Altlasten

Ich hab mich gefragt, wieso ich grad so ein wenig mies drauf bin.
Irgendwie könnte ich schon das ganze Wochenende abwechselnd irgendeinen töten. Oder in der Ecke liegen und heulen.

Dann hab ich mal alte Mails durchgeguckt und mir ist dann aufgegangen, dass es um meine Menschenkenntnis doch nicht so gut bestellt ist scheinbar.
Es mag jetzt nachtreten sein, was ich hier mache, aber ich denke, den „Freunden“ sollte doch mal aufgehen, was sie eigentlich mit ein paar arrogant dahingekleckerten Buchstaben angerichtet haben.
Hintergrund:
Ich wollte eigentlich meinen Geburtstag feiern. Die Runde sollte klein aber fein sein mit Leuten, die ich mag und die mir eigentlich auch wichtig waren.
Einladung war vier Wochen vorher.
Von einem kam dann direkt die Meldung „ich wär gern gekommen, aber an dem WE muß ich arbeiten, geht leider nicht, tut mir ehrlich leid.“

Das war ok.

Dann wurde erst zugesagt, dann aber aus dringlichen Gründen abgesagt. Die Gründe konnte ich jederzeit nachvollziehen und deswegen war ich auch nicht grad sauer. Sauer war ich eher deswegen:

erstmal alles Gute und herzliche Glückwünsche zu deinem heutigen Geburtstag.

Bitte erlaube trotzdem, daß ich dazu Stellung nehme. Wie ich dir vorgestern erklärt hatte, kamen bei xxxxx völlig unerwartete Kosten für eine Autoreparatur hinzu. Eben mal knapp 600 EUR in einem Monat, in dem einen die Kosten sowieso schon überrollen, sind nu mal kein Pappenstiel. Außerdem sitzt xxxxx auf seinem Fahrrad wie Affe auf Schleifstein – das geht so gar nicht mehr. Und da bin ich ehrlich, hat bei mir mein Sohn doch mehr Priorität, als eine Fete. Ich hoffe, du hast dafür Verständnis. Außerdem reden wir hier nicht von einer kurzfristigen Absage. Darunter verstehe ich ein lapidares „oh es klappt jetzt doch nicht“ wenige Tage vorher. Unsere kam gut 2 Wochen vorher. Tut mir natürlich leid, daß du dafür schon ein bißchen was eingekauft hast…

Natürlich. Hatte ich jederzeit. Doch bitte was rechtfertigt einen derart unverschämten Ton in der Email? Und auf geheuchelte Glückwünsche kann ich echt mal verzichten. Danke.

Die zweite Unverschämtheit war diese hier:

Du verzeihst mir sicher das mir meine Kinder doch vorgehen. Ich wüsste auch nicht wie ich denen erklären soll das ich lieber auf eine Fete gehe als sie alle paar Monate einmal zu sehen. Ich habe schlichtweg am Telefon vergessen nochmal explizit darauf hinzuweisen das ich nicht kommen kann da ich meine Kinder habe.

Mit dem Absagen hast Du sicher Recht, ebenso mit dem Einkaufen, aber ich denke es ist menschlich das man nicht allem nachkommen kann, dem man nachkommen möchte. Und ich muss ganz ehrlich sagen, das ich es mehr als unfair finde UNS allen jetzt Schuldgefühle zuzuweisen, die so sicher nicht gerechtfertigt sind.

So frei nach dem Motto: Ich weiß, wir haben da echt Mist gebaut. Aber ne Entschuldigung an DICH? Ne, das wär zuviel. Das würde ja heißen, das ich dich ernst nehmen würde. Und sorry, ich mein, mit wem mail ich denn gerade? Also hör endlich auf dich zu beschweren und spiel weiter den Clown wie immer.

Auch hier: Ich hab in meiner Mail eigentlich nie gesagt, dass ich kein Verständnis für die Absagen hätte. Nur die Form (erst hinterherlaufen, dann ein hingeworfener Absagebrocken nach dem Motto „friss oder stirb“ hat mir im Magen gelegen. That’s all)

Und die Krönung war dann diese Mail hier:

Da bisher der grosse Verteiler genutzt wurde, um diese Angelegenheit aufs Äußerste breit zu treten, möchte ich nun auch die Gelegenheit nutzen mein Statement hier los zu werden.
Meine liebe Kralli, zunächst einmal verbitte ich mir einen derart scharfen Ton in deiner letzten Mail. Wenn Du mir bzw. uns etwas mit zu teilen hast, verwende bitte eine angemessene Ausdrucksweise. Es tut mir natürlich leid, daß eine Menge Leute die Einladung zu deiner Feier ausgeschlagen haben, sicherlich alle gut begründet. Ich hatte dir einst einmal dazu geschrieben, daß xxxxx zu 99% an dem besagten Wochenende bei ihren Kindern sein wird und wir somit voraussichtlich nicht erscheinen werden. Da sich genau diese Situation bestätigt hat, und auch bei späterem Kontakt zwischen uns das Thema nicht mehr auf dem Tisch gekommen ist, war die Sache für mich abgehandelt. Sollte dies bei dir zu Irritationen geführt haben, ist das natürlich bedauerlich.
Auf das beschriebene Thema „Absagen“ und wie es einem dabei gehen kann, erinnere ich gerne nochmal an das Treffen letztes Jahr Silvester. Mein letzter Satz in dieser Mail kann deshalb halt nur lauten : “ Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen ! “

Nachträglich natürlich noch alles Gute zum Geburtstag !

Weißt du, Schatzi, so spricht man zu einem unmündigen Kind. So spricht jemand, der sich selbst so überaus wichtig vorkommt, dass man sich fragt, wie er vor lauter Aufgeblasenheit noch durch Türen paßt.
Irgendwann wird dir deine unsägliche Arroganz vielleicht noch einmal so richtig wo reingebügelt werden. Und zwar da wo es wehtut.

Was die Silvesterfete angeht, du *zensiert*: Ich habe bezahlt. Und es nicht zurückgefordert.

Mir wurde gesagt, ich soll Schwamm drüber machen. Solche Leute wären meiner Freundschaft nicht wert.

Das ist sicherlich richtig. Aber ICH bin mir selbst es wert, vor mir einzugestehen, dass diese Handlungsweise mir gegenüber weh getan hat. Sehr weh. Und ganz für mich allein bin ich jetzt mal unsouverän, nachtragend und Krämerseele:

Ich hoffe, dass diesen „Freunden“ einmal genau dass passiert, was mir passiert ist: Das ihnen genau die Gleichgültigkeit widerfährt, die sie mir haben zukommen lassen.
Und dass sich dann diese Leute genauso arrogant, stinkstiefelig und widerwärtig versuchen rauszureden 🙂

So.
Vielleicht mag mich jetzt der eine oder andere nicht mehr, weil ich mich als allzu menschlich geoutet habe. Aber MIR gehts besser. 🙂

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3 thoughts on “Altlasten

  1. Wenn Du hier schon Mailverkehr veröffentlichst – warum dann nicht komplett? Wo bleibt deine Mail an uns, auf die die von Dir veröffentlichten Mails lediglich die Antwort waren???
    Du kannst Dir sicher vorstellen, daß keiner von uns von ungefähr mit einem solch „unverschämten“ Ton antwortet.
    Aber sorry, wenn ich zwei Wochen vorher mit sogar noch ausführlicher und wahrlich nicht lapidarer Begründung absage, muss ich mir eine solche Mail wie sie von Dir einige Zeit später kurz vor Deinem Geburtstag kam nicht geben. Das erklärt dann sicherlich auch meinen Ton, der für mich alles andere als typisch ist. Wie man in den Wald hineinruft…

  2. Eigentlich wollte ich ja den Kommentar oben nicht veröffentlichen.
    Andererseits: Kann man sich einen besseren Beweis von „ich habs immer noch nicht verstanden“ vorstellen?

    Wobei es eigentlich stimmt: Tina ist tatsächlich nicht halb so arrogant vorgegangen wie gewisse andere Individuen. Insofern hats nicht die richtige getroffen.
    Problematisch für mich war nur, dass sie sich den Tonfall von den falschen Leuten geholt hat. Es stimmt: Das waren nicht ihre normalen Worte.

    Ich gehe auch mal schwer davon aus, dass, hätte sie als erstes geschrieben und nicht nach einer gewissen anderen Dame, auch der Tonfall ihrer Mail ein anderer gewesen wäre.
    Dafür waren beide Mails vom Ton her zu identisch.
    Aber interessant zu sehen, wer hier alles mitliest.

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