Doof

Derzeit ist hier was ruhiger. Ist es bei meiner „sonstigen“ Schreiberei auch. Man nennt das, glaub ich „Writers block“ – oder in meinem Fall: Ne gute schöne Depression.

Die olle Dame schiebt grad wieder und das kräftig.

Ich werde es überleben – wie immer. Aber ich hab auch einiges zu bedenken, was die Sache nicht leichter macht.

So zum Beispiel die Erkenntnis, dass meine Depression nix neues ist. Sondern dass ich die schon gut 40 Jahre mit mir herumschleppe und schon als Kind depressiv war.

Was auch bedeutet: WEG geht das nie wieder. Das ist so tief im System eingebettet – ohne Depressionen wirds mich nicht wieder geben. Es wird gute und schlechte Tage geben, wie es sie auch gab, aber gut wird es nicht mehr.

Es ist erstaunlich wie sehr einen diese Erkenntnis doch aus der Bahn werfen kann – ich hab doch wirklich schlimmeres hinter mir. Und es ist ja auch nicht so, als würde ich damit irgendwie was Neues erleben. Ich bin derselbe Mensch wie vorher. Es hat sich doch seit 40 Jahren nichts verändert.

Doch irgendwie scheint das so ein Zweig gewesen zu sein, der nicht hätte brechen dürfen.

Und so ist momentan halt alles doof. Sonne doof. Umgebung doof. Rechner doof. Facebook doof. Alles doof.

Das dööfste ist, das ich grad nicht richtig schreiben kann. Ich hab so viele Stories im Kopf, die erzählt werden wollen, Clarissa ganz vorneweg, aber auch ein paar andere, aber ich komm einfach nicht dazu. Keine Power, keine Ideen, wie ich anfangen soll…schreiben ist aktuell Schwerstarbeit. Wenn ich ein Kapitel ordentlich gecliffhangert habe, dann hab ich das Gefühl, ich fange ganz von vorne an, bis ich wieder im Schreibfluß bin. Und das ist pure Überwindung, die ich aktuell nicht hinbekomme.

Morgen soll schönes Wetter werden. Mal sehen, ob ich auf ne Tour gehe, ich glaube, ich muss hier mal echt raus. Bisschen Tapetenwechsel. Fotos machen. So ein bisschen relaxen.

Und das wäre dann nicht doof, wenn ich das hinbekomme.

Die gute Nachricht: Wenns mich bis jetzt nicht umgebracht hat, wirds das auch nicht mehr 😉

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Soziales

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9 thoughts on “Doof

  1. Manchmal, wenn ich abends in der Poofe liege, so kurz vor dem Einschlafen, da denke ich, dass es fein wäre, am nächsten Mörgen nicht wieder aufzuwachen…

    … aber dann denke ich daran, dass ich noch auf den Gräbern meiner Feinde tanzen möchte und _das_ bringt mich von diesem Gedanken wieder ab.

    😀

  2. Ich sehe grad, es wird Zeit für ein 2. Frühstück
    Und danach ein kleines Vit. D Upgrade in der Sonne

    Aufräumen kann auf trüben Himmel warten.

    Keep on truckin ….

  3. Moped rausholen, volltanken und losfahren, Bilderfasthaltmaschiene nicht vergessen und erst wiedr nachhausekommen wenn es dunkel ist.

      • Immerhin – genieß die Sonne … 🙂

        Ich wollte heute eigentlich dringendes am Schreibtisch erledigen – aber durch das Wetter bin ich total hibbelig – na gut, ist halt zu Hause wieder viel erledigt… 🙂

  4. Vier Tage Krankenhausaufenthalt mit OP sind gelinde gesagt auch irgendwie doof, es fehlen die Annehmlichkeiten, die man zuhause hat, oder diese kosten hier ein Schweinegeld (z.B. Patienten-WLAN 2,50€/Tag).

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