Filesharing böse?

Natürlich. Sagt die Musikindustrie, die es für ein Verbrechen hält, wenn man sein Geld rechtswidrig von den Jungs fernhält. 😉

Naja, betrachten wir das mal ein wenig nüchterner.

Ich behaupte mal, dass es einen Robbie Williams einen feuchten Kehricht interessiert, ob seine Albums im Bittorrent oder Emule kreisen oder nicht – der hat seine Kohle drin.
Das darf ich übrigens behaupten: Er hats öffentlich selbst gesagt. *g*

Allerdings hab ich genau unten einen Link zu Sevenload platziert: 2 Schwestern, die wirklich was drauf haben, die gute Musik machen – und keine Chance, ein Album zu veröffentlichen, weil die Musikindustrie in solche Bands eben nicht mehr investiert. Die Mädels sind nicht „schön“ genug, sie sind sehr hübsch, aber eben kein Mainstream. Die Musik ist auch kein Mainstream.

Und genau hier liegt der Nachteil: Die Musikindustrie sollte eine kreative Branche sein, eine, die Innovationen fördert. Stattdessen haben jedoch erzkonservative Kräfte das Ruder übernommen, die verzweifelt versuchen, einen Status Quo aufrechtzuerhalten. Bei den Grabenkämpfen wird mit hohem Idealismus gekämpft und mit Werten, die die meisten Beteiligten bereits seit sehr langer Zeit nicht mehr in der Lage sind, zu verkörpern. Gleiches gilt übrigens auch für die Filmbranche.

Innovationen werden kurz angetestet, und bevor diese Tests Früchte tragen können wird unisono das Klagelied angestimmt vom bösen Filesharing, dass ausgetrocknet werden muss, weil ja ü-ber-haupt nix mehr verkauft wird.

Aber was heißt das nun für mich als „Nutzer“ oder „Kunde“?
Naja, eigentlich isses einfach:
Was brauch ich denn 15.000 Musikfiles auf dem PC, die eine längere Laufzeit haben, als ich je alt werde? Warum muß ich Jäger und Sammler von Filmen mit schlechter Bildqualität sein, nur um sagen zu können „ich habs als erstes gesehen“?

Ein Bekannter von mir verkauft Tanzschulmusik – hochspezialisiert, ist wirklich nur für Tanzschulen und deren Tanzschüler interessant. Eine Produktion bedeutet für ihn immer eine Investition, die viel Geld kostet.
Was machen jetzt einige Tanzschulen?

Anstatt wie früher halt mal 20 oder 30 CDs zu ordern, bestellen sie nur noch eine – und kopieren diese für ihre Schüler und verkaufen diese Kopien dann zu dem Preis, den die CD im Laden original kosten würde.

Wenn hier eine Abmahnung ins Haus flattert, die denen richtig weh tun wird: Absolut gerechtfertigt. Sowas geht nicht und ist ne Sauerei. Geld verdienen an der Arbeit anderer ist das allerletzte. Das gilt im übrigen nicht nur für Tanzschulen sondern für alle Bereiche, wo so gehandelt wird. Dass die Bockwurst-Jungs verknackt wurden, ist imho nicht mehr wie recht und billig.

Wie siehts mit den Schülern aus?
Tja, gute Frage. Und die möchte ich mit der eingangs gestellten beantworten: MUSS man denn immer das neueste haben? Auch wenn man die Mucke eigentlich gar nicht mag? MUSS man immer den neuesten Film haben, auch wenn man ihn nicht ohne Kopfweh angucken kann, weil die Digicam so geruckelt hat im Kino?
MUSS man 100 GB Musik auf dem PC haben, obwohl man diese Musik in diesem Leben nicht mehr hören kann und den Überblick mal völlig verliert?

IMHO: NEIN. Braucht man nicht. Und fällt unter „wär zwar schön, wenn, aber eigentlich nicht nötig“

Das ist ja in gewissen Schülerkreisen ein Sport: Ich hab 100 GB Musik, ich hab aber 120 GB. Musik wird quantitativ gemessen und nicht mehr qualitativ. Und wenn man sich die TopTen so anhört: Man merkts. Ich krieg Zahnweh von Sido & Co.

Womit wir bei dem Beitrag unten sind: Keiner will mehr was riskieren. Keiner will mehr verantwortlich sein für Verluste, die aus eingegangenen Risiken entstanden sind.

Demzufolge haben „Sister K.“ auch keinen Plattenvertrag erhalten und sind zu ihren früheren Berufen zurückgegangen. Wenn das Lied „Indian Boys“ symptomatisch für das Album war, dann tut mir das wirklich leid, denn die zwei sind wirklich gut.

Send to Kindle
Soziales

Flattr this!

bestellt folgenden Kaffee