Menschenrechte

Ich werde an der Stelle vielleicht mal wieder ein wenig trollig, aber mir ist gerade danach.

In letzter Zeit habe ich recht viel zum Thema Frauenrechte gelesen und wie sehr Frauen doch benachteiligt sind. Während die Klagen in Deutschland durchaus auf hohem Niveau liegen (Stichwort „Manager sind unterrepräsentiert“), gibt es Länder, wo die Frauen täglich um ihr Leben fürchten müssen.

Sei es, dass eine junge Frau in Indien oder Pakistan vom Ehemann oder den Schwiegereltern einfach mal mit Säure übergossen wird oder lebendig verbrannt, weil das Brautgeld ihnen nicht ausreicht oder sie einfach eine neue Braut brauchen, weil das Brautgeld verbraucht ist.

Säureattentate sind im übrigen inzwischen auch ein beliebtes Mittel zur „Strafe“ hier in Europa, das ist hier wohl echt importiert worden. Ein Mann wurde von einer Frau zurückgewiesen? Batteriesäure sorgt schon dafür, dass sie das den Rest ihres Lebens bereut.

Sei es, dass ganz selbstverständlich Eltern ihre Töchter dazu erziehen, möglichst zu Hause zu bleiben, weil sie sonst vergewaltigt werden.

Über all diesen „traditionalisierten“ Tragödien wird aber die Hälfte der Menschheit unter den Tisch gekehrt.

Glaubt ihr denn wirklich, dass nur Frauen in Kriegen vergewaltigt werden? Und Männer hier immer die Täter sind? Niemals die Opfer? Glaubt ihr wirklich, dass Säureattentate nur Frauen betreffen? Niemals Männer?

Der Kampf für „Frauenrechte“ kann nicht getrennt werden von dem Kampf für Menschenrechte. Denn diese sind deckungsgleich, die Trennung nach Geschlechtern muss hier aufhören.

Das Leid eines vergewaltigten Mannes ist nicht geringer als das einer vergewaltigten Frau. Das Leid Sergei Filins nicht geringer als das der Frauen, die jeden Tag zu Dutzenden misshandelt und verstümmelt werden.

Wer Frauenrechte nicht achtet, hat ein Machtproblem. Es ist in der Tat ein Machtkampf, der sich da abspielt. Doch wer Frauenrechte nicht achtet, achtet im Regelfall auch keine Menschenrechte. Denn Frauen sind Teil der Menschheit, wie es auch Männer sind.

Wenn eine Gruppe nun die Hälfte einfach ausschließt, splittet man die Kräfte, die man braucht, um endlich die Menschenrechte in allen Ecken dieses Planeten durchzusetzen.

Denn jeder Mensch hat diese unveräußerlichen Menschenrechte. Egal welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe, welchen Alters, was heißt, dass sie auch für die Säuglinge gelten, die sich selbst noch nicht dazu äußern können.

Wie wärs, wenn wir die Kräfte zugunsten von Menschenrechten mal vereinigen und wirklich etwas erreichen? Und den Idioten dieser Welt deutlich zeigen, dass sie verloren haben?

Dass Vergewaltigung eben KEIN Mittel zur Gewaltdemonstration ist. Dass Säureattentate KEINE Mittel zur Bestrafung imaginärer Beleidigungen sind.

Dass Respekt verdammt noch eins keine Einbahnstraße ist. Sondern immer auch bedeutet, dass ich Respekt *zeigen* muss bevor ich Respekt einfordern kann.

Eigentlich einfache Grundsätze. Die im Krieg schnell über den Jordan geht. Aber es wird mal Zeit, dass man ein Schlaglicht darauf wirft, dass Männer nicht immer nur Täter sind und Frauen nicht immer nur Opfer.

Damit marginalisiert man die Opfer nicht – im Gegenteil. Denn so gibt man endlich den Opfern auch eine Stimme, die man anders nicht anhört, weil sie nicht in die „Opferschublade“ passen. Und vielleicht hilft es auch endlich mal dabei, aktive und effektive Hilfen für Betroffene zu etablieren anstatt ständig dasselbe Geseiere der Politiker wieder und wieder hören zu müssen, die glauben, Strafverschärfungen für Täter und dann wäre alles schon in Butter.

Es reicht. Wirklich.

Menschenrechte sind Frauenrechte sind Männerrechte.

Denn wir alle sind in erster Linie Menschen. Zeit, sich daran zu erinnern.

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Soziales

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