WoW Ade – Lotro willkommen

Naja, knapp 3 Jahre hab ich WoW gezockt. Hab einen gut ausgebauten Account mit 5 70er Charakteren gehabt – und die meisten davon ziemlich hoch equípped.

Nur um dann festzustellen, dass die Leute in WoW hochgradig sexistisch sind. Krass aufgefallen ist mir das anhand einer Aussage in meiner letzten Gilde, als ich mich weigerte, bis auf 3 Nachkommastellen genau auszurechnen, wo ich jetzt genau noch etwas herausholen kann. Und ich es auch nicht so klasse fand, dass ich öffentlich vor 25 Leuten gemaßregelt wurde von einem Jüngelchen, das deutlich noch nicht trocken hinter den Ohren ist.

Der Satz, der mir das aber sehr deutlich zu bewusstsein gebracht hat, war

„Frauen spielen WoW doch nur“

Gegenfrage: Was soll man mit einenm SPIEL denn sonst tun?

Ich war drauf und dran, wirklich alles hinzuwerfen, ich war so dermaßen frustriert, dass ich genau keine Lust mehr hatte, noch irgendwelchen Stats, Leuten oder wasweißichnichtnoch hinterherzuhecheln, nur um _vielleicht_ einmal eine Chance zu erhalten, mit denen mitspielen zu dürfen, die ich gerne mag. Aber die mich halt „nur“ als „Spielerin“ sehen, die nicht mit dem „erforderlichen Ernst“ bei der „Sache“ ist.

Und das ist wirklich das kranke dabei: Die Leute unterwerfen sich freiwillig einem Drill, bei dem ein Drillmaster bei den amerikanischen Marines sich noch echt eine Scheibe abschneiden könnte.
Full Metal Jacket ist bei einigen „High-End“-Gilden wohl das Vorbild gewesen. Andere unterstellen einem, dass man „zu schwach“ für den „Endcontent“ ist, wenn man nicht bereit ist, gewisse Opfer zu bringen.

Ich kam irgendwann an den Punkt, dass ich mich fragte, was für Opfer ich denn bitte bringen soll für eine FREIZEITbeschäftigung. Was für eine Disziplin ich denn aufbringen sollte für ein verdammtes Spiel. Nur um virtuelle Güter anzuhäufen?

An diesem Punkt angelangt, erinnerte ich mich an Will und Herr der Ringe online.

Kurz die Demo runtergeladen, angespielt und begeistert gewesen. Eigentlich stand der Wechsel da schon fest. Alles läuft so unglaublich viel entspannter ab. Keine Flames in den öffentlichen Channeln. Keine Leute, die einem bei Fragen ein „L2P“ oder ähnliches dummes Zeug an den Kopf werfen. Dafür findet man für die Gruppenaufgaben auch tatsächlich Partner. Und man wird nicht bei einem Fehler blöd von der Seite angemacht. Tatsächlich hab ich das in der Zeit erst einmal erlebt dass einer im WoW-Stil den Raidleiter machen wollte. Und das ging exakt 20 sek. gut, als die Leute ihm deutlich klarmachten, dass er es mit Erwachsenen Leuten zu tun hat, die sowas nicht brauchen – und danach ging es sehr fluffig.

Es sind keine ausgefeilten Taktiken notwendig, die man aufwendig einstudieren muuss. Es sind keine Hecheleien hinter den Items nötig, dafür hat man ein einzigartiges Flair, die Geschichte ist wirklich sehr gut umgesetzt, liebevoll gestaltet und auf die paar Bugs scheiß ich doch. Mir ist ein verbuggtes Lotro inzwischen lieber als ein technisch perfektes WoW.

Ich will nicht ins technische Detail gehen, die Unterschiede sind so oft minutiös aufgemetert worden, das muss ich nicht auch noch machen. Aber: In Lotro spielt man um Kilometer entspannter als es in WoW jemals wäre. Dabei ist es nicht leichter. Beispiel: Sambrog ist ein Level 25-Boss oder so. Den legt man auch als 50er nicht so ohne weiteres alleine. Auch die dazugehörige Instanz cleart man am levelcap nicht alleine, z.b. zu Farmgründen. Dafür sind auch da die Bosse noch zu schwer.

Und „ziehen“ lassen verbietet alleine schon die XP-Vergabe: Wenn ein 50er mit draufhaut, gehen die dazugehörigen XP sofort in den Keller. Aber sowas von.

Und noch ein dickes Plus bei Lotro: KEIN PVP. Man kann den Char auch mal stehenlassen ohne das sofort ein Vollidiot mit kleinem Puller vorbeikommt und einen umholzt.

Ne, danke. Nie wieder WoW.

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2 thoughts on “WoW Ade – Lotro willkommen

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