Dressurakt

Ein Thema, das in letzter Zeit immer wieder hochkommt, sind Zirkustiere. Und wenn man sich das genauer anguckt: Zu Recht.

Denn die Tiere werden alles andere als artgerecht gehalten, insbesondere in kleinen Zirkussen (Gott klingt das bescheuert ist aber laut Duden richtig *wein*).

Um es deutlich zu sagen: Die Tiere müssen eingebrochen werden. Und das geschieht mit roher Gewalt.

Der Zirkus kann ein magisches Erlebnis für Kinder sein. Clowns, die Spaß machen und mit Pantomimik Geschichten erzählen. Trapezkünstler, die schwerelos durch die Luft fliegen. Jongleure, die spielerisch Gegenstände durch die Gegend werfen. Bobarino ist übrigens ein erstklassiger Künstler und *richtig* richtig nett. 🙂

Doch es gibt auch die dunkle Seite: Die Tierdressuren. Raubtierdressuren, Elephanten, Pferde, oft sind sie die Aushängeschilder des Zirkus und nicht die Kunstfertigkeit der Menschen. Es scheint, dass ein Zirkus erst dann *gut* ist, wenn er Tiere hat, die er beherrscht.

Doch artgerechte Haltung dieser Tiere, damit sind die meisten Zirkusse überfordert. Sie sind zu klein, kratzen selbst ständig am Existenzminimum und verdienen im Sommer kaum genug, um über die Wintermonate zu kommen.

Die einzige Ausnahme möchte ich hier dem Zirkus Krone zugestehen, der bemüht sich wenigstens. Aber ansonsten sind all diese kleinen Wanderzirkusse schlichtweg Horte der Tierquälerei.

Das Personal ist nur in den seltensten Fällen geeignet, mit den Tieren umzugehen. Meist sieht man deutlich: Sie verstehen die Tiere nicht, sie mögen sie nicht einmal. Und diese sind den Stunnern und Haken hilflos ausgeliefert.

Dreht mal ein Elefant durch, wird er erschossen. Danach Business as usual. WARUM der Elefant durchgedreht ist, wird nicht hinterfragt. Doch gerade bei ihnen müsste man das. Die Tiere sind derart gutmütig und sozial, dass es viel Grausamkeit braucht, bevor sie einen Versuch unternehmen, zu fliehen.

Zirkusse gerne. Aber keine mit Zirkustieren. Denn ich möchte mir nicht die Zurschaustellung von Tierquälerei ansehen.

Zirkustiere sind ein Überbleibsel der amerikanischen Wanderzirkusse.

Wird Zeit, diese „Tradition“, die nichts bringt außer Leid, abzuschaffen.

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Soziales

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4 thoughts on “Dressurakt

    • 🙂

      Ich habe Circus Krone als Ausnahme genannt, weil der halt auch der größte Zirkus in Europa ist. Wenn selbst DIE es nicht packen, tierschutzwürdige Bedingungen hinzukriegen, dann schafft das kein Zirkus.

      Dann wirds wirklich Zeit für ein Verbot.

  1. Ein besseres Beispiel ist der Zirkus Picolino. Die wurden mehrfach für gute Tierhaltung ausgezeichnet. Die haben nur wenige Tiere (Ich glaub´ 3 Ziegen, 2 Hunde und 2-3 Pferde)
    Zirkus-Mama steht im Imbisswagen und regelt den Ton, Zirkuspapa ist Kraft-, Balancekünstler und Feuerspucker. Seine beiden Töchter (ich glaub´ 11 und 13 J.) übernehmen Seiltanz und Akrobatik und Ziegendressur. Die gehen jeweils für die Zeit der Gastierung in die ortsansässige Schule. Dann gibt´s noch einen Clown und 2 Helfer. Das war´s. Die Töchter stehen vor der Show auch noch an er Kasse.

    Gruß,

    Matti12

  2. Das mit der Gutmütigkeit der Elephanten ist so ne Sache. Gerade in Zentralafrika und Indien machen Elephantengruppen oder einzelne Bullen immer mal wieder Dörfer platt und töten Menschen. Das entkräftet natürlich nicht deine Argumente, denen stimme ich voll und ganz zu. Ich will damit eher sagen, dass es einfach Tierarten gibt, die man aufgrund von Ausstattung, Kraft, Masse oder Temperament nicht halten sollte. Schon gar nicht um sie dann großen Menschenmengen vorzuführen.

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