*klau*

Fundstück bei meiner Gilde *g*
—-
Der motorisierte Erlkönig

Wer rattert so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.
Der Sohn sitzt im Beiwagen sicher und warm:
der Vater fährt zickzack, dass Gott sich erbarm.

„Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht hier
den Schutzmann mit Bleistift und mit Papier?“
„Sei ruhig mein Sohn, das geht uns nichts an,
wir haben eine falsche Nummer ja dran!“

„Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?“
„Siehst, Vater, du den Laternenpfahl nicht?“
„Das Pfählchen, das kleine? Wozu das Geschrei?“
Schon saust er um Haaresbreite vorbei.

„Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht?
Es fängt an zu regnen. Wie brennt mein Gesicht!“
„Sei ruhig, ertrage den Regen mit Schneid!
Jetzt wirst du gewaschen, es war höchste Zeit!“

„Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
die Gans auf der Straße? O scheuche sie fort!“
„Das Mistvieh, das seh‘ ich, ich bin doch nicht dumm!
Das gibt einen Braten, die fahr‘ ich gleich um!

Ich lieb‘ dich, mich reizt deine fette Gestalt,
und weichst du nicht willig, so brauch ich Gewalt!“
„Mein Vater, mein Vater, jetzt tut’s einen Knall!“
Der Scheinwerfer splittert, ein Schrei und ein Fall…

Die Straße, die färbt sich vom Blute so rot;
das Söhnchen, das lebt, doch die Gans, die ist tot.
Den Vater, den graust’s nach dem schrecklichen Rutsch.
Was nützt ihm die Gans? Das Motorrad ist futsch!

Und aus dem Gemenge schreit’s laut „Polizei!“
Es graust erst dem Vater dann ist es vorbei
Man führt ihn dann ab schnell ins ferne Revier
der Sohn geht zur Kneipe und ordert ein Bier.

Von Vater und Motorrad hat er nun genug,
durchnässt und ohne Gans und dazu ohne Mut
ruft er daheim bei der Mutter nun an,
doch bei ihr war bereits der Nachbar schon dran.

Und nun zur Moral von derer G’schicht
Fahr entweder Motorrad oder besser doch nicht.

Also, der Moral kann ich mich nicht anschließen. Dem Rest schon =)

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