Obama hats geschafft

Und ich bin mir nicht sicher, ob man ihm gratulieren sollte. Den Job den er da bekommt, hat eine Freundin aus den USA so ausgedrückt: „He is running into the mess“.
Sinngemäße Wiedergabe von mir, ich bin nicht so richtig wach gewesen vorhin *g*

Die Hinterlassenschaft der Administration Bush gleicht einem gigantischen Hundehaufen: Finanzkrise, die USA befinden sich im Krieg mit der halben Welt und auf diplomatischem Kriegsfuss mit dem Rest. Und vom US-Haushalt wollen wir mal nicht reden.

Ich persönlich halte das Wahlergebnis nicht nur für das Ergebnis eines glänzend geführten Wahlkampfes um einen unbestreitbar charismatischen Mann. Sondern auch vielmehr für die Abstrafung der Wähler für 8 Jahre George W. Bush. Die meisten haben einfach die Schnauze voll von dem Kerl und seiner Politik, die so eindeutig Firmenorientiert ist, dass man sich ernsthaft fragt, wo Staat aufhört und Konzern anfängt. Unter Bush wurde die Grenze noch unklarer als sie sowieso schon ist.

Meine Freunde in den USA waren geradezu euphorisch. Dass ein Schwarzer US-Präsident wird…ich glaub die feiern noch die nächsten paar Tage. Was das für die bedeutet, werde ich nie ganz erfassen können, ich stecke nicht in der Situation. Aber die Reaktionen zeigen mir doch schon sehr deutlich, dass die meisten unter dem nicht existenten Rassismus leiden wie Hund und nun hoffen, dass es besser wird.

Ich habe meine Zweifel, aber wenn Amerika noch eine Chance haben soll, das Amerika, was sich selbst Land of the Free bezeichnet, dann mit Obama. Das übrigens unabhängig davon, wie er zu Europa steht.

Tjaaaa…und nun wirds spannend. Wie wird sich das künftig gestalten, das Verhältnis zwischen den USA und Europa im allgemeinen und Deutschland im besonderen? Miss Merkel hat ja dicke Freundschaft mit George Bush geschlossen, ohne aber weitere Zugeständnisse in Bezug auf militärischer Hilfe machen zu müssen. Das wird unter Obama unter Garantie anders laufen.

Deutschland ist ein Land im Krieg. Wir bekommen das nur nicht so richtig mit. Die Soldaten am Hindukusch sind Besatzungstruppen. Man mag es humanistisch drehen und wenden wie man will. Die hocken da als Besatzer. Und werden vielfach auch von der Bevölkerung so empfunden. Die Bevölkerung macht nicht viel Unterschied zwischen deutschen Soldaten und amerikanischen. Beide haben Uniform, beide ein Gewehr. Und beide gehören nicht ins Land. Aus die Maus, zumindest für die meisten Afghanen, die meist am falschen Ende vom Gewehr stehen.

Und was Obama jetzt einfordern wird und einfordern muss, ist, dass das rumgeeiere der EU im allgemeinen und Deutschland im besonderen aufhört. Man kann nicht sagen „okeee, wir schicken Soldaten, aber nur dahin, wo man sie nicht verhaut“. Und anschließend „uuuups, die wollen uns da ja gar nicht“.

Die europäische Politik gleich da echt einem Affenstall. Entweder man sagt „Ich will nicht da rein, ich will keine Soldaten riskieren“, dann sämtliche Truppen aus Afghanistan sofort abziehen. Raus mit den Jungs da. Persönlich finde ich auch eher heute als morgen.

Oder man sagt „wir wollen da drin bleiben. Gibt genug Gründe. Rohstoffe, Taliban, Rohstoffe, Taliban, außerdem Rohstoffe und Taliban.“ Und dann aber auch Nägel mit Köpfen machen und der Bevölkerung reinen Wein einschenken.

Die Entscheidung wird von Deutschland und der EU gefordert werden. Die Frage ist nur, ob beide Regierungen auch das Rückgrat haben, diese Entscheidungen nicht nur zu treffen, sondern auch durchzuziehen UND mit den Konsequenzen zu leben.

Denn ich denke nicht, dass in Deutschland irgendeiner der Wähler, der noch alle 5 Sinne beisammen hat, möchte, dass die Kinder, die gerade in die diversen „humanistischen Missionen“ geschickt werden, in Zinksärgen zurückkommen.

Ja, ich weiß, da sind so viel mehr Implikationen drin. Aber dafür reicht der Text hier nicht…

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Soziales

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2 thoughts on “Obama hats geschafft

  1. Hier im Fernsehen gesehen, ein Amerikaner in Paris (sorry, das war echt so!):
    „Jetzt gibts weniger Terrorismus, und die Welt hat uns wieder lieb.“

    Hm… letzteres dürfte – momentan – vielleicht stimmen, aber nicht lange anhalten, solange das Heimatland-Ministerium noch existiert und die Menschenrechte in die Tonne kloppt.
    Und ersteres? Äh, ja, möglicherweise – wenn man George Warlord B. als Terroristen ansieht, bestimmt. Sonst zweifle ich doch sehr.

  2. Heimatschutz-Ministerium. Das zu entmachten dürfte schwierig werden. Aber Obama ist Bürgerrechtler, da kann sich durchaus was verändern. 😉

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