Redtube – immer noch

/update Lawblog mit demselben Thema.

Der Fall der Streaming-Abmahnungen für Redtube-Nutzer wird inzwischen eine reine Realsatire.

Die Firma, die das Programm geschrieben haben will, mit denen der „Rechteinhaber“: Verschwunden, die Webseite existiert nicht mehr.

Der „Rechteinhaber“ selbst? Der Geschäftsführer der Firma ist ausgetauscht, der Firmensitz hat gewechselt. Der neue Geschäftsführer stammt aus Benin und der neue Geschäftssitz ist ein Mehrfamilienhaus. Die Webseite des „Rechteinhabers“: Gelöscht.

Stück für Stück machen sich alle Beteiligten aus dem Staub und fangen an, die Spuren zu verwischen. Ich nehme an, dass die Aktion genug Geld in die Kassen gespült hat und sie sich jetzt eingraben, um die juristische Detonation abzuwarten.

Und die wird kommen. Aber wohl in eine andere Richtung als erwartet. An „The Archive“ wird keiner rankommen, die Firma hat ein Vermögen von 100.000 Schweizer Franken und dürfte im Schadenersatzfall fix pleite sein. An itGuard auch nicht, die Firma existiert offenbar nicht mehr.

Und die Anwälte?

Für die dürfte es jetzt verdammt eng werden. Denn auch Anwälte haben beim Versand von Abmahnungen eine Sorgfaltspflicht die hier meiner laienhaften Ansicht nach zumindest grob fahrlässig verletzt wurde. Die hätten die Ansprüche deutlich besser prüfen müssen, nicht einfach Abmahnungen auf Zuruf rausschicken. Und wenn ich das Landgericht Köln so höre, fühlen sich dort einige Richter von der Kanzlei getäuscht.

Folgerichtig sind die ersten Anzeigen gegen die Kanzlei eingegangen. Und folgerichtig wird jetzt auch gegen die Anwälte dieser Kanzlei ermittelt.

Mal sehen, was bei diesen Ermittlungen herauskommt.

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Soziales

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8 thoughts on “Redtube – immer noch

  1. Treffer – versenkt – mit nur einem Schuss.
    Sehr nett!
    Das sieht man mal wieder, dass auch unsere Gerichte nicht davor gefeit sind, beschissen zu werden. Wobei hier gesagt werden muss, dass sie sich zumindest mit Stil haben bescheißen lassen, denn da hat doch wer ein Gutachten gemacht zu der Software, mit der da gedingens wurde.

    Erklärungsversuche? Seitens der Justiz gar? Oder eventuell ein Hinterfragen der aktuellen Arbeitspraxis?
    Fehlanzeige.

    Schaun wir mal, was da sonst noch so nachkommt.

    • Du meinst dieses „Gutachten“, welches gerade genussvoll im Lawblog zerlegt wird? Alleine schon die Formulierung „Die bei den Tests durchgeführten Aktionen beruhen technisch auf üblichen Internettechnologien“ lässt vermuten, dass dieses Meisterwerk des Bullshit-Bingos einfach nur eine dahingerotzte Verbaldiarrhöe ohne Substanz ist.

  2. Eigentlich ganz witzig, dieses Verfahren. Zeigt es doch mal wieder mehr, wie angreifbar die Justiz ist.

    Schade ist es allerdings im die, die Geld lassen mußten. Die werden das sicher nicht wiedersehen.

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