Was fürs Herz ;-)

mich gibts noch. Und ab und an stolpere ich in Facebook ja über schicke Dinge. Diesmal: Dr. Kall. 😉

Der Hochzeitstag kann der schönste oder der furchtbarste Tag des Lebens werden. Und viel hängt dabei auch von dem „Zeremonienmeister“ ab – in Irland ist das regelmäßig ein katholischer Priester.

Und ganz ehrlich? Leute wie dieser Priester machen mir den Trachtenverein fast wieder sympathisch. Fast.

/kleiner edit:

Das ist eh eins der schönsten Lieder, die ich kenne

Send to Kindle
Soziales

Flattr this!

24 thoughts on “Was fürs Herz ;-)

  1. Oh ja, so was im Büro zu gucken ist tödlich… 😉

    Vor allem der einzelne Zublinzler des Pfarrers reißt es heraus – von seiner Stimme und Interpretation mal abgesehen… 😀

  2. Meinst Du wirklich? Lies mal den vollständigen Text vielleicht unter:

    http://www.songnotes.cc/songs/151-leonard-cohen-hallelujah

    Zum Hochzeitstag?

    She tied you to her kitchen chair
    She broke your throne, and she cut your hair
    And from your lips she drew the Hallelujah

    und Buckley nannte es „a hallelujah to the orgasm“; Schon cool, das in einer Kirche zu bringen.

    Der Song ist genial wie böse und traurig, wirklich tiefgründung. Ich liebe diesen Song.

    • „und Buckley nannte es “a hallelujah to the orgasm”; Schon cool, das in einer Kirche zu bringen.“

      Hat er aber nicht.

      Hast Du mal auf den Text der Version des Priesters geachtet? Vielleicht solltest Du das, denn er hat nichts mit dem Text des Originals zu tun.

      Das Lied von Cohen ist was besonderes, ja, und es ist gut, sehr gut.
      Aber das ist nicht das Lied, das der Priester gesungen hat, das war um vieles optimistischer.

      Cohen besingt die Realität einer Beziehung, die so sein kann, und der sich die Brautleute in der einen oder vielleicht auch in einer ganz anderen Form früher oder später stellen werden müssen.

      Insofern macht es vielleicht Sinn den Song als Grundlage zu nehmen, um auch darauf hinzuweisen, obgleich er auch in einem deutlich anderen Duktus vorgetragen wird als in vielen anderen Versionen, die den Originaltext verwenden,

      Das Original hat seine eigene Qualität, die Version des Priesters hat eine deutlich andere, beide haben ihre Berechtigung.

  3. Ich liebe diese Lied. Ich hab davon zig verschiedene Versionen auf dem Rechner und es ist mein Lied zum Runterkommen, wenn der Tag mal wieder so richtig besch…eiden war.

  4. Nu sei nicht direkt „böse“ (okay okay, war nicht böse).

    Aber das kritisiere ich ja gerade. Ein Song ist ein Song ist ein Song. Ihn einfach für eigene Zwecke zu verändern, hindert nicht daran, das Original zu verstehen oder es zu assoziieren. Ich frage mich hier sogar, ob eine Änderung in dem Fall legitim war. Ja, mir ist bekannt, dass Cohen an Coverversionen mitgearbeitet hat.

    Ich habe aber auch sofort gedacht: „But you don’t really care for music, do you?“ 6/8 Takt, ein wunderschöner Song, ein biblisches Thema, die Täuschung ist perfekt.

    Sie war ganz offensichtlich perfekt und sie war gewollt. Das ist nun einmal meine Interpretation.
    Und selbst der Tante ist der Trachtenverein fast wieder sympathisch. Sie sagte klug nicht, warum.

    Ist vollkommen okay.

    • Haaaaaaaaaaaalt stop. Ich sagte „fast“.

      Priester wie den da gibts nämlich leider viel zuwenige. Und ab einer Hierarchieebene höher brauchste echt nicht mehr gucken. Furchtbar.

      Natürlich sind „Mashups“ wie das neudeutsch so schön heißt – spätestens seit „Axolotl Roadkill“ – legitim, wenn sie wie hier entsprechend genutzt wird.

      Ich interpretiere da auch nicht furchbar viel rein – muss man auch nicht. Es war eine wunderschöne Idee, ein absolut sauber und großartig und augenzwinkernd vorgetragenes Lied und der Pfarrer hat damit eine Hochzeit auf das schönste vervollkommnet und sichergestellt, dass dem Paar dieser Tag in Erinnerung bleibt.

      Es ist auch keine Täuschung – bei einem deutschen Pfarrer hätte man das *vielleicht* noch annehmen können, aber bei einem irischen? Der das Original nicht nur kennt sondern auch verstehen kann?

      Näh. Der wusste ganz genau welches Lied er sich ausgesucht hat.

      Wie gesagt: Da ist wenig Interpretationsspielraum. Irischer Pfarrer, englischer Muttersprachler (oder was die Iren so für Englisch halten) und der hat sich das Lied in erster Linie vor allem wegen dem „Halleluja“ ausgesucht – WENN er es denn ausgesucht hat und nicht das Brautpaar.

      Lyrics wacker umgeschrieben und fertig ist der Hochzeitssong – legitim und völlig in Ordnung. Und ich glaube, Leonard Cohen hätte sein Vergnügen daran gehabt. Genauso wie David Bowie an dieser Version sein Vergnügen hatte:

      • Schaut Euch das Teil auf Youtube an UND auch die Info dazu. Dann erfahrt Ihr auch, woher der Test stammt. Nein, nicht vom Priester. 😉

        Und in Deutschland dürfte man das natürlich nicht, da wär vermutlich die Gema erstmal vor 😛 (auch wenn es m.E. selbstverständlich legitim ist, wie JEDE Bearbeitung legitim ist, wenn auch nicht immer und unter allem Umständen legal)

      • Reininterpretiert: der Priester hat für die nötige Stimmung gesorgt. Egal was man von einer Heirat hält oder nicht hält.

        Die erzeugte Stimmung steht nicht in Widerspruch, sondern im Gegenteil unterstützt kongenial das Sakrament der Ehe. Das ist durch und durch richtig. Vorausgesetzt, man ist katholisch.

        Ich bin nicht katholisch, gönne aber dem Brautpaar (und der anwesenden Gemeinde, natürlich, auch) die gelungene Zeremonie. Und, last not least, dem ausführenden Priester: Chapeau!

  5. Ja ja, schon gut. Ich will Euch ja gar nichts wegnehmen.

    Bleibt trotzdem die Tatsache, dass dieser Song von Cohan ein „broken halleluja“ ist und voller Anspielungen steckt. Ich meine, das hat nicht irgendwer komponiert und sicher nicht aus versehen oder zum schunkeln.

    Aus der Wikipedia:
    Cohen wrote around 80 draft verses for „Hallelujah“, with one writing session at the Royalton Hotel in New York where he was reduced to sitting on the floor in his underwear, banging his head on the floor.

    Der Text sagt: „Maybe there’s a God above“ und „Love is not a victory march, It’s a cold and it’s a broken Hallelujah“. Die Bibelzitate stehen für Glauben, der nicht mehr helfen kann, der die Katastrophe sogar vorweg nimmt. Ich hoffe, das Brautpaar muss sich dem Grund dafür niemals stellen. Im Bibeltext, auf den sich die zweite Strope bezieht, geht es um Ehebruch und praktisch um Mord am Ehemann. Kennt ihr wirklich Cohan nicht? Dance me to the end of love.

    Und auch musikalisch …

    Ihr seit wirklich komisch. Ich kann mir kaum einen unpassenderen Song für eine Hochzeit vorstellen, ganz egal, welchen Text man dazu dichtet. Die Musik selbst, der Takt ist untrennbar mit dem (Bibel-)Text verbunden und mit einer unmöglichen Beziehung. Der Text beschreibt die Unmöglichkeit von Beziehungen. Cohen hat einen perfekten Song geschaffen.

    Cohen muss das alles klar gewesen sein, als er fragte: „But you don’t really care for music, do you?“

    • „Kennt ihr wirklich Cohan nicht? “

      Nein, selbstverständlich nicht, nie von gehört, danke für die Aufklärung über einen der Helden meiner Jugend 😉

  6. Nun will ich das aber wissen. Tante und Karl, warum seit ihr angepisst? Wo ist das Problem, wenn ich bei dieser Melodie an das Original und dessen Aussage denke?

    Ich schreibe doch niemandem etwas vor. Ich sage nur, diese Strohblumen sind blau. Das kann man doch nicht ignorieren oder sich wegen der Aussage angegriffen fühlen. Man kann sagen, he, ich mag sie trotzdem. Ist vollkommen okay, ändert aber nichts an den Tatsachen.

    Außerdem Karl, man muss sich nicht jeden Schuh anziehen.

    • Höh? Wo bin ich denn angepisst?

      Was ich nur nicht verstehe: Muss man alles überinterpretieren? Das war ein Hochzeitslied. Man hat sich auf die erste Liedzeile konzentriert („Halleluja“) und mit neuen (!) Lyrics etwas draus gemacht.

      Es war einfach eine schöne Situation, eine tolle Idee und eine grandiose Umsetzung. Mehr nicht – mehr sollte es auch nicht sein.

      Und ich verstehe, ehrlich gesagt, nicht, wieso bei sowas immer ein „aber das Original…“ kommen muss.

      Das Original kenne ich. Ich kenne Leonard Cohen. Als Kind habe ich ihn bewundert, auch wenn ich damals die Texte nicht verstehen konnte, weil ich noch kein englisch konnte.

      Leonard Cohen hatte seinem Lied den Drift gegeben.

      Das Mädchen, dass die anderen Lyrics geschrieben hat, hat einen anderen Drift genutzt, weil es eben auch eine völlig andere Situation war.

      Na-tür-lich hatten die das Original von Cohen nicht auf dem Schirm, weil es darum gar nicht ging.

      Irgendwie trennst du da nicht. Du bestehst darauf, dass das Original ein Scheißsong für eine Hochzeit ist und der Grund, warum sowohl Kall als auch ich gegenhalten ist, dass dein Zeigefinger etwas erhoben wirkt. 😉

      Du belehrst über etwas, was uns völlig bewußt ist – und *trotzdem* finden wir Idee und Umsetzung klasse.

  7. Hi, das erste video haben die hier in der englischen Version vom Morgenmagazin gezeigt. Fand ich auch cool. Sind halt doch ein paar Juwelen in dem Sauladen

  8. Es tut mir Leid, ich wollte nicht mit einem Zeigefinger kommen. Ich wollte auch nicht belehren, sondern Information geben. Hat es wirklich so geschadet?

    Vielleicht liegt das Problem einfach an shrek

    (dem Film, wo der Song „gebraucht“ wurde und wo das Teil noch einmal kommerziell wiederverwertet wurde)

    also vielleicht an einem Missbrauch durch die Medien. Vielleicht liegt es daran, dass wirklich alles durch die seichte Kommerznudel gedreht werden muss. Vielleicht liegt es daran, dass Cohen das selbst provoziert hat, ja sogar Teil der Aussage ist.

    Nur, was dann übrig bleibt ist entkernter Schrott. Wirklich, GCDEmC… im 6/8 Takt wäre nun nicht weltbewegend. Der komponierende König ist recht einfach gestrickt, verwirrt, wie Cohen sagt.

    Zur Begründung meine „spinnerte“ und „besserwisserische“ Sicht ohne jede Rücksicht auf Euch:

    Fällt denn wirklich niemandem auf, dass die Quinte der Tonika im Original ziemlich „schräg“ (die None der Subdominanten) liegen bleibt und alle Akkorde verbindet? Hallelujah endet dann logisch auf der sechsten Stufe mit einer Septime, mit einem Blues-Akkord. Es tut fast weh und es soll weh tun. Deshalb und wegen der zunehmenden Spannung in der aufsteigenden Melodie findet ihr das so schön.

    Nicht das ich nun nicht weiter könnte. Doch ihr bekommt vielleicht den Eindruck, wovon wir reden?

    Also, ich will damit nicht sagen, dass die Kompositionstechnik wichtiger wäre, als das Hören. Im Gegenteil. Ich will damit nur sagen, dass Aussage und Musik nahtlos zusammen gehören, perfekt füreinander gemacht sind. Sie zu trennen empfinde ich als Gewalt und Missbrauch. Man kann nicht einfach eine Statue der Aphrodite zerschlagen und aus den Trümmern ein Hochzeitsgeschenk basteln.

    Ich geb’s auf. Vielleicht kümmere ich mich einfach zuviel um Musik und um Texte. Vielleicht ist das alles viel zu wichtig für mich.

    Aber vielleicht denkt ihr einmal daran, was für ein wunderbar vielschichtiges Ding Cohen da gemacht hat, wenn ihr die Melodie wieder einmal hört.

bestellt folgenden Kaffee