Flying Solo

Robina Astii ist 92, Weltkriegsveteranin, sie war Pilotin im Pazifik. Damals gab es keine weiblichen Piloten, zu dem Zeitpunkt war Robina ein Mann.

Sie hat ihr Geschlecht offiziell geändert. Sie hat ihren Mann kennengelernt und ihm irgendwann die Wahrheit gesagt. Er war wütend, fühlte sich betrogen. Doch nach einer Woche kam er zu ihr und meinte: „Es ist mir egal. Du bist eine wunderschöne Frau, ich liebe dich so sehr und ich will einfach nur mit dir zusammensein.“

Nach wie vor ist die Suizidrate bei Transmenschen unglaublich hoch. Denn zu viele haben keinen, der ihnen ehrlich sagt, wie wunderschön sie sind. Wie weiblich oder männlich. Kaum einer bekommt den Wechsel von Mann auf Frau hin, es wird immer auf das Geburtsgeschlecht abgezielt.

Robina hat es geschafft. Sie ist 92 Jahre alt und erzählt ihre Geschichte auf unglaublich berührende Art. Ich hatte mehrfach das Bedürfnis, die Frau einfach zu knuddeln.

Sie heiratete, lebte ihr Leben und im Alter von 97 Jahren starb ihr Ehemann. Doch Witwenrente bekommt sie nicht. Denn zum Zeitpunkt ihrer Eheschließung war sie „not legally a woman“ und damit hat sie keinen Anspruch auf Witwenrente.

Könnten wir bitte aufhören, so mit den Menschen umzugehen? Herzlos? Als Nummern? Es ist allmählich genug. Auch hier in Deutschland würden sie als schwules Pärchen gelten und Rentenansprüche hätten sie trotz langjähriger Beziehung erst seit sehr kurzer Zeit.

Es sind Menschen. Menschen, die alt sind und unsere Unterstützung brauchen. Und wir sollten vielleicht aufhören, diese Unterstützung von überkommenen Moralvorstellungen abhängig zu machen.

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Soziales

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7 thoughts on “Flying Solo

  1. Ich kenne, persönlich, rund ein halbes Transmenschen. Es macht für mich keinen Unterschied in welchem Körper die Jungs und Mädels geboren wurden. Was für mich zählt ist das sie Glücklich werden. Und ich hoffe das die Medizin eines Tages soweit ist die Biologie vollständig anzugleichen.

    Auch was meine bekannten an Drohungen, Beleidigungen etc. bekommen geht auf keine Kuhhaut. Die eine verliert den Job während einer anderen Beihilfen für Medikamente (nicht alle werden von der Kasse übernommen) verwehrt werden.
    Da frag ich mich: gehts noch? Verlieren die Leute irgendetwas von ihrer Qualifikation ? Andere Krankheiten (z.b. wenn spez. Ernährung braucht) werden bezuschusst aber TG nicht?)

    Das Geschlecht macht doch keinen Unterschied daher sollten wir echt aufhören diesen ganzen Kram so hoch zu bewerten. Von mir aus auch das „Geschelchtsmerkmal“ aus allen Dokumenten streichen etc.

    • Dasselbe, was man bei allen Verletzungen der Menschenrechte macht.

      Schnauze auf, die Leute auf ihren Irrtum und ihre Engstirnigkeit aufmerksam machen und notfalls als Meinungsverstärker ne Bratpfanne nutzen. Ich hab so ne schöne, gußeiserne hier.

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