Weil es (immer noch) Wurst ist

Gott, was polarisiert die Frau (in Drag isses nu mal eine).

Mal ein bisschen aufnehmen, was ich aus den Kommentaren rausgezogen habe. Und – vielleicht – widerlegen. 😉

Warum ist Conchita so wichtig und was kann uns die aktuelle – aufgeblasene – Diskussion lehren?

Zunächst einmal: Entspannt euch. Das Abendland wird auch in Österreich nicht untergehen, weil eine Drag Queen gewonnen hat.

Dann: Es haben viele ein Problem damit, dass sie sich in die homophobe Ecke abgeschoben fühlen, wenn sie nur sagen, dass ihnen Conchita egal sei. Andere haben offenbar ein Problem mit Conchita selber.

Gut so.

Ihr *sollt* diese Probleme auch haben. Ihr *sollt* eure Positionen hinterfragen. Mal überlegen *warum* ihr euch so unwohl fühlt. Mein erster Gedanke, als ich Conchita das erstemal gesehen habe?

„Öhmpf, der Bart geht ja gar nicht zum Kleid“

Und dann setzte das Kopfkarussell ein. Ich hab mich gefagt, woran das liegt, dass „das gar nicht geht“. Ganz einfach: Wir sind kulturell so eingestellt, Kleider nur mit (bartlosen) Frauen zu verknüpfen. Männer, die Kleider tragen, sind keine „Männer“.

Conchita beweist recht eindrucksvoll das Gegenteil, und doch auch nicht.

Conchita Wurst ist kein Mann, sie ist eine Frau. Das ist eine Rolle in die der Künstler schlüpft, nichtsdestotrotz: Sie ist *in dem Moment* eine Frau. Mit Bart.

Und das verstört. Frauen haben keine Gesichtsbehaarung. Dort wo das anders ist, werden Frauen oft als „halbe Männer“ verspottet.

Dieser plakative Gegensatz ist es, der die Leute aufstört, der Probleme bereitet. Der viele gegen den Strich bürstet.

Und genau DARUM funktioniert das Konzept Conchita Wurst. Weil sie zum Nachdenken bei denen anregt, die nicht völlig verknöchert sind.

Mission accomplished.

Eins noch als Zusatz:

Das bezieht sich auf die Kunstfigur Conchita Wurst – und NUR auf sie. NICHT auf die Rezeption in den Medien und das hysterische Fangekreische, die wie die Hyänen aufpassen, dass man „ja nix homophobes“ sagt.

Leute, lasst die Fans hysterisch kreischen, die beruhigen sich auch wieder. Lasst die Gegner genauso hysterisch kreischen, lasst die Hyänen beider Seiten (denn beide Seiten haben den gleichen Mindset) sich gegenseitig ankläffen und anknurren. Holts euch Popcorn raus und genießt die Show.

DIE kann man doch wirklich nicht ernst nehmen. Nein, auch nicht die Idioten von katholisches.info.

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Soziales

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6 thoughts on “Weil es (immer noch) Wurst ist

  1. Ich bin ja vor einigen Wochen bei der Hobbitcon gewesen, wo sehr viele junge Frauen irgendwelche Zwerge „cosplayen“ (zu deutsch: sich als Zwerge verkleiden, mit zugehörigem Bart.) An diese Frauen fühlte ich mich erinnert, und schockieren tut mich schon lange nichts mehr.

    • Das passt sogar perfekt in die Herr der Ringe Lore – denn bei den Zwergen waren die Frauen von den Männern nicht zu unterscheiden 🙂

      • weils ausser den beiden, die es direkt betrifft, auch keinen was angeht, was unter der hose (bzw. dem kleid) steckt. der rest der leute soll ja auch weder anfassen noch sonstwas, oder?

  2. Sie hat ja schon ne tolle Stimme. Die Niederländer mit ihrem Lied haben mir trotzdem besser gefallen.
    Das wird man ja wohl nochmal sagen dürfen(tm)

  3. Pingback: Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

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