Man sieht sich immer zweimal im Leben

Jörg Kachelmann stand vor Gericht. Er war unschuldig, es folgte der Freispruch. Viel deutet darauf hin, dass er ein Opfer einer konzertierten Aktion seiner Freundinnen war.

Wie das moralisch zu bewerten ist, soll jeder für sich selbst ausmachen: Strafrechtlich gab es nichts zu beanstanden.

Tja. Und dann das. Alice Schwarzer hatte sich als selbsternannte Gerichtsreporterin geradezu auf Kachelmann eingeschossen. Sie verdrillte moralinsaures mit strafrechtlich irrelevanten und erklärte ihn für schuldig jedweden Verbrechens seit der Erfindung der Männer.

Allein:

Der Richter sah es anders, was Frau Schwarzer nicht wirklich schmeckte.

Doch sollte man vorsichtig sein. Wenn ich mich als Jäger der Korrupten darstelle, sollte ich besser unbestechlich sein. Und wenn ich mich als moralische Instanz darstelle, sollte ich besser nicht bei unmoralischem Handeln erwischt werden.

Frau Schwarzer ist hier Wiederholungstäterin. Nicht nur, dass ihre Haltung zur Beschneidung (kurz gesagt: Jo, beschneidet die Jungs ruhig, wenn dann die Mädels geschützt sind, ist mir alles andere egal) mehr als nur ein wenig moralisch fragwürdig ist, auch ihre rege Teilnahme an einer Werbekampagne für die Bildzeitung habe ich nicht vergessen.

Judith Holofernes hat hier übrigens deutlich anders reagiert. Kudos dafür.

Und dann, natürlich, ihre Steueraffäre, aus der sie sich wachsweich herauszureden versucht hat. Sie habe „um ihr Leben fürchten müssen und deshalb Geld beiseite geschafft“. Sie habe alles, was zu versteuern war, nachversteuert. Jo, die Verjährung haben wir dann mal gepflegt unter den Tisch fallen lassen.

Wenn ich moralische Instanz sein will, stelle ich mich in so einem Fall hin, hab den Hut in der Hand und sage: „Jepp. Mist gebaut. Habs nachgezahlt.“ und zwar ohne wenn und aber.

Und genau vor diesem Hintergrund muss man meine derzeitigen, sehr sehr eindeutigen Gefühle sehen, wenn ich bei Twitter sowas hier lesen darf:

Ich habe 2010 gelernt, dass sich jeder Idiot Gerichtsberichterstatter nennen darf. Also auch ich. Für wen darf ich zum #Schwarzer-Prozess?

— Jörg Kachelmann (@Kachelmann) 6. Juni 2014

hrhrhrhrhrhrhr.

Ach, das Gefühl?

Häme. Reine Häme. Die Frau kriegt gerade genau das, was sie verdient. Die richtet in ihrem Alter einen Flurschaden an, der ist nicht mehr feierlich.

Die muss so sehr eingestampft werden, dass die nirgendwo mehr ein Bein an die Erde bekommt. Denn derzeit schadet Frau Schwarzer den Frauen viel mehr als es jeder Extrem-Maskulist auch nur andeuten könnte.

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Soziales

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4 thoughts on “Man sieht sich immer zweimal im Leben

  1. Pingback: Links 2014-06-06 | -=daMax=-

  2. Häme. Genau. Es ist mir nicht peinlich, zuzugeben, dass mir Schadenfreude rausquillt. Der Unterhaltungswert ist ganz erheblich.

    Diese Kampfemanze war in den Sechzigern mal relevant. Damals hatte sie sich einen durchaus guten Namen erarbeitet. Den sie mit ihren Aktionen seit dein 90ern vollständig aufgezehrt hat. Die Kachelmann-Berichterstattung war nur die Spitze des Eisbergs.

    Schwarzers Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr.

  3. Zeigt mal wieder, dass selbst die Urteilenden nicht frei von Fehlern sind. Bei ihr zeigt sich noch, dass sie damit überhaupt nicht umgehen kann und versucht, alles zu verharmlosen. Und weiterzumachen wie bisher.

    Es sollte mal eine moderne Frau dort einziehen bei Emma. Oder das Blatt einfach zugemacht werden. Schwarzer gehört da jedenfalls nicht mehr hin. Sie hat sich selbst ihres Throns beraubt.

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