Von einem, der Hass säte

Fred Phelps, der Gründer der Westboro Baptist Church, liegt im Sterben. 84 Jahre wurde er, die letzten beiden Jahre hat er offenbar gelernt, dass derjenige, der Hass sät, auch Hass erntet.

Seine Kinder haben ihn aus der WBC „exkommuniziert“. Die Gründe dafür bleiben im Dunkeln, die Mitglieder der Familie halten sich da ausnahmsweise sehr bedeckt. Der Verdacht liegt nahe, dass der Mann ein wenig altersmilde wurde und in der Retrospektive vielleicht erkannt hat, wie sehr sein Leben vom Hass vereinnahmt wurde.

Wünschen würde ich es ihm – das ihn die volle Wucht der Erkenntnis traf und die volle Wucht der Reue. Dieser Mann hat so ziemlich jede Seelenqual redlich verdient, die ihn im Diesseits noch treffen kann. Und er gehört zu den sehr wenigen Menschen, bei denen ich wirklich hoffe, dass es sowas wie eine Hölle gibt.

Er darf drin braten. Nein, ich bin nicht versöhnlich gestimmt angesichts des Todes. Der Tod ist kein Verdienst – er erreicht uns irgendwann alle.

Diejenigen der Familienmitglieder, die rechtzeitig aus diesem sektenartigen Moloch entkommen konnten, versuchen derzeit, den Vater noch einmal sehen zu dürfen. Was ihnen von den anderen Mitgliedern der Familie verwehrt wird.

Das ist billig, aber was will man von den Christushuren der WBC eigentlich anderes erwarten? Sie sind billig, werden immer billig sein und nie etwas anderes als „white trash“.

Fred Phelps darf sterben. Mein Mitgefühl gilt den Kindern, die es geschafft haben, da zu entkommen, denn sie verlieren den Vater und Großvater. Und ich richte nicht über ihre Trauer.

Für den Rest der Welt bleibt die Gewissheit, dass ein sehr schlechter Mensch nicht länger die Macht hat, Unheil zu stiften. Ich jubele nicht über seinen Tod. Aber ich werde diesem Mann auch ganz sicher keine Träne nachweinen.

Möge er nicht in Frieden ruhen.

 

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Soziales

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8 thoughts on “Von einem, der Hass säte

  1. Hoffentlich sieht sich niemand auserkoren auf seiner Beerdigung zu protestieren, damit wäre man genau so schlimm wie die WBC selber.

    • Klar!
      Da müssen wir hin!
      Auf dem Grab tanzen!
      Gegen den Grabstein pinkeln!

      😉

      Neee – Blödsinn – ignorieren die Sache und froh sein, dass einer mehr von der Sorte unter der Erde ist – lang genug gedauert hats ja.

      😀

  2. @Dave B:
    > Hoffentlich sieht sich niemand auserkoren auf seiner Beerdigung zu protestieren,
    Falsch. Denn es kommt eben auch darauf an, warum man etwas tut.
    Das WBC-Gesocks hat bei Begräbnissen von US-Soldaten demonstriert, weil sie sich in den Wahn verrannt haben, Gott hasst die ganze Welt (natürlich ausser der Herrenra… äh, WBC) wegen der Homosexuellen.
    Diese WBC ist nichts als eine Gruppe hasserfüllter religiöser Fanatiker, die aus ihrer Selbstgerechtigkeit heraus meint, die Regeln des Anstands haben für sie nicht zu gelten. Gut, sollen sie.
    Aber dann haben sie auch zu schlucken, wenn man ihnen die eigene Medizin zu kosten gibt. Und ich rede da nicht von Rache, sondern von Fairness und Gerechtigkeit.

    Deswegen würde ich, hätte ich die Gelegenheit, den trauernden Mitgliedern der Kirche mein Mitgefühl aussprechen und das ernst meinen. Und ich würde es auch ohne Frage respektieren, wenn zB Phelps‘ Sohn Nate oder irgendjemand von der Familie in seiner Trauer nicht gestört werden möchte.
    Aber wenn die irre Schreckschraube namens Shirley Phelps-Roper alleine am Grab steht, dann würde ich auf demselben tanzen und auf die Kränze pissen.Denn die verdammte Schlampe hat es nicht anders verdient – weil sie genau das seit Jahren bei anderen tut.
    (Und in ihrem Fall wäre es für mich im wahrsten Sinne des Wortes ein Heidenspaß.)

    > damit wäre man genau so schlimm wie die WBC selber.
    Eben nicht. Denn der Klügere gibt solange nach, bis er der Dumme ist.
    Jeder Mensch, der Homosexuelle und all die anderen Opfer des Phelps’schen Hasses fair und anständig behandelt, steht moralisch so weit über Phelps und dessen Hass-Sekte, dass er sich laut krakeelend mit einem „God hates Fred“-Plakat zu dessen Begräbnis stellen kann und trotzdem noch ethisch und moralisch meilenweit höher steht als die WBC.

    Für eine verdrehte Pietät à la „sobald jemand gestorben ist, darf man über ein Arschloch nicht mehr sagen, dass es eines war“ habe ich genau eines übrig: Verachtung.
    Denn das ist pure Heuchelei.

    Und was Phelps angeht, dem sollte man ein Zitat von Moms Mabley auf den Grabstein meißeln: „They say you shouldn’t say nothin‘ about the dead unless it’s good.
    He’s dead. Good!“

  3. Ich zitiere mal von Mr. Sulu zum Thema WBC


    George Takei:

    I take no solace or joy in this man’s passing. We will not dance upon his grave, nor stand vigil at his funeral holding „God Hates Freds“ signs, tempting as it may be.

    He was a tormented soul, who tormented so many. Hate never wins out in the end. It instead goes always to its lonely, dusty end.

    • So sehr ich George Takei bewundere – hier widerspreche ich ihm.

      Ich glaube nicht, dass er eine „gequälte Seele“ war – er war ein Arschloch. Dem es mit seiner WBC lange Zeit sehr gut ging.

      Er hat Recht: Hass zahlt sich nicht aus.

      Meiner vielleicht auch nicht. Aber ich trage ihn mit weitaus mehr Berechtigung als dieses Arschloch.

      Bin ich dadurch ein kleiner Mensch? Vielleicht. Aber DER Mann hat die Geduld zuvieler überstrapaziert.

      • Da gebe ich dir ja recht, aber es nutzt ja jetzt nichts mehr.
        (Nutzen hierbei: Phelps zu bestrafen für seinen Mist)

        Der ist hinfort und hat sich uneinsichtig aus der Affäre gezogen.
        Jetzt auch zu protestieren bringt nur noch Genugtuung.

        Die WBC ist eh belämmert, die würden einen Protestzug auch nur als weitere Rechtfertigung sehen(als ob die eine brauchen würden).

        Fanatiker sehen eh alles durch ihren Fanatismus verzerrt.
        Man sollte sich ja bloss nicht auf deren Niveau herablassen.

        • Freddy Kruger bekommt man nicht mehr. Richtig. Der ist hoffentlich schon auf dem Grill.

          Aber seine Tochter: DIE kriegt man – und die und alle anderen durchgeknallten WBC-Mitgliedern wünsche ich, dass die mal einen dicken Löffel ihrer eigenen Medizin bekommen.

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