Gebt das Hanf frei

Hanf ist eigentlich eine verdammt nützliche Pflanze. Aus den Fasern kann man prima Klamotten machen und zur Papierherstellung ist sie auch geeignet. Man kanns sogar essen.

Das Pflanztier wächst sehr schnell, hat vielfältige Verwendungszwecke bis hin zum Hausbau, wenn ich das richtig sehe.

Warum ist das gute Zeug eigentlich verboten?

Weil es THC enthält, ein Rauschmittel. Darum.

Leute, ganz ehrlich: Colorado hats freigegeben und die Leute laufen da eben NICHT dauerstoned rum. Gebt das Hanf endlich frei. Da kann ne ganze Industrie von leben.

Und die Schmerzpatienten, die gerade nur unter erschwerten Bedingungen medizinisches Marihuana bekommen, wären auch vom Haken.

Im übrigen könnte man mal eine völlige Drogenfreigabe diskutieren. Das Verbot hat keinem was gebracht, außer einer schönen Finanzierungsmöglichkeit für die Geheimdienste.

Heroinabhängige könnten relativ normal leben, wenn sie ihr Zeug nicht auf dem Schwarzmarkt mit Strychnin versetzt kaufen müssten.

Schwieriger ist das tatsächlich bei Drogen wie CrystalMeth, die innerhalb kürzester Zeit Hirn, Persönlichkeit und alles andere zerstören. Aber Crystal Meth ist billig. Wäre Heroin auf Rezept zu kriegen, hätten die wahrscheinlich alle kein Meth-Problem mehr.

Alkohol verursacht jedes Jahr erheblich mehr Schäden an Mensch, Tier und Umwelt als jeder Drogie. Tabak ist für mehr Tode verantwortlich als Heroin.

Wäre es nicht an der Zeit, dass wir zumindest mal anfangen, diese Denkverbote umzustoßen? Anerkennen, dass der „Krieg gegen die Drogen“ gescheitert ist?

Das sage ich, der so ein Zeug nicht mal mit der Kneifzange anpacken würde. Aber wir würden auch bei den Strafverfolgungsbehörden erhebliches Potenzial freisetzen, wenn die nicht mehr jeden Pothead verfolgen müssten.

Wäre mal des Nachdenkens wert.

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Soziales

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7 thoughts on “Gebt das Hanf frei

  1. Liebe Tante,
    bedenke, dass es Hanf und Hanf gibt.
    „Normaler“ Hanf, dessen Samen man frei verkäuflich z.B. im Reformhaus erhält um sein Müsli mit anderen Kernen anzureichern enthält in seinen Blättern THC in nur zu vernachlässigenden Mengen – und wird auch für die Herstellung von Hanffasern und damit … siehe oben … verwendet.
    Nennenswerte Mengen an THC haben nur speziell gezüchtete Sorten.
    Und die unterliegen dann natürlich dem BTM-Recht.

    Soweit ich weiß wird man beim Anbau von Nicht-THC-Hanf natürlich öfter mal von Behörden unter die Lupe genommen, aber er ist wohl in Deutschland möglich : )
    Mit Grüßen
    Ein Schatten

  2. So lange man den Krieg gegen Drogen verwenden kann, um mehr „Sicherheit“ zu fordern (VDS, anyone?), so lange wird er auch nicht aufgegeben. Drogen legalisieren? Wo kämen wir denn da hin? Ich finde es neben aller Ironie aber kein einfaches Thema. Weitere berauschende und schädliche Substanzen freizugeben (also zusätzlich zu Alkohol, Tabak und Autos)? Ist das sinnvoll? Es würde wahrscheinlich die Kriminalität eindämmen, die sich im Umfeld der eigentlichen Drogennutzung abspielt, egal ob Einbruchdiebstähle oder Mord. Würde sich der Konsum ausweiten? Wahrscheinlich eher nicht – wer das Zeug will, kriegt es auch jetzt schon.
    Auf jeden Fall wäre es hilfreich, Kleinkonsumenten von Hasch nicht mehr mit der vollen Härte des Gesetzes zu bestrafen. Ich denke, das Zeug ist auch nicht ungefährlich, aber das muss jeder wie bei den legalen Drogen auch, selber mit sich ausmachen.

  3. Meine Worte …

    Übrigens erlaube ich mir die Vermutung, dass die synthetischen Drogen niemals erfunden worden wäre ohne die totale Prohibition von nicht-alkoholischen Rauschmitteln.

  4. THC-armer Nutzhanf WIRD angebaut, auch bei uns und in nicht mal so kleinem Umfang, allerdings unter Auflagen und unter Kontrolle, da er eben genauso aussieht wie THC-haltiger Hanf.

    Dass ein Heroinabhängiger mit Heroin auf Rezept ein „normales“ Leben führen kann, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Die Sucht bestimmt auch bei optimaler Versorgung den Alltag weitgehend. Das ist nicht anders als bei Alkoholikern, die eben, wenn schwer abhängig, auch bei Versorgung mit ihrem Suchtmittel den Alltag nicht „normal“ bewältigen können. Und davon abgesehen: Einem Alkoholoker gibt man seinen Stoff auch nicht auf Rezept, sollte man auch nicht.

    Entkriminalisierung der Konsumente – ja.
    Freigabe des Handels bei weicheren Drogen wie Cannabis mit Einschränkungen – auch ja.
    Eigenanbau von Cannabis erlauben – meinetwegen
    Suchtstoffe die so extrem und schnell abhängig machen wie Heroin und vor allem die neuen Drogen freigeben – nein.

    Allerdings braucht man dann auch einigermaßen zuverlässige Schnelltests für die Verkehrskontrollen. Leute, die stoned durch Tempo 30 Zonen brettern will ich genausowenig haben wie welche, die sich mit ein paar Bieren oder mehr hinters Steuer klemmen. Und das IST in Amiland durchaus ein Problem.

  5. Ob man alle Drogen freigeben sollte, das ist die eine Frage. Auch Koks und Heroin (und nicht nur Meth) wirken sich fatal auf Menschen aus.

    Ganz praktisch aber muss man sehen, ob und was nutzt. Ein Kanabisverbot kriminalisiert, bindet Resourcen bei Polizei und Gerichten, nutzt aber wenig oder gar nichts, wenn man den Konsum etwa zwischen DE und NL vergleicht,

    Wenn ein Verbot (des Kleinkonsums weicher Drogen) nicht nutzt, wohl aber schadet (etwa Kosten ohne Wirkung Verursacht), dann ist das Verbot Unsinn bzw. unverhältnismäßig. Das Geld ist sinnvoller in Forschung, Aufklärung und Prävention angelegt.

    Mir scheint, die Regierung scheut zunehmend davor zurück, sich Problemen zu stellen. Statt dessen werden immer mehr restrektive Regeln geschaffen. Die Behauptung, man hätte ja so etwas getan, offenbart dann nur Symbolpolitik. Aus meiner Sicht ist das unverantwortlich.

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