Objektifizierung

Ein ziemlich grandioser Text zur Objektifizierung der Männer.

Tipp: Wenn du den Text als jämmerliches Geweine einer Lusche ansiehst, bist du Teil des Problems.

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Soziales

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16 thoughts on “Objektifizierung

  1. Ich danke dir für diesen Link. Ich konnte das nicht zu Ende lesen, da kommt gleich das Trauma wieder hoch. Jetzt nach 30 Jahren träume ich teilweise immer noch davon, wie ich am ersten Tag dort meinen Spind einräume. Die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren. Ich nenne dieses Soldat sein Vergewaltigung der Seele. Vielleicht war das auch der Grund für die Alkoholkrankheit und davon bin ich erst seit drei Jahren weg.
    Das Selbe habe ich auch dort druntergeschrieben.

    • Wenn jemand sich freiwillig auf das Soldatenleben einläßt, dann trifft er diese Entscheidung aus freien Stücken und in Kenntnis der Konsequenzen. Das ist ja mit ein Grund, warum die Bundeswehr gerade Nachwuchsprobleme hat.

      Der Wehrdienst war nie gerecht. Und ich finde es eine FRECHHEIT, dass Männer so gedemütigt werden, weil sie sich als „ganze Kerle“ nicht so anstellen sollen. Entweder gleiches Recht für alle, also auch die Intimuntersuchungen bei Frauen durch männliche Ärzte mit Zuschauern. Oder man läßt die Scheiße endlich.

      Und was ist denn bitteschön diese Vorhautbesessenheit bei allen?

  2. Ui, bei dem Text kommen mir so einige Erinnerungen hoch, die ich eigentlich sehr tief im Besenschrank meines Gehirns weggesperrt hatte.

    Ich habe es damals genauso erlebt. Ich hatte aber immerhin das Glück, dass ich einen männlichen Musterungsarzt hatte und dass ich hinter dem Sichtschutz zum Eiergrapschen durfte und dass mein Hinterausgang auch ein Ausgang blieb.

    Und schon damals habe ich mich sehr über diese himmelschreiende Ungerechtigkeit aufgeregt, als meine Grundrechte mit Füßen getreten wurden, ich regelrecht buchstäblich entrechtet wurde.

    Und was ich dem Musterungsarzt bis heute schwer übelnehme: dass er mich nur als wehrtauglich eingestuft hatte, weil ich bereits da angegeben hatte zu verweigern. Er hats nicht gesagt, aber an seiner Art konnte ich es dem Arschloch ansehen. Damit hat er für ein ganzes Jahr mein Leben ruiniert. Ich habe im Zivildienst Dinge erlebt, die mich noch Jahre später schwer belastet haben.

    Danke, ihr dreckigen Arschlöcher!!!

  3. Der Wehrdienst ist nicht von Frauen erfunden worden und schon gar nicht von Feministinnen. Die demütigende Prozedur der Musterung stammt noch aus Zeiten der Monarchie.

    • „Der Wehrdienst ist nicht von Frauen erfunden worden und schon gar nicht von Feministinnen.“
      Das behauptet auch niemand.

  4. Der Wehrdienst war einerseits eine lehrreiche Erfahrung, eine die ich nicht unbedingt gemacht wollte, andererseits etwas, dass ich niemendem zu erfahren wünsche.
    Ich habe selten so viele Köpfe ohne Hirn gesehen und gehört, denn auch wenn einigen der Vorgesetzten grundlegende Kenntnisse der Personalführung fehlten, konnten alle eines: Sinnlos und laut herumschreien.
    Es gibt Gründe dafür, dass ich zwei Tage nachdienen „durfte“ und dann auch endlich nachträglich doch noch den Kriegsdienst verweigern konnte verweigert habe.
    Abgesehen von der Musterung und der Einschränkung der Grundrechte, war das Ganze vor allem eines: Zeitverschwendung! (es sind alles in allem fast zweieinhalb Jahre meines Lebens für diesen Scheiß draufgegangen)

  5. vielen Dank für den Link, hat mir Einblicke verschafft, an die ich nie gedacht habe und die mich entsetzen.

    Ich war -und bin- immer grundsätzlich gegen die Wehrpflicht, habe aber auch immer gesagt: WENN Wehrpflicht, dann für Männer UND Frauen (bin weiblich und Tantchens Jahrgang 😉 ).

    Der verlinkte Text hat mir allerdings Einsichten offenbart, über die ich in den letzten 25 Jahren nie nachgedacht habe. Mir war nie klar, was die Musterung u.U. für viele meiner Schulkameraden bedeutet hat (na ja, ab und zu kriegte ich das schon mit, im Sinne von „mal schauen, ob ich im Oktober mit dem Studium anfangen kann…“).
    Mit Mitte 20 hatte ich einen Kumpel, der nach der 10. Klasse eine Ausbildung gemacht hat. Als er fertig war, ist er zum Kreiswehrersatzamt gegangen, weil er „die Pflicht“ hinter sich bringen wollte. Sie wollten ihn nicht. Also hat er sich in den Job gestürzt, +- Karriere gemacht. Als er ca. 25 Jahre alt war (also gut 7 Jahre im Job) kriegte er dann das Schreiben: „We want you!“ Als kinderloser Single kam er aus der Nummer nicht mehr raus und hat notgedrungen seinen Wehrdienst abgeleistet. Von Musterungstrauma(ta) habe ich nichts mitgekriegt, aber dieses Herausreissen aus dem selbstbestimmten Leben hat mit damals aufgeregt. Aufgeregt hat mich auch, dass er keine freie Arztwahl mehr hatte (nur als Beispiel für die Beschneidung eines Grundrechts).
    Da wurde mir auch erst klar, dass ein kinderloser männlicher Single bis zum vollendeten 27. (?) Lebensjahr im Gegensatz zu mir nicht wirklich planen konnte… Ätzend!

    Ich bin heilfroh, dass die Wehrpflicht abgeschafft ist (oder war es nur ausgesetzt? *kopfkratz*)!

  6. Da hab ich echt Glück gehabt wie es aussieht. Meine Musterung war nicht nur schnell durch sondern ausser bis auf die Unterhose ausziehen und ein paar Bewegungen machen müssen war bei mir nicht viel.

    Allerdings habe ich ihnen als ich da angekommen bin die Visitenkarten meiner verschiedenen Ärzte gegeben und meinte sie können sich mit denen in Verbindung setzen, die haben die Erlaubnis von mir bekommen mit ihnen über mich zu Reden.

    Vielleicht hatte das einen Einfluss auf meine Untauglichkeitsbescheinigung.

  7. Oh Gott. Ich hatte diese Scheiße längst vergessen, aber jetzt erinnere ich mich, dass damals die Hälse der Assistentinnen immer länger wurden, als die Unterhosen fielen. Voyeurismus pur. Ich war damals ein extrem schüchterner, schlacksiger Bengel, der sich sowieso nie traute, den Mund aufzumachen, bei Mädchen schon gar nicht. Diese Untersuchung hat das sicher extrem verbessert. Ich kann den Text voll unterschreiben, auch wenn ich nach 25 Jahren das meiste glücklicherweise vergessen habe.

    Die Quälerei später war ein ganz anderes Thema, da erinnere ich mich, dass wir mehrere Tage auf einem anstrengenden Biwak waren, übernachten in der Dackelgarage, widerlicher Fraß, dauerndes Gerödel und alles was dazugehört. Auf dem Rückweg hatten dann unsere „Ausbilder“ die tolle Idee, und auf dem örtlichen Truppenübungsplatz rauszuwerfen, und uns dann mit vollem Gerödel inklusive Flinte (das Drecksding wog alleine schon fast 5 kg und ließ sich toll tragen.) die 5 oder 8 km bis zur Kaserne laufen zu lassen, querfeldein. Das war auch im Sommer, wenn auch nicht bei 35 Grad, aber warm wars auch. Ich war irgendwann am hyperventilieren und kurz vorm zusammenklappen. Wahrscheinlich hätte ich mich einfach mal fallen lassen sollen, aber dafür war ich damals zu blöd. Den Weg zum Übungsplatz haben wir oft laufen dürfen, fast immer begleitet von hämischen Kommentaren junger Männer, die das offenbar schon hinter sich hatten, und zufällig an der örtlichen Berufsschule rumhingen, die am Weg lag. Da hat man gleich um so mehr Lust, das „Vaterland“ zu „verteidigen“. Y-Tours – wir buchen, sie fluchen. Das ganze war von Musterung bis Ende des Wehrdienstes gequirlte Scheiße, überflüssig wie ein Kropf und sinnbefreit.

  8. Genau derselbe Mist war das bei mir, Analuntersuchung miteingeschlossen. Geburtenschwacher Jahrgang, haben ales genommen, sogar Rollstuhlfahrer ( kann ja im Büro sitzen ), was sie kriegen konnten. Einer war auf meiner Stube, den haben sie einen Tag vor seinem 27. Geburtstag eingezogen, einen Tag später wäre nicht mehr gegangen. Jetzt der HAMMER: Frau, zwei Kinder, eins davon gerade Krank. Ausgebildeter Elektromeister, mit Eigener Werkstatt und 15 !!! Angestellten, davon drei Azubis. Er MUSSTE kurzfristig einen Meister einstellen, nicht nur für 15 Monate, sondern für 3 Jahre und die Bundeswehr hat jeden Monat schön bezahlt. Genaue Summe weiss ich nicht mehr, müssen aber 3500 – 4000 DM im Monat gewesen sein. Man kam auch die ersten 6 Wochen nicht mal übers Wochenende raus, Telefongespräche waren schon Sondertarif. Über soviel Schwachsinn kann ich mich bis Heute Aufregen.

  9. Und vweil es auf @Objektifizierung so schön war, nun nochmal hier für Micha, Michaela und MiSCHa und alle andere, was
    @Berta Brahmer 2014-07-19 um 02:34 dort schon meinte:

    Potz Tausend!
    Ist das aber happig fett geschrieben, nichts ausgelassen, voll Dampf auf Maskulinis Bedürftigkeiten – solten sich Femis mal n Beispiel dran gucken, wohin auch immer.

    Und öffentlich redet keine Sau darüber, über soviel Mannsgeschick, auch nicht die, die grad hier mal durch die DorfInnen getrieben wurde.

    Gott sei dank sind die Männer nun davon völlig befreit von diesem Zwang der persönlichen “Voll und ganz”-Bereitstellung ihres Arsches für die Wehrverwaltung – es sei denn, sie vermissen die Wehrpflicht von sich aus und möchten das nun doch freiwillig durchlaufen.
    So wie die Mädel, die sich nun auch davon (!) an- und ausgezogen fühlen möchten und sich dieses alte Männerleiden ebenfalls zum freiwilligen Berufsziel machen möchten.
    Wegen der Kohle (nein, nicht der zum Wärmen) und der geregelten Geschlechterfrage dort …, bis hin zur eigenen SoldatInnen-Toilette und SoldatInnen-Schwangerenberatung – ach ne, darauf mußten die Jungs vergänglich ja wohl eher verzichten aus irgendwelchen Gründen, wegen Gründen.

    Was bleibt?
    Die Jungs werden nun nicht mehr zwangsrekrutiert sondern üben sich wie auch die Wehrmädel in Freiwilligkeit – nein, nicht wie bei der Feuerwehr, eher freiwillig zum Soldkassieren und Lernen, viel viel Lernen, fürs Leben, fürs Leben danach, nach der Freiwilligkeit.

    Was bleibt?
    Keine Zwangsentwürdigung und Diskriminierung der Schwengelgesteuerten mehr, keine 30 Jahre währende Schmacherinnerung an unmännliche Wehrverw_alterungs-MedizinerInnen mehr und – der Autor dieses reifen Textes muß einen neuen schreiben, hoffentliche einen mit Ideen, die diesen hier das Wasser reichern können.

    Nur wie antwortet er nun den Femen, nach Aussetzung der Wehrpflicht für Männer (eine andere gab es nicht, ob das die Femen überhaupt registriert hatten?) und Umwandlung der Pflicht in eine frei gewählte Ausbildung fürs Leben, ob da eventuell etwas in Vorbereitung ist, daß evtl auch Männer nun einmal im Monat …, oder auch sie mal bei der Schwangerenberatung vorbeischauen können, natürlich alles so freiwillig wie bei allen Mädels – wegen der Gleichstellung meine ich?

    Was bleibt vom so schön geschriebenen Text nun?
    Käse,
    immer, wenn es grad gut lief, muß man sich was Neues einfallen lassen, schiet Geschichte, klaut uns die besten Argumente

    “Männer sollten gefälligst über ihre Gefühle reden” – ja aber über welche denn jetzt, nach so viel Umstellung, wo all diese Gefühle einfach weg sind.

    .”Ja, so einfach ist die Welt. Frauen werden als Objekt behandelt, Männer behandeln als Objekt, Gewalt und Unterdrückung geschehen ausschließlich in dieser Richtung und keiner kann sich die Sicht des anderen vorstellen. Da wollte ich helfen und schrieb unter anderem”:
    Wer in diesem Kontext Feme ist, sollte es lieber sein lasen, denn durch konsequenten Blödsinn gepaart mit Falten, mit Fältigkeit, mit einer Fältigkeit, noch besser: mit Einfältigkeit, hat sich noch nie eine ausgewachsene Weiblichkeit durchsetzen können, schlimm genug, wenn dann aus diesem Motiv heraus auch noch aus lauter Not versucht wird, Unvermögen in Feminismus zu verwandeln.

    Ich hatte Feminismus immer als etwas “für etwas Erstrebenswertes” verstanden, und nicht als etwas, das einmal in Schmalspur gesetzt permanent nur “gegen” kann und dabei dauerversäuerte Mundwinkel auf die Leine hängt.

    Wenn wir gemeinsam nicht Obacht geben, werden eines Tages Männer die Wehrtauglichkeit der Femen prüfen müssen, natürlich in Anwesenheit der schreibenden Abi-Praktikanten (!) und ohne “Schirm und SchaRm”, nur wegen der Befriedigung der Genderei, der Gleichstellung aller Geschlechter nicht nur im Bereich der Sprache, sondern auch der territorialen gegenderten Objektifizierung.

    Dafür gibt es meist zwei Richtungen: Männer auch wie Frauen oder Frauen auch wie Männer.
    Ich bin für die dritte, soeben erfundene:
    Männer, Frauen und alle Anderen: wie Menschen.

    • Wenn du von speziellen Toiletten für weibliche Soldaten schreibst ist die Schreibweise mit großem „I“ in der Mitte, abgesehen davon, dass sie lexikalisch nicht korrekt ist, obsolet 😉

    • Die Frauen-Quote für DAX-notierte Unternehmen zeigt doch, dass es um eine Benachteiligung der Männer geht bis ein Gleichgewicht erreicht wird. Da müssen Unternehmen jetzt den bestqualifizierten Mann aufgrund seines Geschlechts benachteiligen – das verstößt gegen das Grundgesetzt aber alle finden das gut so.

  10. Guter Text, den ich noch um einen Aspekt ergänzen kann. Meine Wenigkeit hatte damals noch das „Vergnügen“, zweimal zwecks Gewissensprüfung vor den Kriegsdienstverweigerungsausschuss zitiert zu werden. Das war eine Übung in psychischer Demütigung, bei der nur darauf abgezielt wurde, den angehenden Verweigerer zu brechen und ihn dadurch von seiner Überzeugung abzubringen. Da ich sehr hartnäckig sein kann, gab man das dann in meinem Fall nach 2,5 Jahren auf und ließ mich doch verweigern. Aber diese Prozedur haben etliche junge Männer vor und nach mir ebenfalls über sich ergehen lassen müssen und das ist sicher nicht bei jedem folgenlos geblieben.

  11. Ja, auch ich empfand meine Musterung als demütigend weil es eine erzwungene Untersuchung war. Das Schreiben: „Sie sind zur Mitwirkung verpflichtet“, die Örtlichkeit und der Ton des Personals geben einen 17jährigen nicht das Gefühl hier Wahlmöglichkeiten zu haben. 1978 gab es auch kein Internet und die KWAS waren nicht daran interessiert aufzuklären. Die netten Kommentare im Netz: ‚hättest ja nicht mit dir machen lassen müssen‘, sind unpassend, weil man eben auch der willkürlichen Entscheidungen der Musterungsärztin ausgesetzt war. Jeder kannte die Supersportler die ausgemustert wurden oder dass je nach Geburtenjahrgang mehr oder weniger Männer tauglich waren. Sie als studierte Ärztin sitzt am längern Hebel und du als noch Schüler erschwerst ihr die Untersuchung – obwohl Du doch von ihrem Wohlwollen vollständig abhängig bist? Nein es war mir nicht erklärlich warum ein männlicher Arzt und männlicher Assistent den Fragebogen mit mir durchgingen und Fr. Dr. nebst weiblicher Assistenz die Hauptuntersuchung und Genitalkontrolle – ohne Sichtschutz – durchführen mussten. Wenn man die Bilder aus dem Internet kennt: je totalitärer das Regime desto rüder geht der Staat mit seinen jungen Männern um. Zumal sich mit ein paar freundlichen Worten, Information und Rücksichtnahme z.B. durch Verwendung eines Sichtschutzes, die Zwangssituation hätte abmildern lassen – aber ein zügiger Arbeitsablauf bei der Fleichbeschau – hier fühlst du dich als Mann wirklich als Objekt behandelt – und die Chancengleichheit für Frauen bei der Berufswahl war ja wichtiger.

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