Über die Zensur

Es ist ja immer wieder erstaunlich, was manche Leser so glauben, was ein Blogbetreiber alles so aushalten muss. Da kackt man fröhlich seinen Mist ins Blog, beleidigt lustig drauf los und sobald der Blogbetreiber sich dagegen verwahrt wird „ZENSUUUUUUUUUUUR“ gebrüllt.

Neeeeeeeeeeeeeee, Freunde. So funktioniert das nicht.

Im Internet gelten die gleichen Höflichkeitsregeln wie im „Real Life“ auch. Das heißt: Beleidigen, bedrohen, schräg anmachen sind auch in Blogs nicht gerne gesehen. Und im Wohnzimmer eines Menschen geht man ja auch nicht hin, stellt die dreckigen Latschen auf den Wohnzimmertisch, schnippt mit den Fingern nach nem Bier und beschwert sich, wenn der Hausherr diesen Besuch mittels eines heftigen Tritts ins Gesitze wieder nach draußen befördert.

Genauso funktioniert das hier in meinem Blog und in jedem anderen, das ich kenne, ebenso: Der Blogbetreiber (in dem Fall ich) legt die Regeln fest und man kann damit leben oder nicht. Wenn du es NICHT kannst, dann hast du jederzeit die Möglichkeit, mich aus dem Feedreader zu streichen.

Was man nicht kann: Fordern, dass mein Blog nach den Regeln des Lesers funktioniert.

Das heißt: Du bist ein religiöser Fundamentalist? Lies besser nicht mit, sonst bluten dir hier innerhalb kürzester Zeit die Augen. Du bist konservativ? Dasselbe. Du bist tiefbraun: Och komm, mit dir spiel ich erst noch ein bisschen das lustige Spiel „wer kann am schönsten beleidigen“ bevor ich dich in den Spamfilter kicke. 🙂

Denn, sieh es ein: Ich bin hier Chefin. Ich bin für das verantwortlich, was hier steht. Das gilt auch für die Kommentare. Strafrechtlich relevantes muss innerhalb einer gewissen Zeit raus, sonst werde ICH haftbar gemacht, das gleiche gilt für Dinge, die zivilrechtliche Ansprüche nach sich ziehen können. Blogbetreiber sein heißt auch immer und gerade in Deutschland 2014: Man steht mit einem Bein im Knast.

Und eben WEIL das mein Blog ist, gibt es meine Meinung wieder. Die kann man gerne mit mir diskutieren – aber trollen lasse ich nicht zu. Joschwa, David oder wer immer das war, kam mit der festen Trollabsicht hier rein. Und dann landet man ohne weitere Umschweife im Spamfilter.

Doof dann: Da gucke ich nur alle Jubeljahre mal rein. Nach 30 Tagen werden die Kommentare automatisch gelöscht, vorher hab ich noch ne Chance, einen Kommentare da rauszufischen, wenn er irrtümlich da landet. Weil Joynt z.b. mal wieder Linkamok gelaufen ist *g*

Benehmen ist KEINE Glückssache. Wenn du etwas im „realen“ Leben nicht tun würdest – warum dann im Web wie ne Wildsau benehmen?

Auf keinen Fall hat man aber das Recht, mittels des Zensur-Gebrülls sein schlechtes Benehmen auch noch durchzusetzen.

Es hat einen Grund, warum hier so wenig Trolle sind 😉

Send to Kindle
Soziales

Flattr this!

5 thoughts on “Über die Zensur

  1. Vollste Unterstützung Tantchen. Ich trag mich auch schon eine Weile mit dem Gedanken rum einen Blog zu starten, aber bis jetzt haben mich 2 Sachen davon abgehalten. Erstens die Frage nach der Relevanz dessen was ich schreibe und die erzielbare Reichweite(und was ich dafür tun müsste diese zu bekommen). Und Zweitens die nicht wenigen rechtlichen Pflichten und Vorschriften die man als Blogger beachten muss. Von daher dein Blog, deine Regeln, da du als Einzige hier in der rechtlichen Schusslinie bist.

    Ich verstehe auch nicht das Bedürfnis einiger Leute jemandem unbedingt solange Gegenwind zu verpassen bis dieser doch endlich die eigene unfehlbare Meinung angenommen hat. Wie du sagst diskutieren auf dem entsprechenden Niveau ist ok, aber irgendwann sollte man zur Erkenntnis kommen, dass die Positionen nicht zu vereinbaren sind. Ich lese auch durchaus immer mal weider Blogposts die mich ärgern, aber wenn es nicht wirklich geistiger Dünnpfiff der asozialsten Sorte ist, lese und kommentier ich das einfach nicht mehr und gut ist.

bestellt folgenden Kaffee