Praxisorientiertes Design

Wir kriegen neue Kopierer.

Eierlegende Wollmilchsäue. Die können Kaffeekochen, Katzen vergewaltigen, Mutti schwängern und außerdem im Netzwerk drucken, Faxen machen, kopieren und die Leute nerven.

Bei der letzten Funktion haben die Inschnjöre eine geradezu geniale Idee gehabt. Ein kleiner Plastikpömpel soll das Touchpad bedienen.

Datt is modern. Datt is jut.

Nun stellen wir uns Otto-Normal-Beamten vor, der bislang auf Kopierern kopierte, auf Druckern druckte und nunmehr seine PIN mittels des Pömpels im Touchpad eingeben soll. Die PIN is nötich, damit wir alle nachvollziehen können wer wann wieviel kopiert und wo sich Einsparpotenzial ergibt (ich sehe da noch einige lustige doofe Kommentare meinerseits kommen *g*). Naja, ein anderer Grund ist der, dass die Kopierer auf dem öffentlich zugänglichen Flur doof rumstehen und da jeder rankann. Und damit nicht jeder Witzbold seinen Hintern kopiert, gibts halt die PIN. 🙂

Wir postulieren, der Kopierer steht bereits seit 3 Tagen auf dem öffentlich zugänglichen Flur.

Die Anleitung ist groß und gut sichtbar so aufgehängt, dass jeder sie sehen kann.

Der Beamte starrt auf die Anleitung. Nimmt die Brille ab, putzt sie kurz und verlegen, dann sieht er wieder Punkt 1 der Anleitung:

„Nehmen sie den Plastikstift aus der Halterung“

Und man hört Kollege Beamten denken:

„Plastikstift? Welcher Plastikstift???“

Tja – das ist wirklich kein Witz.
Der Pömpel ist ungesichert in dem Stifthalter. Und der Stifthalter hängt gut sichtbar neben dem Touchpad, welches sich an einem Kopierer befindet, der auf einem von allen Seiten öffentlich zugänglichen Flur steht.

Sag noch einer, wir hätten alle kein Vertrauen in die Menschheit mehr. *g*

Womit wir bei den Daniel Düsentriebs dieser Story wären: Wer um alles in der Welt kommt auf derart bescheuerte Ideen? So ein Kopierer soll kopieren und meinetwegen auch zentral drucken, da Netzwerkkarte. Aber musset denn ein Trendy Tatschpäd sein? Tuts nicht für die Eingabe der PIN ein Nummernblock und für die Einstellungen die guten alten Knöppe?

Nicht immer ist „neu“ auch wirklich besser.

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One thought on “Praxisorientiertes Design

  1. Die eierlegende Wollmilchsau beim Kunden:
    Bedienung über eine berührungsempfindliche Anzeige: OK
    Nummernblock vorhanden: OK
    Allerdings Auslesen der Scanfächer nur auf lokal gemountete LW und nicht Terminalserverfähig. Danke!

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