Von Banken und pfeifenden Schweinen….

ich hab ja nun eine Bank. Die hat jeder ordentliche Mensch.

Und diese Bank hat ja nunmal ne Standleitung zur Schufa. Auch nichts weiter tragisches.

Dann hatte ich ein Kreditkartenkonto. Hatte. Habbsch gekündigt. Auch eigentlich ein ganz normaler Vorgang.

Das Guthaben wurde mir überwiesen, das Konto gelöscht. Dachte ich. Bis heute mittag, als ich fröhlich Geld abholen wollte, weil ich nur noch 20 Cent in der Tasche hatte. Was nicht viel ist. Vor allem nicht bei leerem Kühlschrank und langem Wochenende.

Karte rein. Geldwunsch eingetippert. Große Augen gemacht.

„Auszahlung in dieser Höhe nicht möglich“ prangte da in großen Lettern. Dabei hatte ich morgens noch geguckt und das ging mit dem Dispo eigentlich soweit klar.

Kontoauszüge geholt. Hm, sah zwar nicht schön aus, aber durchaus normal.

Bank angerufen.
„Jooo“, meinte der Sachbearbeiter, „da ist ein Konto abgewickelt worden, und das ist ein Negativeintrag, bei dem sofort der Dispo gelöscht wird. Ich kann ihnen aber eine geregelte Rückführung anbieten.“

Öh, wiewaswo? Abgewickelt? Hab mir erstmal den Begriff erklären lassen. In Ottonormaldeutsch heißt das wohl soviel wie „da ist ein Konto gekündigt worden mangels Deckung“

Woher dann das Guthaben darauf…. egal…weiter:

Ich die „schuldige“ Bank angerufen und den ersten erreichbaren kräftig zur Sau gemacht. Wie das denn sein könnte und überhaupt. Der guckte (recht fix, souverän und danach etwas betreten) in seinen PC und meint „öh, da war ja ein Guthaben. Das hätte doch so niemals…“
Stimmt, soweit war ich auch schon.

Er versprach, dann flugs die Meldung bei der Schufa zurückzuziehen und meine Bank zu benachrichtigen. Beides hat er zuverlässig auch (fast) umgehend nach der Mittagspause erledigt.

Ich meinen Bänker angerufen: „Joooo, der hat hier angerufen. Und es sieht wohl so aus, dass das zurückgezogen wird.“

Ich meinte daraufhin freudestrahlend: „Oh prima, dann krieg ich ja doch noch Geld“

Jo.Denkste, schließlich sind wir in Deutschland, leben in Zeiten von Basel II, dass die Bänker persönlich haftbar macht, wenn Geld versenkt wird. Das bedeutet für die Kollegen dann, sollte ich gelogen haben, oder der Knabe von der „schuldigen“ Bank, und der Vermerk wird nicht zurückgenommen und alles platzt und die Bank macht Verlust, holt sich die Bank das von ihrem Mitarbeiter wieder.

Was dann im Umkehrschluß dazu führt, dass (inzwischen durchaus nette) Herr von der Bank mir mitteilte, dass er das Konto NICHT aufmacht. Zumindest nicht bevor der Schufaeintrag raus ist.

Ich hab dann noch erfahren, dass es ca. 20 sek. dauert, so einen Eintrag zu KRIEGEN. Ihn wieder RAUSzukriegen dauert ca. 2-3 Arbeitstage. Wenn man Glück hat. Das wäre dann etwa Mittwoch oder Donnerstag nächste Woche. Kurz vor Miete und Co. deren Zahlung jetzt mal echt gefährdet ist.

Ich summiere mal:

Ich hab alles richtig gemacht. Ich hab auch nicht irgendwie jemanden öffentlich standrechtlich erschossen oder so.

Es wurde von allen Seiten bestätigt, dass es ein Irrtum ist.

Und trotzdem steh ich hier letztlich ohne Kohle da. Eine sehr nette und verständnisvolle Filialleiterin meinte, sie könnte mich verstehen, mir aber nich thelfen.

Was mich zu den pfeifenden Schweinen bringt: ICH GLAUB MEIN SCHWEIN PFEIFT!!!!!

Glauben die eigentlich, dass ich blöd bin?
Das liegt im Ermessen des Sachbearbeiters, der schlichtweg zu feige ist, pro Kunde zu entscheiden. *grrrr*

Weil, ich könnt ja den Anruf gefälscht haben oder so….

Und dann, aber nur dann in einer derartigen Situation lernt man nachhaltig, was Freundschaft ist:

Ohne zu zögern und meine Situation absolut kennend haben mir einige Leute Geld angeboten. Keine Sicherheiten gefordert, ich war ihnen genug.

Ich stehe hier, leicht verwundert und frage mich, wie und womit ich das verdient habe…und eine kleine leise Stimme in mir sagt: Vielleicht hats ja doch was Gutes.

FREUNDE sind anders als Bankiers, unbezahlbar.

Und manchmal erkennt man erst so, wer Freund ist und wer nicht.

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Soziales

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One thought on “Von Banken und pfeifenden Schweinen….

  1. Wenn du die Bank, die das versaubeutelt hat, öffentlich nennst, kriegst du vermutlich ne Klage an den Hals. Aber ich wollte zu der Bank nicht gehen…

    In der „Bank meines Vertrauens“ hätt ich mir allerdings dann auch mindestens den Filialleiter zur Brust genommen und wenn das nichts hilft, mit der Presse einen Termin gemacht.

    Na ja, und langfristig isses natürlich immer besser, den Dispo nicht zu beanspruchen, aber ich hab gut reden, ich hab ja einen Mäzen…

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