Gerade gestellte Frage…

…für Loco wohl jetzt ein rotes Tuch, aber irgendwie ist mir heute mal nach ein bisschen Provokation 😉

Gerade stellte sich die Frage in einer Diskussion:

1. Kinder werden mit der Erbsünde geboren. Also die Schote, die wo was Adam und Eva verzapft haben.
2. Durch die Taufe wird die beseitigt.
3. Kinder sind unschuldig und kommen daher sofort nach dem Tod ins Paradies.

Schlußfolgerung: Wenn ich mein Kind liebe und gläubiger Christ bin, müsste ich dann nicht mein Kind nach der Taufe töten, damit es sofort ins Paradies kommt?

OK, OK ICH komme dann in die Hölle, aber was tut man nicht alles für die Kinder…..

Will, darf ich dich zitieren?
Verfluchte Vorurteile….

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Soziales

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12 thoughts on “Gerade gestellte Frage…

  1. Du suchst Streit… ich nicht. 😀 Außerdem mußt du den Taufautomatismus mit einem römisch-katholischen Dogmatiker diskutieren…

    aber wenn ich mal Zeit habe (20101 oder so), dann schreib ich dazu mal was Längeres.

  2. Sauerei. Da will man mal streiten und der Gegner spielt nicht mit.
    Jemand von Opus Dei unter den Mitlesern? 🙂

  3. Nee, das mit der Erbschuld hat der große Bayerische Papst erst kürzlich geändert. Jetzt dürfen Kinder ungetauft sterben und kommen doch ins Paradies.

    Damit sind die Verhungernden in Afrika wieder mit im Boot… Oo

  4. Man könnte auch sagen, 500 Jahre nach Luther findet die römische Kirche in diesem Punkt zur evangelischen Lehre…
    die Bemerkung zu den Verhungernden in Afrika halte ich für zynisch und wenig sachgerecht.

  5. Naja…Zynismus ist so eine Geschichte…
    Wer sagt, dass Kondome unchristlich sind, weils Verhütungsmittel sind, und das den Leuten wirksam auf einem Kontinent, wo die AIDS-Quote doch schon locker auf die 40% zugeht, wo AIDS-Waisen inzwischen zu einem echten Problem werden und wo völlig ausgeblendet wird, dass viele Frauen sich prostituieren MÜSSEN um zu überleben, von den Vergewaltigungsfällen in dem einen oder anderen Bürgerkriegchen mal abgesehen… der wird dann wohl auch mit ein bisschen Zynismus leben müssen.

    Sachgerecht ist DAS übrigens auch nicht. Nur weltfremd und gemeingefährlich. Und nachgerade kriminell.

  6. Auch das ist ja nur ein Ausriß. Es mag ein wenig idealistisch sein, aber: wer sich an die katholische Morallehre heranmacht, sollte sie in ihrer Gänze sehen, und da steht nun mal auch die totale Monogamie. Das heißt, nicht aushäusig poppen, ums mal so zu sagen. Das heißt auch: keine Prostitution, weder als Kunde noch als Anbieter. (Ich wage nicht zu entscheiden, was demütigender ist: die Priester um Essen bitten oder für Geld die Beine breit machen… für den Mann ist es sicher oft einfacher, die Frau auf die Straße zu schicken, aber ist das richtig?) Und erst danach kommt: keine Verhütungsmittel. Worüber man auch diskutieren kann, ich halte es da prinzipiell mit Oswald Bayer (Tübingen)… aber eins ist mal klar: wer tatsächlich diese totale Monogamie lebt, braucht sich um Geschlechtskrankheiten keinen Kopf zu machen.
    Vergewaltigung steht ebensowenig wie Krieg auf der positiven Seite der katholischen Morallehre, aber ganz Afrika ist auch nicht Kriegsgebiet – und die Kriegsgebiete in Ostafrika, wenn ich mir die Seitenbemerkung erlauben darf, sind größtenteils moslemisch dominiert. Was der Islam über Verhütung sagt, weiß ich nicht genau, aber ich hab so eine Vermutung…
    Wer aber immer nur „Kondomverbot“ kräht und den gesamten Kontext ausblendet, agiert demagogisch.

  7. Loco, Morallehre ist eine schöne Sache. Aber die Realitäten stehen da nun mal gegen. Und man kann den Priester um Essen bitten, sicher. Nur häufig genug haben die selbst gerade genug für sich selbst.

    Von daher können weltfremde Priester gerne die absolute Monogamie predigen – kein Ding. Aber die Frauen, die irgendwie überleben wollen, dann noch moralisch unter Druck zu setzen ist das allerletzte. Es wird nur sehr wenige Frauen geben, die freiwillig der Prostitution nachgehen, die meisten werden auf die eine oder andere Art gezwungen. Entweder durch Sachzwänge (Verhungern oder sich verkaufen) oder durch pure Gewalt der Zuhälter.
    Diesen Frauen dann mit Monogamie zu kommen, ist, äh wirklich etwas daneben.

    Das gleiche Thema Abtreibung: Schutz des Lebens ist ja ok – aber: Man kann die Frauen, die abtreiben wollen nicht einerseits verteufeln und ihnen andererseits keine Alternativen bieten außer „wenn du das machst kommst in die Hölle“.

    Moraltheologie hin oder her: Wenn ich was verbiete, muß ich Alternativen aufzeigen, sonst wird das nix.

    Und genau bei diesen Fragen zeigt sich die ganze Heuchelei und Verlogenheit der Amtskirche. Und deren Frauenfeindlichkeit.

  8. Wenn du mit Abtreibung kommst, dann beweise mal, daß es keine Alternativen gibt…
    lassen wir das lieber mal außen vor.

    Das Verlogene des reichen Europa ist doch: man sieht die Leute verhungern, aber man läßt Monsanto das GEtreide liefern, das unfruchtbare Frucht gibt, die nicht als Saatgut verwendet werden kann…
    man verdammt die Missionsgesellschaften, die eben nicht nur missionieren, sondern auch weitreichende Entwicklungshilfe geben. Und läßt das Feld den islamischen Missionaren, die viel mehr Geld haben – und viel mehr fordern…
    Und dann sieht man nur einen Bruchteil eines Ganzen und behauptet damit letztlich lügenhaft „der Papst fördert AIDS“. Tut er nicht. Punkt.
    Das Viele, das nicht zuletzt durch kirchliche Organisationen wie Caritas und Brot für die Welt getan wird, um nachhaltig der Zuhälterei und der notgedrungenen Prostitution abzuhelfen, das blendet man aus, will es nicht sehen. Da könnte ja ein Feindbild verlorengehen…

  9. Abtreibung ist ein Höchstpersönliches Problem. Das betrifft die Frau und allenfalls noch den beteiligten Mann. Und ja, manchmal gibt es keine Alternativen.

    Was Monsanto angeht – DAZU braucht man wirklich nix schreiben oder?
    Was die Missionsgesellschaften angeht – wozu muß man überhaupt missionieren?
    Ich mein, man kann sich hinstellen und sagen „hier, daran glaube ich. Siehs dir an“
    Aber wie oft war in der einen Hand die Bibel und in der anderen ne Keule?

    Das Caritas und Brot für die Welt gutes tun – keine Frage.
    Aber das ganze mit einer Moraltheologie zu verknüpfen „nimm das Brot aber glaube an mich“ halte ich für falsch.

    Und das Feindbild Kirche nimmste mir nich 🙂

  10. Abtreibung betrifft zunächst höchst existentiell das KIND, das da getötet wird.

    Zu Monsanto MUSS man schreiben.
    Wozu man missionieren muß – warum denn nicht? Und du fällst schon wieder auf mißliebige Propaganda herein, die heutige Missionare auf den Stand der Kreuzzüge zu bringen versucht – das ist so billige Propaganda, dazu hätte sich nicht mal Joseph Klumpfuß hergegeben. Aber wenn sowas oft genug behauptet wird, glauben es ja die Leute. Zumal wenn es das eigene Feindbild nährt…
    Dabei verlangt übrigens seitens der christlichen Kirchen niemand, daß man sich taufen lasse, bevor man Hilfe bekommt. Außer vielleicht bei Jehovas Zeugen und ähnlichen Sekten, aber die stehen von christlichen Kirchen so weit entfernt wie der Mufti von Bessarabien.
    Die islamische Mission freilich, die sieht – und das weiß ich aus erster Hand, aus Kamerun beispielsweise – ziemlich ähnlich so aus, wie du es beschreibst: „werde Moslem, und wir werden dich fördern. Wenn nicht, dann…“ (das bleibt offen, aber man fühlt sich an Camorra&Co erinnert.)

    Du magst ja ein Feindbild haben und pflegen – wer tut das nicht? -, aber ich halte dich für intelligent genug, daß du dein Feindbild auch mal beiseitestellen könntest und wenigstens den Versuch zur Objektivität unternähmest… 😉

  11. Abtreibung werden wir nicht auf einen Nenner kommen. 😉

    Missionare sind Leute, die glauben, dass ihr Glaube besser ist als das, was die Leute bereits haben. Die sind schon von Berufs wegen Besserwisser. Und ich mag die Leute nicht.
    Das ist unbeeinflußt davon, dass die meisten hoch idealistisch sind und wirklich helfen wollen. Aber ich misstraue den Motiven aus denen sie das tun.

    Und das mal wirklich absolut ohne Ausnahme. Mir ist das völlig wumpe, ob da ein Kreuz oder ein Halbmond drübersteht: Missionare haben in unserer Zeit nix mehr zu suchen.
    Pfarrer und Priester dagegen sehr wohl. Solange sie eben nicht missionieren.

    Warum Pfarrer und Priester auch heute noch wichtig sind? Schlagt mich tot, aber in gewisser Weise kann die Kirche auch heute noch durchaus Orientierungshilfen und Stützen geben für Leute, die das brauchen.
    Denn Pfarrer und Priester sind Seelsorger. Und wenn sie ihre Berufung ernst nehmen auch jemand, an den man sich wenden kann in Zeiten der Not. Das ist heute, wo vielfach die bisherigen sozialen Netze einfach wegbrechen wichtiger denn je.
    Das verkenne ich keinen Augenblick. Übrigens gilt das auch in absolut gleichem Maße für Muslime.

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