Moloch Börse

Es galoppiert ja inzwischen quer durch alle Presseorgane.

Die Börsen sind im freien Fall, der Handel wird teils ausgesetzt. Die Rettungsversuche überschlagen sich, leider mit überschaubarem Erfolg.

Ich denke mal, das wird das Ende des Börsenhypes sein – für sehr lange Zeit. Da werden gerade Gelder verbrannt, da träumt man nur von.
Und Uns Angela und Uns Peer machen sich in Europa gerade richtig beliebt, weil sie erst eine gemeinsame Aktion ablehnen, denn „uns betrifft das nicht“ und dann genau das fordern, als klar wird, dass die HRE die erste deutsche Bank ist, die auf der Schnauze liegt.

So macht man sich Freunde. *g*

Aber das nur am Rande. Fakt ist, dass man an Island gerade sehr gut sehen kann, was den Staaten droht, wenn sie die Banken nicht abfedern.

Island steht vor dem Staatsbankrott. OK, Island ist klein, hat nur ein klitzekleines Bruttosozialprodukt und entsprechend wenig Rücklagen. Aber genau daran kann man eigentlich sehen, was passiert, wenn es so weitergeht und die Rücklagen der größeren Länder aufgebraucht sind. Island hat nicht den Puffer, den andere Staaten haben, und wo die Probleme dann zeitverzögert stattfinden. Da ist es recht schnell und recht klar umrissen. Keine Zeit für politische Täuschungsmanöver.

Nichtsdestotrotz wird derzeit eins immer klarer: Die Banken- und die Börsenlandschaft wird sich ziemlich radikal verändern.

Sämtliche Kleinanleger, die gerade um ihr Geld geprellt werden, werden sicherlich wieder aufs gute alte Sparbuch zurückgreifen und die Aktienfonds Aktienfonds sein lassen. Den ersten Schock mit dem Untergang des „New Market“ oder wie die aufgeblähte IT-Blase aussah, hat man ja nach einer Weile ganz gut verkraftet. Doch was JETZT abläuft, ist viel größer, das geht an die Börsensubstanz.

Ich denke nicht, dass das Börsensystem so haltbar ist.

Kleiner, bitterer Lacher am Rande: Die sogenannten Neo-Cons waren immer die, die gesagt haben, dass der Markt sich selber regelt und staatliche Eingriffe nicht nötig sind. Die schmälern ja nur den Gewinn.

Man darf jetzt raten, wer gerade in den USA am lautesten nach genau den staatlichen Eingriffen gebrüllt hat, als klar wurde, dass sich der Finanzmarkt dadurch selbst regelt, indem die Banken halt einfach mal bankrott gehen.
Und dass die Manager da drüben inzwischen jegliche Scham und Bodenhaftung verloren haben, zeigte sich ja recht deutlich, als die A.I.G. ihre Manager erstmal in den verdienten Sonderurlaub schickte – Kosten 500.000 Dollar, die „mal eben“ aus dem Rettungstopf bezahlt wurden.

Ich frag mich manchmal, ob die Leute irgendwo noch mitdenken…

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Soziales

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2 thoughts on “Moloch Börse

  1. An den Börsen und Finanzmärkten läuft ja schon seit längerer Zeit das Spiel „Wir suchen uns einen Trotteel, der uns 30% Rendite verschaft“. Und jetzt sind die Trottel ebend ausgegangen.

    Schneeballsysteme haben ebend noch nie funktioniert.

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