Madiba

Meine erste Erinnerung an Nelson Mandela hatte mit Apartheid zu tun. Ich habe ihn bei dem Konzert zu seinem 70. Geburtstag zum ersten mal richtig auf dem Schirm gehabt. Und mit dem Konzert habe ich auch erstmalig verstanden, was Apartheid wirklich ist, was es bedeutet. Es war meine erste Kollision mit dem schreienden Unrecht, dass Rassismus ist.

Das ist 25 Jahre her.

Nelson Mandela wurde endlich aus dem Gefängnis entlassen. Und der Mann, der da vor der jubelnden Menge stand, war nicht mehr der zornige Mann, der in Robben Island eingeliefert wurde. Nelson Mandela hatte Frieden mit sich und seiner Vergangenheit gemacht. Und er hatte die Erkenntnis gewonnen, dass Rache nur weitere Gewalt nach sich zieht.

Zusammen mit Desmond Tutu hat er Südafrika und auch die Welt ein Stück verändert. Integre Männer sind beide, doch Mandela hat es als Präsident geschafft, ein Land zusammenzuhalten, dass unter jedem anderen in einen Bürgerkrieg abgeglitten wäre.

Die Versöhnungskommission hat ihre Arbeit gemacht und viele Schicksale verschwundener Menschen konnten aufgedeckt werden.

Die letzten Jahre lebte Nelson Mandela zurückgezogen, doch Jacob Zuma hat sich immer wieder mit dem Mann geschmückt, der für sich in Anspruch nehmen konnte, die Apartheid besiegt zu haben. Ruhe wurde ihm nur wenig gegönnt.

Das hat sich jetzt geändert. Nach langer Krankheit ist Nelson Mandela heute gegangen. Und ich gönne ihm diesen Frieden von Herzen.

Farewell, Madiba.

Ruhe in Frieden. Und wenn ich abends die Sterne sehe, dann freue ich mich, dass es Menschen wie dich gegeben hat, die nicht perfekt waren – aber doch im richtigen Moment das Richtige getan haben.

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