Da war doch noch was…

Ich habe seit Wochen gesehen, dass die Wahlen das Thema „Snowden“ erfolgreich aus den Medien verdrängt hat. Auch die Bloglandschaft hat wenig dazu beigetragen. Ich gebe ja zu, ich auch.

Doch die NSA-Affäre ist nicht beendet, egal wie sehr Herr Pofalla das gerne hätte. Und egal wie oft er das „jetzt“ für beendet erklärt. Im Gegenteil.

Jetzt hat sie Frankreich erreicht. Paris hat sauer reagiert und den US-Botschafter einbestellt. Hat die französische Regierung echt geglaubt, dass die Amis ausgerechnet an deren Landesgrenzen Halt machen?

Im Leben nicht. Das wusste die Regierung Hollande ganz genauso wie es die Regierung mit diesem Giftzwerg und Carla-Bruni-Ehemann wusste und wie es die Regierung Merkel übrigens wusste.

Die wissen alle, dass abgehört wird. Und alle reagieren nach demselben Muster:

Guardian: „Ihr werdet abgehört.“
Regierung: „NEIN. Welche Unverschämtheit. So eine Frechheit. Das darf nicht passieren. Das tut man unter Freunden nicht.“
Guardian: „Hmjo, aber ihr habt doch mit euren Geheimdiensten an den Erkenntnisse partizipiert.“
Regierung: „Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen. Die Affäre ist beendet. Es ist alles aufgeklärt.“

Gleichzeitig kann man sehen, wie die britische Regierung den Druck auf die Redaktion des Guardians weiter erhöht und das auf eine Art und Weise, die selbst bei wohlwollendster Betrachtung nicht mehr rechtsstaatlich ist. Mein Respekt an der Stelle an den Guardian, dass die unter diesem Druck nicht zerbrechen, sondern weitermachen und das, obwohl die anderen britischen Medien, allen voran die berüchtigten Tabloids, zum Halali auf den Guardian geblasen haben.

Denn der Guardian hat auch den Abhörskandal aufgedeckt, der Rupert Murdoch viele viele Millionen gekostet hat.

Für die Tabloids ist hier jetzt ein guter Zeitpunkt, um den missliebigen Konkurrenten zu schaden. Doch dabei merken sie kaum, wie sie sich doch nur selbst schaden.

Und in Deutschland? Noja, es gibt andere Aufreger. Einen verschwenderischen Bischof zum Beispiel. Oder das „Phantom-Tor“ eines Kießlings und die Frage, ob das Fußballspiel wiederholt werden sollte. Aufregend auch die Koalitionsbildung, ein richtiger Aufreger. Die Feiglinge der SPD lassen sich von Mutti Merkel fressen. Aber diesmal stellt das Koalitionskanonenfutter auch noch Forderungen. Nein, wirklich. Sie haben zehn Punkte, die nicht verhandelbar sind. Naja, vielleicht doch. Wir werden das nach den Verhandlungen sehen.

Und gerade, wenn man so Sigmar Gabriel und Hannelore Kraft sieht und denkt, blöder gehts in der Welt nicht mehr, blitzt am Twitterauge Dick Cheney vorbei, der Mann ohne Herzschlag.

Der hat doch allen ernstes die Fernsteuerungsoptionen an seinem Herzschrittmacher ausgeschaltet, weil er in einer Fernsehserie gesehen hat, wie der Mörder sein Opfer getötet hat, indem er ihm das Teil per Fernsteuerung einfach ausgeknipst hat.

Das ist doch mal ein aufregender Aufreger. Und ganz ehrlich: Wie konnte ein derart dummer und leichtgläubiger Mensch eigentlich Vizepräsident der US…oh… sorry. Mein Fehler.

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