ursache nicht mit Bachblüten, irgendeinem Kristallpulver oder sonstigen unwirksamen Auswüchsen der ganzheitlichen Medizin behandelt, sondern mir zu einer Operation in der Uniklinik Essen geraten.

    Mit seinem Vorgänger hatte ich leider nicht ganz so viel Glück, unerträgliche Rückenschmerzen, die er nach zwei Minuten Untersuchung mit den Worten „Ist ’ne Entzündung, hier ist Ibuprofen!“ abgetan hat, wurden in der Radiologie als schnuckeliger kleiner Bandscheibenvorfall diagnostiziert.

    Kerstin, falls dir 50km Fahrt nichts ausmachen, versuchs mal beim Orthopäden Kommatas in Iserlohn.

      • *weint*
        Wir bieten Ihnen verschiedenste ergänzende schulmedizinische wie ganzheitliche Therapiemaßnahmen an. Dazu gehören Chirotherapie, Akupunktur, Schmerztherapie und Osteopathie.

        Ohne diese Kacke kommt wohl offenbar keiner mehr aus heutzutage. 🙁

        • Nein. Ohne kannst Du Deine Praxis zumachen.

          Bei den Physios ist es übrigens ähnlich. Und leider glauben auch ansonsten ziemlich gute Leute selbst dran.

          Wobei, wenn sie die milderen Formen von z.B Osteopathie betreiben, bei denen sie nix kaputt machen können, sollen sie ruhig, „hilft“ ja auch, man muss nur überzeugend genug sein, was möglich ist, wenn man überzeugt ist 😉

  5. *g* Was gehst auch hier zum Arzt? Ich hab meinen Hausarzt, meinen Physiotherapeuten, meine Freunde und Bekannten alle gefragt, welchen Orthopäden sie denn hier im Ort empfehlen könnten. Ich hab sogar meinen HNO Arzt gefragt und die Antworten waren recht unterschiedlich. Da kam dann: „Hier? Ist nicht Dein Ernst, oder?“ oder schlicht „keinen“. Sogar schallendes Gelächter musste ich mir anhören, aber den konsens war überall gleich: niemand kontne einen der 3 oder 4 Ortopäden hier im Ort empfehlen. Mir wurde vom Physiotherapeuten sogar eher abgeraten, einen Ortsansässigen Orthopäden aufzusuchen. Ich glaube, das spricht für sich.

    Mein tipp: Nimm das Angebot in Iserlohn an, da weisst Du wenigstens, daß Du nicht verarscht wirst.

  6. Ich bin froh, dass mein Schwager Radiologe ist – wenn ich hier Bilder kriege, kriegt er sie auch, und dann kriege ich eine ehrliche zweite Meinung.

  7. Joah. Sowas kenne ich hier auch. Nachdem mein alter Orthopäde aus Altersgründen zugemacht hatte musste ich mir notgedrungen einen anderen suchen. Bin als erstes über den mit der besten Lage gestolpert. Davon abgesehen das man nur dran kam wenn man vor 7 bei denen auf der Fußmatte stand und eine Nummer zog und dann bis circa 11 im Wartezimmer saß versuchte er einem auch alle möglichen Extras zu verkaufen, nach dem Motto: Ohne die Rückenwirbelvermessung kann ich garnichts machen. Das wäre ja alles nur geraten. Und ohne die halbe Stunde auf dem Massagebett sind sie so steif das ich sie garnicht einrenken kann.

    Hab mir danach einen anderen gesucht. Komme um 8:30 in die Praxis. Wartezimmer gut gefüllt aber keine Ähnlichkeit mit einer Sardinenbüchse. Freundliche Damen am Empfang, ich war innerhalb einer Stunde im Behandlungszimmer und der Doc bei mir. Kurze Untersuchung mit ein paar Bewegungen: Ja, Rückenwirbel blockiert durch falsche Haltung. Ein paar Bewegungen der verschiedenen Muskeln um diese zu entspannen dann einmal kurz auf die Liege legen und *knacks*. Alles wieder ok.

    Anschliessend ein paar Empfehlungen für Rückenübungen um vorzubeugen und Frage ob ich nen Tape haben möchte um den Bereich zu unterstützen. Wirkung sei zwar nur gering und ich müsste zuzuahlen aber etwas würde es bringen. Hab ich mitgenommen.

    Danach erst mal sehr lange keine Probleme mehr gehabt.

  8. Ja, Orthopäden sind ein schwieriges Thema. Ich habe wegen eines Fersensporns und einem Schienbeinkantensymdrom auch seit 3 Jahren Spaß damit und bin inzwischen bei Nummer 4 in Behandlung, weil die ersten 3 als einziges Allheilmittel Einlagen (mal mehr, mal weniger gute) verschreiben. Ordentliche Untersuchungen sind eine Seltenheit, freundliche Behandlung durch Arzt und Sprechstundenhilfe auch, für jeden Termin muß man mindestens 3 Monate warten. Mit meinem jetzigen Arzt habe ich relativ viel Glück, der konnte mir wenigstens mit dem Schienbeinkantensyndrom helfen, beim Fersensporn war er bisher auch machtlos. Die meiste und beste Hilfe habe ich allerdings von meiner Physiotherapeutin (die ich natürlich selbst zahle) erhalten, die mir wiederum ihr Leid mit Orthopäden klagte, weil all ihre Patienten von dieser Gattung Arzt wohl nur Unsinn erzählt bekommen

  9. Seltsam, viele hier schreiben in einem Duktus, nachdem Ärzte ausländisches exotisches Freiwild auf allen fremden Wiesen sei u nd daher von jedem gejagt werden dürfe, mehr sollte.
    Wie in der Eckkneipe werden hier die leidigen offensichtlich selber noch immer unverstandenen Anekdötchen als typisch an das Brett genagelt und so getan, als ob man es selber sowieso besser wüßte.
    Wozu rennt ihr dann zu einem Arzt?
    Machts euch doch gleich selber …
    Wir sollten in aller Gelassenheit feststellen, daß „Unsere“ Ärzte unsere Kinder, Väter Mütter Onkel, Nachbarn usw. sind und damit nichts anderes, als ein gewissermaßen repräsentativer Querschnitt „unserer“ Gesellschaft, und was verlangen wir eigentlich von diesem Querschnitt, daß er besser ist als wir selber?
    Daß er den Anvertrauten mehr >Zuwendung zuteil werden läßt, als wir das täglich tun?
    Daß sie von morgens bis abends mit mindestens einem Bein im Knast und mit dem anderen im Büro oder in der Bank stehenh, flankiert von dem ganzen ätzenden Geschmeiß der Medikamentevertreter der medizinischen Großindustrie und deren kopierten oder ungetesteten „Proben“ und zwingenden „Gratiszuteilungen“ von was auch immer, da sonst dies und das voll (100% mehr) bezahlt werden muß, was für Patientenarbeit benötigt wird?

    Liebe Leute, wenn es nicht so tragisch wäre, weil es meist auch persönliche Gebrechzen betrifft, würde ich schallend auflachen über so viel unbeholfene Naivität, mit der hier laut gedacht wird.
    Wenn ich zu einem Arzt gehe, spielt sich – egal ob „ganzheitlich“ oder nur „verschult-schlampiert“ – immer das gleiche ab:
    Ich (!!) sage, was mich stört, lasse mich beraten und entscheide – gegebenenfalls nach einem weiteren anderen Arztbesuch – was wann passieren soll oder nicht, unterschreibe grundsätzlich nur, was ich will und werde dennoch normal behandelt.
    Die überbordenden Angebote an „zusätzlichen völlig überflüssigen und daher sauteuren“ Leistungen übersehe ich grundsätzlichz, auch wenn sie in ungeheurem Maße mehr bei den „reinen“ Schulmedizinern angeboten werden, da die mehr mit der gängigen Medizin- und Medikamentenindustrie verbandelt und „gesponsert“ sind, als andere.
    Wobei ich mehr zu denen tendiere, die mich beim Eintreten bereits als „GANZEN Menschen“ erkennen (können), weil sie das gelernt haben (Gang, Blick Haltung, Haut, Sprache usw usw), als zu denen, die mich nur durch Apparate ernsthaft wahrnehmen und dann auch nur mehr als ihr Arbeitsobjekt.

    Dankenswerterweise entsprechen inzwischen fast alle von mir tangierten Ärzte dem Ziel der ganzheitlichen Bewertung und Behandlung, auch, indem sie sich alle dank meiner Wanderungen untereinander dazu austauschen , was ich für die Normalität halte.
    Geifern gegen Mediziner hilft einem selber an keiner Stelle, und nicht alles, was ich nicht verstehe, ist deshalb dumm, und nicht alle Mediziner verstehen alles, was sie nicht gelernt haben weil es 5 cm neben ihrem Fach liegt…
    Wenn ich möchte, daß MIR geholfen wird, muß zuerst ich Vertrauen zu einem „Helfer“ zeigen, umgekehrt funktioniert das leider nicht. Ich muß mich einlassen – nicht der Arzt.
    Im Übrigen bewege ich mich nur bei und zu ausgebildeten Meditzinern, und unter denen suche ich mir die aus, die etwas mehr als nur das Diplom schafften und einen Sack voller weiterer Qualifikationen erworben haben, und DESHALB ganzheitlich Patienten untersuchen und behandeln können.

    Warum schreib ich das, hier?
    Weil ich mit dieser Stammtischdiskussion an dieserr Stelle nicht gerechnet habe, mich das verwundert, ich mich in die Zeit wie vor 30 Jahren zurück versetzt fühle
    Ob wir das so brauchen?
    Ob es das ist, was für unsere Leiden gut ist?
    Niemand klassifiziert eine Gesellschaft nach den immer wieder mal mißlungenen Zwischenräumen, die bieten nirgends die Substanz, an der wir uns aufrichten und halten können.
    Und Nörgeln macht erst richtig krank.

    • Liebe Bertha,

      das war ein Erfahrungsbericht. Einer, der mich ziemlich sauer gemacht hat und der vor allem ein ziemlich großes Schlaglicht darauf wirft, was in unserer Gesellschaft alles so schiefläuft – im medizinischen Bereicht.

      Der Patient ist kein Mensch mehr, er ist ein Geldbeutel auf zwei Beinen, den man nach Belieben ausräumen darf.

      Und wenn er nicht mitspielt, dann verweigert man die Behandlung. So einfach kanns gehen.

      Ergänzt wurde das durch weitere *Erfahrungsberichte* – wo du hier Stammtischniveau siehst – keine Ahnung.

      Diese Ärzte sind keine „misslungenen Zwischenräume“ – sie sind schlichtweg der Standard und die wenigen guten Ärzte sind ziemlich rar gesät.

      Berechtigte Beschwerden sind übrigens KEIN Nörgeln.

      Herzlichst

      Tante Jay.

  10. Liebe Tante Jay
    ich kann schlicht die Methode nicht akzeptieren, nach der individuelle (und gelegentlich evtl. nur vermeintliche und / oder nicht immer vollständig wahrgenommene oder begriffene) Erfahrungen schlicht gebündelt werden in einer Community, die sich themenbedingt zu diesem Vorgang zusammenfand zwecks Austausch dazu, und dann daraus etwas mit gekonnten Worten geschaffen wird (!), was den Eindruck eines repräsentativen Querschnitts abgeben soll.
    Und, da gut gemacht, das oft auch tut, obwohl es an keiner einzigen Position über den mehr oder weniger bewertbaren individuellen Erfahrungswert hinausgeht – Dies ist die Methodik, wie alle Strammtischparolen das Licht der Welt erblicken, und dann meist solange bleiben, bis der nicht mehr reflektierende Wahrnehmer das einfach als anscheinend allgemein gesicherten Stand übernimmt.

    Seid, verehrte Community, gewiß, daß auch ich reichlich und fiese „Anekdoten“ beisteuern kann zu vermeintlichen oder tatsächlichen ärztlichen Irrungen und Wirrungen:
    vom versehentlich rechts statt links amputierten Unterschenkel des Patienten im Nachbarbett (da war ein Verband wegen einer anderen kleinen aber hier unwichtigen Verletzung dran …),
    bis zu meiner persönlichen Septum-Operation (das ist eine Korrektur der Nasenscheidewand), aus der versehentlich – und das bei meinem sonst hervorragenden HNO-Hausarzt aufgrund eines Irrtums in der Betäubung durch seine 80jährigen OP-Nonne – mal so links-234 eine Entfernung der Mandeln wurde, und nach fast 2-stündiger Besänftigungsvisite am nächsten Tag dann die Mitteilung: Mußten so oder so raus, Ihre Mandeln, und morgen machen wir dann gleich die Scheidewand-OP dazu, dann sei das alles ein Abwasch …
    usw. usw. – ein sehr grausames Unterfangen …

    Und dennoch haben in meinem Leben mir diverse Ärzte mehr als einmal das Leben gerettet, dieser HNO-Arzt mich von einer ungeheuer schmerzlichen chronischen Sache auf Dauer befreit, und ein anderer Arzt nur aus nicht geforderter Routine-Gründlichkeit mein Blut auf eine seltene Erscheinung untersuchen ließ, bei der sich ein schwerer familiär gebundener Mangel herausstellte, der sich als Ursache für andere bis dahin nicht behebbare Störungen entpuppte und danach erst mittels recht simpler Medikamente dauerhaft ertragen läßt seither, ohne weiter mein Leben zu gefährden oder schwierigste Transplantationen zu fordern.

    Was fange ich da mit diesen etwas auftragenden richtigerweise als individuell erlebten Stimmungsbildern an, die hier so behandelt werden, als ob man damit einen Blick geschweige Überblick über unser „Ärzterwesen“ erstellen könnte.

    Das, was in unserer Gesellschaft am meisten schief läuft, ist m.E. die pausenlose Schlußfolgerung von mir auf alles usw., als ob damit irgendjemand geholfen wäre, besonders wenn die Gegenposition dann auch noch auf diese gleiche Weise erstellt wird.
    In einer Gesellschaft wie der unsrigen gibt es täglich noch und noch veränderbare oder zu korrigierende Handlungen, da es sich um eine zeitgleich handelnde lebendige handelt und Korrektive nicht per Knopfdruck erzielbar sind.

    Und wenn hier über Mängel im Medizinwesen gesprochen wird, sind „die Ärzte“ zuletzt zu erwähnen, denn davor kommen alle die, die aus politischem (Ehr)Geiz und untauglichem Handeln diese Bedingungen geschaffen und zugelassen haben, unter denen die Medical-Konzerne sich dumm und dusslig mit 1000% Rendite bereichern können, oft mit minderwertiger Medizin als angegeben, Krankeneinrichtungen aller Art angeblich commerziell Erträge zu bringen haben statt nachhaltig zu „heilen“ und etliche zentrale notwendige wissenschaftliche Entwicklungen weit hinter dem tatsächlichen Leben hinterher sind, weil sonst weniger verdient wird, und daher Kräfte für einen verbissenen unwürdigen Kleinkrieg zwischen Apparatebehandlung und humanitärer Betreuung auf naturbewährter Basis von Mensch zu Mensch vergeudet werden, statt ,wie seit etlichen Jahren in meinem Umfeld, sich ergänzend gemeinsam am Problem zu wirken.
    Dünkel über Dünkel, und selten nur auf einer Seite, und die Möchtegerngroßverdiener (wie überall in unserer Gesellschaft) mittenmang.

    Dennoch danke für den Wink, daß die geschilderten Situationen ernst zu nehmen seien, nur halt andere, für die man sich nur zu interessieren braucht, eben wohl auch.

    • Liebe Bertha,

      wenn ich schlaglichtartig etwas schreibe und andere schlaglichtartig etwas beisteuern, dann ist das genau das: Ein Schlaglicht.

      Und ich werde NICHT, auch nicht mit nochsoviel Tadel deinerseits, anfangen, jetzt politisch korrekt zu schreiben: „Aber es gibt auch andere“.

      Meine Leser haben im allgemeinen soviel Grips, dass sie das wissen und setzen das voraus.

      Es tut mir leid, sollte ich dich hier überschätzt haben.

      Liebe Grüsse
      Tante Jay.

  11. Hallo Berta,

    das hier ist das persönliceh Blog von Tantchen. Da muß sie nciht drafu achten „repräsentativ“ zu sein. insbesodnere liegt es in der Natur der Sache, daß sich u.U. viele Gleichgesinnte in so einem Blog treffen und sich dann u.U. ein Bild ergibt das nach „alle Ärzte sind geldgeil“ ergibt. Um seine Meinugn zu schreiben muß man nicht jedesmal auch die Fälle erwähnen, die nicht inm das Schema passen.

    Von daher ist das völlig in Ordnung, wenn die Leute heir üebr Ihre Efahrungen so schreiben, wie sie es erlebt haben, selbst wenn das zu dem (falschen, bzw. nicht immer wahren) Bild führt. „Orthopäden sind aufs Kassieren aus“.

    Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, habe ich andere erfahrungen gemacht, aber ch kenne auch genug Ärzte deren erstes Wort „das soltle gemacht werden, aber das kostet extra“ war. Diese Ärzte sehen mich dann meist nicht wieder, sofern ich Alternativen habe.

  12. Der Hinweis, dass es reichlich Ärzte gibt, die selbst zu bezahlende Leistungen gerne an den Patienten bringen wollen, und dass derartige Leistungen auch gerne kritisch gesehen werden dürfen (ich hoffe, dass zwingend erforderliche Leistungen von der Kasse übernommen werden. Daraus folgt dann, dass diese anderen Leistungen mehrheitlich wohl nicht so notwendig sind), ist unabhängig davon, wieviele andere Ärzte gute Arbeit leisten, wohl ohne weiteres gerechtfertigt.

  13. Ja, ich verstehe, auch wenn ich weder getadelt noch sonst was habe, jedenfall dürfte daqs nicht als Absicht erkennbar gewesen sein.
    Hab halt nur gedacht, hier sagen die Leute, was sie meinen, und da hab ichs halt auch gemacht, oder soll das nicht sein?
    Wenn ja, dann muß das einem mal gesagt werden, es stand kein Zettel dran
    Nun fühlt euch doch mal nicht angegriffen, ja: es gibt ganz fiese Geschäftemacher, und etliche sind auch Arzt, solche, die „zusätzliche Leistungen“ an den MannFrau bringen wollen, Ärzte, die offensichtlich zu lange im Mediamarkt weilten („ich bin doch nicht …“ oder irgendetwas mit „… ist geil“)

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