Der Anwalt der kleinen Leute

So geriert sich der Leitstern der Boulevard-Presse ja des öfteren.

Doch schwupps – kaum gehts an den eigenen Geldbeutel und sollen Mindestlöhne eingeführt werden, wird ein Szenario aufgeführt, dessen Dramatik nur noch von der Todesanimation einer Blutelfe in World of Warcraft überboten wird.

Erst wird eine Gewerkschaft gegründet, deren einziges Ziel scheinbar der Kampf gegen den Mindestlohn ist.

Dann wird ein publizistisches Sperrfeuer in diversen Zeitungsblättern entfacht, wo alle natürlich sagen, dass Mindestlöhne böse sind. Vor allem für die „gerade wieder aufschwingende Wirtschaft“.
Gegenteilige Erfahrungen aus anderen Ländern ignoriert man dabei einfach und verschweigt diese dem Leser. Soll ja nicht überfordert werden.

Dann wird mit der Entlassung von 1.000 Leuten gedroht. Politik erstmal unbeeindruckt, und Andrea Nahles hat es auf den Punkt gebracht: Drohszenario.

Und weil das ja scheinbar nicht reicht, geht man mal hin und läßt die PIN-AG wegen 10 Millionen (in Worten ZEHN MILLIONEN) in Insolvenz gehen. Zumindest droht man das an.
Dass man bereits über eine halbe Milliarde Euro investiert hat und dann nicht mal mehr bereit ist, diese 10 Mio reinzuschieben: Armselig.

Das ganze der Politik in die Schuhe zu schieben, die Ausbeutermethoden verhindern möchte, indem sie Mindestlöhne festlegt (die sich in der Baubranche übrigens bewährt haben): billig.

Wir reden hier von einem Stundenlohn von 8.50 Euro, wenn ich das richtig sehe. Dieser Stundenlohn (der wahrlich nicht viel ist) soll garantieren, dass die Leute von ihrer Arbeit auch leben können. Und nicht noch zusätzlich Hartz IV bekommen müssen, weil der Verdienst nicht reicht.
Was für eine Haltung ist das eigentlich, zugunsten der Gewinnmaximierung die Lohnkosten für das eigene Personal der Gemeinschaft aufzudrücken? Wohlgemerkt von einem Konzern, dessen Leitblatt nicht müde wird, Sozialschmarotzer anzuklagen?
Sich selbst als Opfer dieses Mindestlohns darstellen: Verlogen.

Pfui. Schämen gehen.

Und mal hier reingucken.

Achja. Mein Webprovider nimmt den angesprochenen Briefzusteller als Dienstleister. Nicht die Post. Für mich der letzte Grund, bei diesem Provider zu kündigen.
Künftig werde ich auch alle Unternehmen meiden, die mit diesem Unternehmen zusammenarbeiten.

Don Quichotte? Sicher. Aber Geiz ist eben nicht geil. Vor allem dann nicht, wenn ich via Hartz IV die Hungerlöhne, die gezahlt werden, über meine Steuern mitfinanziere.

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Soziales

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