US-Amerikanische Realsatire

Eins muss man John Kerry ja lassen: Humor hat er. Wirklich. Und der ist fast britisch, so trocken ist der.

Zitat:

Auch US-Außenminister John Kerry griff Russland scharf an. Das Land verhalte sich wie im 19. Jahrhundert und marschiere in andere Länder unter Verweis auf frei erfundene Gründe ein.

Ich bezweifle allerdings, dass die Bürger des Irak oder Afghanistans diesen Humor teilen können.

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Soziales

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15 thoughts on “US-Amerikanische Realsatire

  1. Wenn das so weitergeht, wird die neue deutsche Militärdoktrin in absehbarer Zeit auf eine Bewährungsprobe gestellt. Immerhin sind Polen, Slowakei, Rumänien, Bulgarien und die Türkei NATO-Mitglieder, also fast alle westlichen und südlichen Anrainer an die Ukraine (bis auf Moldawien, die aber eh keine Rolle spielen). Ich hätte an deren Stelle Angst, dass Russland nicht in der Ukraine anhält. Unter Timoschenko wollte die Ukraine in die NATO, Janukowytsch hat das auf Eis gelegt. Sonst hätten wir jetzt schon den „Bündnisfall“. Bis auf die Türkei will wahrscheinlich keins der Länder deutsche Truppen sehen, aber im Krieg ist man dann wahrscheinlich nicht mehr wählerisch. Das kann noch ziemlich häßlich werden.

    Ansonsten ist es tatsächlich eine böse Ironie, dass ausgerechnet die Amis was von territorialer Integrität faseln – die drehen sichs halt so, wie sies gerade brauchen.

  2. nunja – immerhin: Afghanistan haben die Amis ja sozusagen von den Russen übernommen – nachdem der CIA die Taliban lange genug finanziert wurde.
    Wollen wir hoffen, daß die Krimkrise nicht ausartet…

  3. Schon seit längerem habe ich das ungute Gefühl „Die Einschläge kommen immer näher“ und seit den Prodesten in Kiew verstärkt sich dieses Gefühl.
    Ich bin Wienerin, bis Kiew sind es nur etwas über 1.000 km, gerade mal doppelt so weit wie nach Bregenz (Luftlinie). Wirklich weit weg ist das nicht… :-(((

    • Nee, lustig ist das nicht mehr – soo weit weg ist das alles nicht, zumindest nicht für heutige Raketen und ähnlichen Kram. Ich hoffe bloß, dass keine nervösen Finger an den berühmten roten Knöpfen sitzen…

      • Eigentlich mache ich mir gar nicht so sehr Gedanken über die roten Knöpfe und die zuständigen Finger. An diese Art Anschläge habe ich dabei gar nicht gedacht.
        Mehr Sorgen bereiten mir die durchaus gerechtfertigte Unzufriedenheit vieler Menschen und was passiert, wenn sie auf die Straße gehen und um für eine gerechtere Welt zu kämpfen. Wie schnell es geht, dass nachdem die aktuelle Staatsmacht gestürzt ist, die neuen „Helden“ ihre „Wahrheit“ mit den Waffen gegenüber allen anderen „beschützen“.
        Syrien, Ägypten, Tunesien, Libyen… so weit weg… was geht uns das an… aber inzwischen hat dieses Phänomen die Ränder Europas erreicht… wielange wird es dauern bis die Griechen aus ihrer Lethargie erwachen… wann wird die Unzufriedenheit und die Armut in Rumänien, Ungarn wo auch immer die Menschen auf die Straße treiben.
        Es ist einfach bedrückend…

        • Ich glaube, dass viele Europäer die neoliberale Propagandalüge „Jeder ist seines Glückes Schmied“ oder weniger poetisch „selber schuld“ verinnerlicht haben, deswegen gibt es bisher so wenig Aufstände. Die Griechen hätten allen Grund, die Troika an den nächsten Baum zu hängen. Das Land liegt am Boden, und anstatt dort zu helfen, wo es brennt, werden die Schulden an die Bankster bezahlt, und das Tafelsilber zwangsversteigert. Anderenorts, wie in Ungarn oder in Bayern, wird das Volk mit Rechtpopulismus von den eigentlichen Problemen abgelenkt. Wenn die Presse mal wieder ihrem selbstgestellten Auftrag, die vierte Macht im Staate zu sein, ernsthaft nachkäme anstatt nur Hofberichterstattung zu liefern, würden manche vielleicht mal wieder anfangen, Fragen zu stellen.

          • Es sind nicht die Fragen, die Sorgen machen.
            Es sind die Antworten.
            Antworten aus der Vergangenheit, kaum renoviert.

            • Tja, so lange Krieg und Gewalt immer noch und immer wieder als legitimes Mittel der Politik gelten, so lange werden wir diese alten Antworten immer wieder hören. Früher war es immerhin klar, dass die Könige ihren Machtbereich vergrößern wollten – heute wird das ja gerne bemäntelt, weil man Frieden, Freiheit, Demokratie bringen will oder Menschenrechte schützen oder was dergleichen Ausreden mehr sind. Fighting for peace is… – ach, lassen wir das.

  4. Auch heute wollen Könige ihren Machtbereich erweitern, nur nennen die Könige sich Präsident oder Manager und der Machtbereich wird manchmal als Einflusssphäre oder Markt bezeichnet.
    Oh! Und selbstverständlich muss die Rohstoffversorgung gesichert werden; das steht, glaub ich, sogar irgendwo in irgendeinem Vertrag von der NATO drinne; oder wars n Positionspapier, eine Eingreifstrategie oder gar eine Handlungsdirektive…?

    • Wegen einer Aussage zu deutschen Wirtschaftsinteressen, die notfalls auch mit Waffen gesichert werden müssen, ist Horst Köhler zurückgetreten. Mittlerweile ist so eine Aussage schon fast salonfähig.

      Ich sehe eher das „Big Money“ als die neuen Könige – die Regierungen sind nur die Bürokraten, die den Wunsch der Herren in Gesetze und staatliches, scheinlegales Handeln gießen. Das Volk wird mit Brot und Spielen bei Laune gehalten – Spiele sind in dem Fall die Wahlen. Wirklicher Einfluss läuft über ganz andere Kanäle.

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